Instrumentalunterricht für die Kleinen

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Der Orchesternachwuchs der Region: Schüler der katholischen Grundschule Birgelen lernen in der Bläserklasse die hohe Kunst des Musizierens.

Wassenberg-Birgelen. Klarinette, Trompete und Co.: Drittklässler der katholischen Grundschule Birgelen musizieren in der Bläserklasse. „Mal sehen, wer gut aufpasst“, sagt der Dirigent Jan van Hülten. Es ist wieder einmal Probe. Vierundzwanzig Drittklässler der katholischen Grundschule Birgelen schauen van Hülten aufmerksam an und warten, bis er mit den Armen den Einsatz zum nächsten Musikstück gibt. Wie in einem richtigen Orchester, sitzen die Schüler auf der Bühne der Mensa in zwei Reihen vor dem Dirigenten.

Jan van Hülten erklärt, wie man die Lippen beim Spiel anspannt. Dann dürfen die Trompetenspieler zeigen, wie lange sie ein „e“ halten können und die Klarinetten üben einen Ton erst laut, dann leise zu spielen.

Die Idee eine Bläserklasse einzurichten kam Jan van Hülten vor einigen Jahren. Es reizte ihn, neue Wege zu gehen. Als Dozent leitete er schon den Instrumentalunterricht und die Arbeitsgemeinschaft „Blockflöte“ an der Schule. Auf der Grundlage einer Methode, die ihre Ursprünge in den USA und in Süddeutschland hat, entwickelte Jan van Hülten gemeinsam mit Marion Sanders, die für die Ausbildung der Jugend im Musikverein „Eintracht Birgelen“ zuständig ist, ein Konzept für die Birgelener Schule.

Der Rektor der Katholischen Grundschule, Heinz Pütz, ist begeistert. Die Schule habe schon vor einigen Jahren für ihre Schulband einen „Musikpreis“ erhalten und zeige sich auch jetzt interessiert, das Musikangebot zu erweitern. Barbara Schillings, Musiklehrerin und Koordinatorin der Bläserklasse, freut sich zudem, dass bei diesem Projekt schon die Kleinen Instrumentalunterricht erhalten, weil der in der Regel erst in den weiterführenden Schulen angeboten wird.

Als Kooperationspartner konnten neben dem Musikverein Birgelen auch der Musikverein Effeld und die Jugendmusikschule Heinsberg gewonnen werden. Die eigentliche Bläserklasse, die im regulären Unterricht der Schule angesiedelt ist, findet wöchentlich statt. Ebenso der Instrumentalunterricht, den die Schüler im zeitlichen und räumlichen Umfeld der Schule erhalten können. Gleichzeitig zum Unterricht im Orchester findet die reguläre Musikstunde statt.

Gemeinschaftsgefühl entwickelt

Durch die Musik, so betonen die Verantwortlichen, habe sich bei den Kindern bereits ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt. Sie helfen sich gegenseitig beim Aufbau der Instrumente und spielen sich gemeinsam ein. „Da macht es auch keinen Unterschied, ob ein Kind zu den Förderkindern gehört“, berichtet Torsten Breda, Koordinator des offenen Ganztages an der KGS Birgelen, nachdrücklich.

Das eigentliche Erlernen des Instrumentes findet in Kleingruppen von zwei bis drei Schülern statt. Peter Houben (Klarinette), Gerald Bijlmarkers (Querflöte), Bas Schobbers (Posaune) und Jan van Hülten (Trompete) sind sich einig: Das Konzept funktioniert hervorragend. Alle lernen voneinander.

Die Bläserklasse gab bereits bei der letzten Adventsfeier ein erfolgreiches Debüt. Die Schüler konnten die verschiedenen Blasinstrumente bereits im Frühsommer ausprobieren und sich nach dem sogenannten „Instrumentenkarussell“ für die Bläserklasse und somit für ein Blasinstrument entscheiden. Es war eine Entscheidung, die wohl überlegt sein sollte, denn ein Wechsel zurück von der Bläserklasse in den regulären Musikunterricht ist nicht vorgesehen. Darum haben Eltern, Schüler und die Musiklehrer zu Schulbeginn genau überlegt, ob diese Art des Unterrichts zum jeweiligen Schüler passt, schließlich ist das Projekt auf zwei Jahre ausgelegt. Aus Sicht der Schüler und Organisatoren hat das Projekt „Bläserklasse“ die Feuertaufe schon nach dem ersten Schulhalbjahr bestanden. Damit ist die Bläserklasse für musikinteressierte Kinder eine wirkliche Alternative zum herkömmlichen Musikunterricht.

Für das kommende dritte Schuljahr ist eine weitere Bläserklasse geplant. Diese soll unabhängig von der jetzigen Bläserklasse geführt werden. Rektor Heinz Pütz, der vor seiner Entlassung in den Ruhestand zum Schuljahrsende steht, zeigt sich nach wie vor als wegweisend in der Entwicklung neuer Methoden für den Schulbetrieb. Eine Kostprobe ihres Könnens wird die Bläserklasse selbstverständlich beim Schulfest am 15. Juni geben.

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