In Waldenrath tuckert und knattert es wieder

Von: Anna Petra Thomas
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Viel zu sehen in Waldenrath: Beim Traktor- und Oldtimertreffen des Heimatvereins Waldenrath kommen die Fans alter Landmaschinen voll auf ihre Kosten. Foto: Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Waldenrath. Wenn es wieder tuckert und rattert in Waldenrath, knatternde Motoren dunkle Wolken in die Luft pusten, dann treffen sich die Fans alter Maschinen für drei Tage auf den kurz gemähten Wiesen am Rande des kleinen Ortes. Bereits zum siebten Mal hatte der Heimatverein Waldenrath zu seinem Traktor- und Oldtimertreffen eingeladen, das im Wechsel mit dem Adventsbacken alle zwei Jahre stattfindet.

Dieses Mal wurde es jedoch um eine Woche vorverlegt, weil es bisher immer mit einem historischen Festival im niederländischen Panningen kollidierte.

Heinz-Josef König und sein Sohn Stefan hatten als Köpfe des Teams zahlreicher ehrenamtlicher Helfer auch dieses Mal wieder alles im Griff bei einer Teilnehmerzahl, die sich sehen lassen konnte: Mehr als 100 Camper waren am Wochenende dabei, die meisten davon stilecht, zumindest im selbst zum Wohnwagen umgebauten Bauwagen. Mehr als 130 Traktoren, mit der Patina der Feldarbeit vergangener Jahrzehnte oder frisch restauriert, lackiert und zu Hochglanz aufpoliert, dazu alte Lkw, Unimogs, Motorräder oder einfach nur alte Motoren fanden jede Menge Bewunderer.

Die Teilnahme war bis auf einen kleinen Obolus für Strom und Wasser kostenfrei, und Eintrittsgeld wurde auch nicht erhoben. Und auch alle, die mit ihren historischen Gefährten ohne Anmeldung ganz spontan nach Waldenrath gekommen waren, fanden noch einen Platz auf einer Wiese, wo sie ihr Schätzchen bestaunen lassen konnten. Alle wurden für ihre Teilnahme mit einer liebevoll gestalteten Urkunde und einem Aufkleber belohnt.

Schon zum sechsten Mal auf ihrem Stammplatz dabei waren Walter und Elfi Schales aus Bergheim mit ihrem alten, aber immer noch silbern in der Sonne glänzenden und futuristisch anmutenden, amerikanischen Wohnwagen. 1949 wurde er gebaut, kam wohl irgendwie per Schiff in die Niederlande, wo ihn Walter Schales dann in ziemlich verrottetem Zustand auf einem Feld entdeckte, wie er erzählte. Liebevoll haben die beiden ihn von außen aufpoliert und auch von innen wieder fit gemacht. Sogar die ursprünglich eingebaute Heizung funktioniert noch. Gezogen wird er von einem leuchtend roten International Harvester KB3 Pick-up.

„Weil die Menschen hier so lieb sind“, antwortet Elfi Schales spontan auf die Frage, was sie immer wieder zum Treffen nach Waldenrath treibt. Über die Veranstaltung hinaus hätten sich ja auch private Kontakte ergeben. „Und dann geht es ja auch noch um die Spiegeleier“, schmunzelt sie. Mehr als 1000 davon hat der Heimatverein auch dieses Mal wieder an den Abenden gebraten, wenn auf dem großen Festplatz der gemütliche Teil für die Teilnehmer begann. Am Samstagabend spielte mit BSF eine Liveband auf, die mit einem breiten Repertoire von Polka bis Rock das Publikum beeindruckte.

Ebenfalls fest zum Stamm der Teilnehmer zählt aber auch Franz Orths, der in Waldenrath lebt und beim Treffen viel über seine Sammlung alter Motorräder zu erzählen hatte, oder Heinz-Jürgen Haderup aus Millich mit seinen alten Motoren – oder Universalantrieben, wie es richtig heißt. Aus den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammen seine Sammelobjekte, die zum Beispiel in Dreschmaschinen oder für die Förderung von Wasser gebraucht worden seien, wie er erklärt.

„Der Dieselmotor ist zuverlässiger als der Benzinmotor, dafür braucht es mehr Kraft, um ihn zu starten“, betont er den Unterschied. „Ich bin halt ein Technik-Freak“, erklärt er seine Leidenschaft. „Das hier ist reinste Physik. Hier ist keine Elektronik drin, keine Schraube dran, die nicht dran sein müsste“, betont Haderup und startet mit Hilfe einer Lunte und des Schwungrads den Dieselmotor. „Ich bin immer wieder überrascht, wie leise es auf dem Feld ist, wenn ich sie ausmache“, muss er seinen Besuchern dann schmunzelnd fast ins Ohr schreien.

Und so tuckert und knattert es sehr zur Freude großer und auch ganz kleiner Bewunderer der alten Technik weiter auf den Walden- rather Feldern.

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