Immerather Mühle: Vom Lichthof bis zum Tagebaudenkmal

Von: Helmut Wichlatz
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Da schau her: Die Gießener Studenten und ihr Professor stellten im Kaisersaal in Immerath (neu) ihre zu Papier gebrachten Visionen vor. Foto: Helmut Wichlatz (5)/Stefan Klassen
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Ideen, Anregungen, Visionen: Gießener Architekturstudenten haben sich Gedanken über die Immerather Mühle gemacht. Foto: Helmut Wichlatz (5)/Stefan Klassen
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Ungewisses Schicksal: Noch nicht klar, was mit der alten Immerather Mühle geschehen wird. Foto: Helmut Wichlatz (5)/Stefan Klassen
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Ideen, Anregungen, Visionen: Gießener Architekturstudenten haben sich Gedanken über die Immerather Mühle gemacht. Foto: Helmut Wichlatz (5)/Stefan Klassen
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Ideen, Anregungen, Visionen: Gießener Architekturstudenten haben sich Gedanken über die Immerather Mühle gemacht. Foto: Helmut Wichlatz (5)/Stefan Klassen

Erkelenz-Immerath. Für reichlich Gesprächsstoff haben die 14 Entwürfe der Gießener Architekturstudenten gesorgt, die im Kaisersaal vorgestellt wurden. Von einer „Mühle“ im klassischen Sinne war nicht mehr viel zu erkennen. Und die Immerather Mühle sollte ja als Identifikationssymbol für den Ort und seine Menschen am neuen Immerather Ortseingang stehen.

Ein solches Alleinstellungsmerkmal des Ortes forderte auch Gisela Berger in ihrer Ansprache. Die Vorsitzende des Immerather Bürgerbeirates erinnerte an die Ideen, die es schon um die neue Immerather Mühle gab. Eine Senfmühle sollte dort entstehen, ein Heimatmuseum und ein Ort der Erinnerung waren im Gespräch.

Bislang blieb es aber bei Ideen, denn ein privater Investor ist derzeit ebenso wenig in Sicht wie ein tragfähiges Nutzungskonzept. Unklar ist ebenfalls, ob und in welcher Form die alte Immerather Mühle an ihrem Standort stehen bleibt, denn durch den geänderten Braunkohleplan ist die Förderkante noch nicht festgelegt. Trotzdem sei die Ausstellung, zu der der Bürgerbeirat eingeladen hatte, wichtig. Denn das Thema müsse im öffentlichen Bewusstsein präsent bleiben.

„Nicht alltägliche Aufgabe“

Die vorgestellten 14 Arbeiten seien Denkanstöße und Ideen für eine sinnvolle und nachhaltige Nutzung. Darüber hinaus seien die Studenten von ihrem Professor für die Bachelorarbeit mit einer „sicherlich nicht alltäglichen Aufgabe“ betraut worden. Ein Vorteil sei, dass die Studenten „völlig unbelastet“ von der Umsiedlung und Ortsgeschichte ans Werk gegangen seien.

Professor Peter Jahnen von der FH Gießen hob die Wahrzeichenfunktion des Gebäudes für Immerath hervor. Dafür müsse ein „fernwirksames Gebäude“ mit Alleinstellungscharakter geschaffen werden. Die Arbeiten der Studenten seien dieser visionären und zugleich emotionalen Aufgabe gerecht geworden.

Zu sehen waren Entwürfe, die mit einer Mühle auf den ersten und zweiten Blick nur wenig zu tun hatten. Da waren Lichthöfe und aufeinander gestapelte Mühlsteine, künstlerisch gestaltete Wohntürme und haufenweise Ideen für eine auch kommerzielle Nutzung. Auch sollte eine Erinnerungsstätte entstehen, in der Hinterlassenschaften des Altortes als Interieur dienen sollten. Oder ein Informationszentrum für Energie.

Ein Student wollte gar neben dem Ort Immerath auch dem Tagebau ein Denkmal setzen. Ricardo De Oliviera Albuquerque hatte einen spiralförmigen Turm entworfen, der als Aussichtsplattform und für die Gastronomie genutzt werden sollte. Sein Kommilitone Christian Roth hatte eine Tagungsstätte mit Lichthof entworfen, ebenfalls mit großer Außenwirkung. „Die Mühle kann nicht erhalten werden, aber ihre Funktion als Wahrzeichen“, betonte Roth bei seiner Präsentation des Entwurfs.

Ob das den Immerathern alles so schmeckte, mag bezweifelt werden. Ihre Mühle – bestehend aus einer halben Million Ziegelsteinen und rund 20 Meter hoch – fanden sie in den interessanten Entwürfen nicht wieder. Dies sei nicht schlimm, betonte Professor Jahnen. Denn man sei an dieser Stelle schon einen Schritt weiter, wenn alle Entwürfe abgelehnt würden. Hauptsache, es werde diskutiert und das Thema im Bewusstsein gehalten.

Inspirierend waren die Ideen auf jeden Fall.

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