Innenstadt soll noch lebendiger werden

Von: Rainer Herwartz
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Mehr Menschen an den Geschäften entlang führen, neue Ideen umsetzen und die Rahmenbedingungen verbessern: All das sind Ziele, die der Gewerbe- und Verkehrsverein in der Heinsberger Innenstadt realisieren möchte. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Der Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsverein nimmt Fahrt auf. Muss er allerdings auch. Schließlich möchte er ja seinem Slogan „Wir beschleunigen Heinsberg“ gerecht werden. Damit dies gelingt, hat er jetzt exklusiv im Gespräch mit unserer Zeitung Inhalte seiner neuen strategischen Ausrichtung vorgestellt.

Vorsitzender Peter Heinrichs, Geschäftsführer Rüdiger Strübig, Marketingbeauftragter Guenter Kleinen und die Geschäftsführerin der HeinsbergCard, Heike Northemann, haben bereits konkrete Pläne, wie die Stärkung der Wirtschaftskraft und der Attraktivität von Heinsbergs Handel und Gewerbe gelingen könnte.

„Das Erste, was sie sehen werden ist, dass die Kirmes ab dem 3. Juni wieder an historischer Stelle in integrierter Lage der Stadt aufgebaut ist“, sagt Heinrichs. Er meint damit die Verlagerung vom Parkplatz an der Ostpromenade auf den Heinsberger Marktplatz. „Die Kunden haben dadurch den Vorteil, dass die Erreichbarkeit der Innenstadt erhalten bleibt.“ Schließlich werde so nicht länger der große Parkplatz blockiert. „Wir wollen mehr Menschen an den Geschäften vorbeiführen, nämlich die, die gezielt die Kirmes ansteuern.“

Doch Heinrichs‘ Ideen greifen noch weiter. Sollte der Standort der Kirmes angenommen werden, könne er sich gut vorstellen, dass die Kirmes innerhalb der nächsten Jahre durch die Stadt bis hin zum Rathausplatz wachse. Eine Projektgruppe, an der auch die Schützen und die Stadtverwaltung beteiligt waren, habe an der Umsetzung der Idee mitgewirkt. „Wir sind da in offene Arme gelaufen“, sagt Heinrichs.

Die Kirmesverlagerung setzt aber nur den Startpunkt. „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, genussorientierte und gastronomiebezogene Veranstaltungen zu realisieren“, erläutert Strübig. Kleinen füllt diesen Vorsatz auch gleich mit Leben. „Mit der Thematik ,Belgien zu Gast‘ beginnen wir schon in diesem Jahr mit einer internationalen Ausrichtung, um die Gaumenfreuden unserer Besucher anzusprechen. Wir werden zum Sommerboulevard zum Beispiel verschiedene belgische Trapistenbiere anbieten, ebenso belgische Pralinen, Pommes oder Lütticher Waffeln.

Jedes Jahr könnte auf diese Weise ein anderes Land zu Gast sein oder eine neue Partnerschaft entstehen.“ Eine erfreuliche Anerkennung finde der so gestaltete Sommerboulevard in diesem Zusammenhang übrigens durch die Schirmherrschaft des belgischen Honorarkonsuls Charles Louis Prinz von Merode, schiebt Strübig nach.

Rahmenbedingungen

Die „Verbesserung der innerstädtischen Rahmenbedingungen“ hat der Gewerbeverein ebenfalls ins Auge gefasst. Verkehrsführung, Parkplatzsituation und offenes, freies WLAN sind Stichworte, die von der G & V-Spitze in den Raum gestellt werden. „Wir halten es für zeitgemäß, da wir dem Kunden, der zum Beispiel Preise vergleichen kann, so die Kaufentscheidung erleichtern können“, meint Heinrichs.

Der Gewerbeverein möchte einen Stadtmarketingprozess initiieren zur Kaufkraftbindung an Heinsberg als Einzelhandelsstandort. Gedacht sei nicht nur an attraktive Veranstaltungen und gemeinsame Aktionen, sondern auch an ein Beschilderungssystem, das von den 1-A-Lagen auf die Geschäfte und deren Angebot in den 1-B-Lagen hinweise.

All dies lasse sich viel besser im Schulterschluss Vieler verwirklichen, meint Strübig. „Wir müssen vermitteln, dass es hier ein Wir-Gefühl gibt. Für mich ist die Stadt ein Gesamtsystem mit einer Vielzahl von Akteuren vom Freiberufler über den Gewerbetreibenden bis hin zu Vereinen oder Fraktionen, die die Innenstadtentwicklung zum Ziel haben müssen.“ Alle können und sollen sich beteiligen. „Auch innerhalb des Vereins werden wir in unserem Internetauftritt eine Plattform bieten, wo jedes Mitglied seine Ideen einbringen kann“, sagt Heinrichs und macht gleichsam Mut.

„Wir können aus einer Position der Stärke agieren. Wir haben eine Innenstadt, wo viele gerne hinkommen, das belegt auch der Einzelhandelsumsatz in Höhe von knapp 250 Millionen Euro. Damit liegen wir rund 23 Millionen über Hückelhoven, wo zahlreiche Großflächenanbieter mit freien Parkplätzen vorhanden sind. Das spricht ganz klar für eine große Attraktivität des Einzelhandelsstandortes Heinsberg. Unterstützt wird das Gesamtbild dadurch, dass Heinsberg eine Vielzahl von Gastronomie aufweist, was ein ganztägiges Verweilen in der Stadt attraktiv macht.“

Sollte es vor diesem Hintergrund nicht gelingen, noch weitere Mitstreiter zu gewinnen? „Wir werden uns durch gezielte Werbemaßnahmen bemühen, die Mitgliederzahl zu erhöhen“, sagt Strübig. „Es wäre schön, wenn wir auch die Freiberufler davon überzeugen könnten, dass sie ein wichtiger Bestandteil des Gesamtsystems Stadt sind.“

Bei der HeinsbergCard scheint dies schon zu gelingen. „Wir sprudeln mit der HeinsbergCard auf einer Erfolgswelle“, erklärt Heike Northemann. „Wir hatten alleine im April 174 Neuanträge. Der bonifizierte Umsatz ist im letzten Jahr um 55 Prozent gestiegen. Schon in diesem Jahr konnten wir zum Vorjahr erneut bislang eine Steigerung von rund 28 Prozent erzielen.“

Ausruhen möchte sie sich darauf aber nicht. „Wir planen die Erweiterung der App im Herbst. Diese ermöglicht, statt mit der Karte, mit dem Handy Punkte zu sammeln.“ Hier scheint der Slogan „Wir beschleunigen Heinsberg“ also schon trefflich umgesetzt zu sein.

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