Industriepark: Ein Museum ist Ziel des Vereins

Von: Anna Petra Thomas
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Der Vorstand des neuen Fördervereins in der Halle, in der das Museum entstehen soll: Josef Füßer, Gisela Becker, Wolfgang Gusday, Jakob Wöllenweber, Helmut Frenken und Jens Prigge (v.li.). Foto: Thomas

Heinsberg-Oberbruch. Die Historie und die Entwicklung des Industrieparks fördern will ein neuer, gemeinnützig tätiger Verein, der sich am Freitagvormittag in den Räumen des Industrieparks in Oberbruch gegründet hat.

Die Gründungsmitglieder, zu denen auch Bürgermeister Wolfgang Dieder und Vertreter Heinsberger Unternehmen gehörten, wählten dabei Jakob Wöllenweber, Vorstandsvorsitzender der Alliander AG, zum Vorsitzenden. Sein Stellvertreter ist Josef Füßer. Helmut Frenken übernahm das Amt des Geschäftsführers. Zweiter Geschäftsführer wurde Jens Prigge. Als Kassierer fungiert Wolfgang Gusday. Seine Stellvertreterin ist Gisela Becker. Organ des Vereins ist neben dem auf zwei Jahre gewählten Vorstand die Mitgliederversammlung. Sie soll erstmals am 28. Juni zusammenkommen.

Sein Ziel verwirklichen will der Förderverein vor allem durch die Dokumentation der Historie und der Entwicklung des Standortes sowie durch den Aufbau eines Museums. Es soll auf einer Fläche von rund 1600 Quadratmetern in den Räumen der ehemaligen Viskose-Zettelei in der Nähe von Tor 1 des Industrieparks die Geschichte des Standorts in vier Phasen dokumentieren.

Er sehe den Tag der Vereinsgründung genauso als historischen Tag wie den Tag vor nahezu 115 Jahren, als der Standort gegründet worden sei, erklärte Wöllenweber nach seiner Wahl. Zuvor hatte er in einer ebenso kurzen wie eindrucksvollen Rede noch einmal seine Beweggründe für die Initiative zum Verein dargelegt. Durch die Gründung des Industriestandortes im Jahre 1899 sei die Region im Laufe der Jahrzehnt nachhaltig verändert worden. „Es wurden tausende Arbeitsplätze geschaffen, die Industrialisierung hielt Einzug, und es wurde Geschichte in der Herstellung von Chemiefasern geschrieben.“ Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten Textilfasern ihre Blütezeit gehabt, weil bei den Menschen ein gewaltiger Versorgungsbedarf bestanden habe.

„Mit der Ölkrise 1972 und herbei geleitet durch die Globalisierung der Märkte konnte Chemiefaser-Produkte in asiatischen Ländern kostengünstiger hergestellt werden“, sagte Wöllenweber. Diese Entwicklung habe tiefe Einschnitte gefordert.

„Mit dem ersten Industriepark in Deutschland ging man neue Wege und nutzte mit diesem Konzept die Chance, den Rückgang traditioneller Produkte geordnet zu gestalten und gelichzeitig neue Produktionszweige zu etablieren.“

Als „Initialzündungen“ für die Vereinsgründung nannte der Vorsitzende zunächst den Brief seines langjährigen Kollegen Hanns Back, den der ihm am 7. September 2009 geschrieben hatte. „Schließlich hat dieses Unternehmen auch in sozialer Hinsicht viel für Oberbruch getan. Dies sollte nicht im Schlund der Vergangenheit verschwinden“, hatte Back geschrieben.

Kurz zuvor hatte Kollege Frank Obernitz Wöllenweber den Entwurf einer Gründungsurkunde für einen Förderverein zusammen mit einem Startkapital in Höhe von 1200 Euro übergeben.

In ersten Planungsgesprächen sei die Idee entstanden, den Verein gemeinsam mit dem Ortsring Oberbruch aufzubauen, „um die Nachhaltigkeit zu sichern“, so Wöllenweber. So sind jetzt mit dessen Vorsitzendem Josef Füßer sowie mit Helmut Frenken und Jens Prigge drei Vertreter des Ortsrings Mitglieder des Vereinsvorstands. „Ich kann sagen, dass wir von Anfang an eine sehr gute Zusammenarbeit entwickelt haben“, erklärte Wöllenweber.

Jetzt wolle man zunächst weiter Mitglieder werben sowie ehemalige Mitarbeitetr für ein Engagement im Verein gewinnen. „Dabei geht es in erster Linie darum, historische Dokumente, Fotos und Requisiten zu sichten, zu dokumentieren und letztlich auszustellen“, so der Vorsitzende.

Wer sich dem Förderverein anmelden möchte, erhält weitere Informationen bei Sigrid Derichs, Telefon 02452/152302, oder per E-Mail: sigrid.derichs@alliander.com.

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