Instrumentalverein St. Marien Straeten feiert 40-Jähriges

Von: Johannes Gottwald
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99 Luftballons: Beim Konzert des IVS-Jugendorchesters in der Straetener Mehrzweckhalle war auch die Bühne reich dekoriert. Foto: Gottwald

Heinsberg-Straeten. Eine große „40“ prangte in der Straetener Mehrzweckhalle, in der der Instrumentalverein St. Marien sein 40-jähriges Bestehen feierte. Im Rahmen der Feierlichkeiten kam diesmal das Nachwuchsorchester „IVS-Music-Kids“ zum Einsatz.

Viele Zuhörer hatten sich eingefunden und konnten sich zwei Stunden lang an den musikalischen Darbietungen erfreuen.

„Musik macht Freu(n)de“ war über der Bühne als großes Motto zu lesen. In diesem Wortspiel steckt viel Wahrheit: Musik erfreut die Menschen und stiftet außerdem Gemeinschaft, wenn man zusammen musiziert. Dies gilt auch über die Ortsgrenzen hinaus, denn der IVS hatte mit dem Jugendorchester St. Josef aus Horst und dem Jugendorchester Birgelen zwei Gastvereine eingeladen, die ihre Leistungen präsentierten.

Schönes Solo

Die Gäste aus Horst eröffneten unter ihrem Leiter Kai Stoffels mit „Final countdown“ ihren Programmteil und gaben damit die Richtung vor: Schlager, Rock und Popmusik bildeten auch weiterhin den Schwerpunkt des musikalischen Geschehens. Vor allem bei dem barock angehauchten „Reeds of distinctions“, das ein schönes Klarinetten-Solo enthielt, und „Gospel John“, das in die Welt moderner amerikanischer Gottesdienste führte, konnte man sich von der vorbildlichen Jugendarbeit des Horster Musikvereins überzeugen. Die klangliche Sicherheit und technische Präzision der Holz- und Blechbläser war überaus bemerkenswert – und gar nicht mehr weit von der Qualität der erwachsenen Kollegen entfernt.

Weiter ging es mit der Filmmusik „Cups“ und „Forget you“, bei denen man um originelle Einfälle nicht verlegen war: Zwei junge Damen sorgten mit Plastikeimern und Klatschen auf den Holzboden der Bühne für die rhythmische Untermalung. Sehr verhalten begann das abschließende „Firework“ mit zarten Holzbläserklängen und steigerte sich allmählich zu einem brillanten Paradestück, das viel Applaus bekam.

Nach einer Pause betraten die Nachwuchsmusiker aus Birgelen das Podium und spielten sich mit „Drums of victory“ in die Herzen des Publikums. Auch die jungen Moderatoren Julian Dilsen und Anna Kämpfer hinterließen einen vorzüglichen Eindruck. Mit „Morning mood“ erklang eines der bekanntesten Themen aus der „Peer-Gynt-Suite“ von Edvard Grieg.

Dirigentinnen sind in der Musikszene eigentlich eher selten – aber nicht so beim Musikverein aus Birgelen: Das dritte Stück „I will always love you“ wurde von Angelina Wilms geleitet, ebenso auch das nachfolgende „Rolling in the deep“.

Prächtig gelungen

Dann übernahm Michael Dilsen wieder den Taktstock und führte sein Orchester mit der Titelmusik von „The Simpsons“ zu einem echten Höhepunkt des Programms. Die freitonale, zuweilen sogar impressionistische Harmonik stellte höchste Ansprüche an Gehör und Treffsicherheit des jugendlichen Nachwuchses, die die Musiker aber in jeder Hinsicht souverän meisterten. Ebenso prächtig gelang auch die fünfteilige Filmmusik „Hard days night. Mit „Born this way“ und „Movie adventure“ erwies man dann noch zwei großen aktuellen Hits eine musikalische Referenz. Nach einer weiteren Pause kamen die IVS-Music-Kids zu ihrem „Heimspiel“ und führten sich unter dem Dirigat von Andreas Plum mit dem ersten Satz aus der „Easy Pop-Suite“ prächtig ein. Dunkel und verhalten begann „Creed“, bevor Schlagzeug und anschließend grelle Blechbläser-Motive das musikalische Bild beherrschten. Auch „You raise me up“ gehörte noch zu den Repertoirestücken, während „Inter pop“ eine komplette Neu-Einstudierung darstellte: Fünf kurze, aber überaus farbige und kontrastreiche Stimmungsbilder zogen vorüber, bei denen sich die Nachwuchsmusiker Bestnoten verdienten. Besonders schön kam die eigenwillige, zum Teil kirchentonale Harmonik zur Geltung, die zuweilen sogar auf mittelalterliche Organum-Techniken zurückgriff. „A sailors adventure“, das die Abenteuer eines Seemannes schilderte, und das höchst eingängige „Trumpet rock“ beendeten diesen glänzend gelungenen Auftritt. Auch dabei gab es mit Jan Herzog und Philipp Schaffranek zwei ausgezeichnete Moderatoren.

Zum Schluss kamen dann noch einmal alle drei Jugendorchester auf die Bühne und intonierten drei Stücke, die jeweils von einem anderen Dirigenten übernommen wurden. Ruhig und verhalten gab sich „Reflection“, während „Poker Face“ mit seinen frechen Akkorden durchaus zur Atmosphäre eines Casinos passte. Als dann auch der schwungvolle „Mombassa beat“ verhallt war, gab es anhaltenden Beifall für alle Ausführenden.

Deutlich wurde: Bei dieser intensiven Nachwuchsarbeit braucht man sich um die Zukunft der Musikvereine in unserer Region nicht zu sorgen.

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