In der City geht‘s jetzt kostenlos ins Internet

Von: Anna Petra Thomas
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Sogar Informationen über Wassenberg auf Chinesisch sind mit dem neuen Internet-Angebot möglich. Bürgermeister Manfred Winkens (kl. Foto li.) und Tim Gülicher sehen viele Vorteile. Foto: anna/stock-people

Wassenberg. Bei diesem Geschenk steht Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens die Freude ganz deutlich ins Gesicht geschrieben: Die Stadt kann ihren Bürgern und Besuchern im Stadtzentrum ab sofort einen kostenfreien Zugang zum Internet bieten: an Rosstor und Bergfried, in und um die Begegnungsstätte am Pontorsonplatz sowie im Empfangsbereich des Rathauses.

Der kosten- und werbefreie Internetzugang ist in seinem Volumen nicht begrenzt und kann beliebig oft genutzt werden.

Eher eine Kleinigkeit

Möglich gemacht hat dies für die Stadt Tim Gülicher, der mit seiner Familie in Ophoven lebt. Projekte wie das jetzt für Wassenberg realisierte sind für ihn beruflich gesehen eher eine Kleinigkeit, macht er doch ansonsten den freien Zugang zum Internet im eher größeren Stil möglich. Gülicher gehört zur Geschäftsführung von The Cloud Networks Germany GmbH mit Sitz in München. Nicht nur dort, sondern beispielsweise auch in London oder in Berlin ist dieses Unternehmen nach eigenen Angaben als europäischer Marktführer für sogenanntes Public-WiFi zuständig. Derzeit zählen dazu rund 45.000 Zugangspunkte in mehr als 30 Ländern.

„Das ist schon grandios!“, staunte Winkens bei der Präsentation des neuen Projekts von Gülicher im Wassenberger Rathaus. „Wir haben einfach das Riesenglück, dass jemand wie Herr Gülicher hier im Stadtgebiet wohnt.“ Und nicht nur das. Der Spender selbst hat bei der Installation der notwendigen Hardware im Wert von rund 6500 Euro sogar selbst mit Hand angelegt. Zudem übernimmt sein Unternehmen die laufenden Kosten in Höhe von 200 bis 300 Euro pro Monat.

Wie in Berlin oder München können auch die Bürger und Besucher von Wassenberg rund um die Uhr eine Hotline erreichen, die ihnen bei Bedarf sogar in unterschiedlichen Sprachen bei Problemen weiterhilft. Und sie profitieren von etwas, das Gülicher „Datenethik“ nennt. Persönliche Daten werden bei der Nutzung gar nicht erst erhoben. Die Ethik sei nicht nur geprägt von den strengen Regeln des Telekommunikationsgesetzes. „Nein, vielmehr von unserem Selbstverständnis, mit dem hohen Gut persönlicher Daten tagtäglich umzugehen“, so Gülicher. Mit dem Wissen, dass die Server von The Cloud in Deutschland stehen würden, zähle er Unternehmen mit großen Namen zu seinen Kunden.

Um Informationen über die Stadt abzurufen, muss der Nutzer zudem gar nicht erst online gehen. Er erhält sie direkt über die Registrierungsseite, die im Design der Stadt erstellt wurde und über alle aktuellen Freizeitangebote in Wassenberg informiert. City-Informationen, Freizeitangebote, Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten lauten die Stichworte.

In der Sprache passt sich diese Begrüßungsseite der vom Nutzer auf seiner Seite eingestellten Sprache an. Sogar auf Chinesisch oder Japanisch sind für Besucher die Informationen über Wassenberg automatisch verfügbar. „Total genial!“, staunte da der Bürgermeister und sprach vom verbesserten Entwicklungspotenzial seiner Stadt.

Weiter ausgebaut werden soll das Angebot des Wassenberger City-WiFi in Bezug auf touristisch wertvolle Sehenswürdigkeiten demnächst mit sogenannten QR-Codes, die der Besucher einfach mit seinem Handy scannen kann und dann Informationen erhält oder indem Wissenswertes mittels sogenannter IBeacons quasi im Vorbeigehen direkt auf seinem mobilen Gerät angezeigt wird. Nach einer Stunde wird die Leitung getrennt, kann aber erneut kostenfrei aktiviert werden.

Baustein für modernes Leben

Was ihn dazu bewogen hat, seiner Heimatstadt diesen Baustein für ein modernes Leben in der Stadt zu schenken, erklärte Gülicher bei der Präsentation auch. Er sehe sein Engagement ganz einfach als Nachbarschaftshilfe, die er selbst in den vergangenen Jahren vielfach erfahren habe, sagte er offiziell und berichtete dann von seinem ersten Erlebnis nach dem Umzug aufs Land nach Ophoven. Mit einer kleinen Motorsäge sei er dabei gewesen, Bäume mühsam von seinem neuen Grundstück zu entfernen. „Da stand plötzlich ein Nachbar mit seinem Traktor in meinem Garten und bot mir damit seine Hilfe an“, erinnert er sich.

In den Jahren zuvor sei er elf Mal umgezogen. Dann habe er ein Haus in seiner Geburtsstadt Mönchengladbach gekauft, in dem sich seine junge Familie jedoch gar nicht wohl gefühlt habe. Auf der Suche nach einem schönen, alten Haus sei er dann über eine Suche im Internet in Ophoven gelandet. Und hier fühlt er sich jetzt mit seiner Familie richtig wohl, wie er sagt, seit fünf Jahren schon. Winkens versprach ihm als Dankeschön eine ausgiebige Stadtführung mit Sepp Becker, dem Vorsitzenden des Heimatvereins.

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