Heinsberg-Eschweiler - Imkerverein eröffnet Saison: Gäste kommen selbst aus Luxemburg

Imkerverein eröffnet Saison: Gäste kommen selbst aus Luxemburg

Von: Katharina Hensel
Letzte Aktualisierung:
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80 Bieneninteressierte kamen am Informationstag des Heinsberger Imkervereins zum Teil sogar aus Luxemburg zur Bienenwiese von Tanja und Stefan Drachenberg in Eschweiler. Foto: Katharina Hensel
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Dr. Gerhard Liebig hielt am Informationstag des Imkervereins Heinsberg einen Vortrag über „Völkerführung im Frühjahr“.

Heinsberg-Eschweiler. Schon früh erschienen die ersten Autos an der „alten Schule“ in Eschweiler. Langsam wurde es eng auf dem Parkplatz. Autokennzeichen aus Luxemburg, aus den Niederlanden, sowie unter anderem aus Düsseldorf, Köln, Viersen – um nur einige zu nennen – waren zu sehen.

Denn schließlich wollte sich kein Bieneninteressierter den ersten Termin im neuen Jahr des Imkervereins Heinsberg entgehen lassen. Es gibt immerhin wichtige und inte-ressante Tipps für erfahrene Imker und Bienenneulinge. Die rund 80 Besucher warteten gespannt auf den Vortrag von Dr. Gerhard Liebig über die „Völkerführung im Frühjahr“.

40 Jahre Erfahrung

Dr. Gerhard Liebig ist ein ganz besonderer Bienenwissenschaftler, wie Stefan Drachenberg, Gastgeber der Infoveranstaltung, erklärte: „Dr. Gerhard Liebig blickt auf eine 40-jährige Tätigkeit als Bienenwissenschaftler zurück. Seine Daten hat er persönlich an den von ihm betreuten Bienenvölkern erhoben. Aussagen und Trends aus der Imkerschaft in Deutschland wurden stets überprüft und wissenschaftlich bewertet. Deswegen kann er die Bienendynamik auch begreifbar erklären“. Für Dr. Gerhard Liebig und den Imkerverein Heinsberg ist es besonders wichtig, klarzustellen, dass die moderne Landwirtschaft und die ortsansässigen Imkereien keine unterschiedlichen Interessen verfolgen. Beide mit und in der Natur arbeitenden Parteien seien Partner auf Augenhöhe.

Der Kreis Heinsberg sei für Bienen ein wahres Paradies. Bienenhaltung und Honigernte seien für jeden in der vorgefundenen Natur möglich, wenn er sich den Anforderungen einer modernen Imkerei und Landwirtschaft stelle und weiterbilde. Da die Weiterbildung so wichtig ist, ist der Imkerverein Heinsberg besonders froh über die Resonanz der Besucher. Ein weiterer und wichtiger Punkt für die Heinsberger Imker sei, dass es in Heinsberg kein bedrohliches Bienensterben gebe.

Nach drei Stunden Theorie ging es dann auf die Bienenwiese der Gastgeber Stefan und Tanja Drachenberg zur Bienenstandbegehung. Bevor die Besucher das Gelernte in die Tat umsetzen konnten, gab es erst einmal ein Päuschen mit Verpflegung durch die Gastgeber. Als sich dann gestärkt alle um die Bienenstöcke versammelt hatten, kamen auch schon die ersten amüsanten Sprüche von Doktor Liebig: „Ach und wenn man mal gestochen wird: bis 20 zählen, wenn man ruhig ist – bis 30, wenn man unruhig ist – und schon ist der Schmerz vorbei. Das ist doch auszuhalten!“ Stechen lassen musste er sich tatsächlich ein paar Mal von den Bienen, als er in ihr Revier eintrat. Zusammen in der großen Gruppe wurden die einzelnen Kästen auseinander genommen. Unter lautem Bienensummen wurde dann gemeinsam erkundet, wie stark die einzelnen Völker den Winter überstanden haben und ob sie schon in Schwarmstimmung sind.

Denn das wichtigste in dieser Jahreszeit ist die Schwarmverhinderung: „In den kommenden zehn Wochen ist der heimische Imker damit beschäftigt, das natürliche Schwärmen der Bienenvölker zu verhindern. Ein ausziehender Bienenschwarm schmälert die bevorstehende Ernte des Frühjahrshonigs und ist zum Tode verurteilt, da er durch die Parasiten Varroamilbe und generell in unserer Kulturlandschaft nicht mehr überlebensfähig wäre. Der Imker hat jetzt die Aufgabe, die Königinnenzelle – in der die neue Königin erzeugt wird – zu suchen und zu zerstören“, erklärte Stefan Drachenberg. „Die Königinnenzelle hat eine Zapfenform, in der befindet sich das Ei. Die anderen Bienen bringen zu dieser Zelle das Gelee Royale, das nur Königinnen bekommen“, erklärte Tanja Drachenberg weiter. Dadurch, dass diese Königinnen entfernt werden, wird das natürliche Schwarmverhalten zur Völkervermehrung verhindert und die Bienen bleiben in ihren Kisten und bei ihrem Imker.

Damit die Bienenvölker aber trotzdem neue Königinnen bekommen, werden diese kontrolliert erzeugt. Wie das funktioniert und worauf man als Imker achten muss, dafür veranstaltet der Imkerverein am Donnerstag, 1.Mai, den nächsten Informationstag und lädt alle Interessierten, ob Könner oder Anfänger, herzlich dazu ein.

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