Heinsberg-Oberbruch - Im Dunkeln den Vorteil genutzt

Im Dunkeln den Vorteil genutzt

Von: Johannes Bindels
Letzte Aktualisierung:

Heinsberg-Oberbruch. Kriminalromane und Kriminalgeschichten sind beim Publikum beliebt. In der Festhalle Oberbruch konnte das Publikum mit „Warte, bis es dunkel ist“ einem solchen Stück folgen, aufgeführt vom Münchner Tournee Theater mit Susanne Uhlen in der Rolle der blinden Susy Hendrix.

Die Kriminalgeschichte ist schnell erzählt. Susy Hendrix ist die erblindete Frau des Fotografen Sam Hendrix (Josef Baum). Dieser hat bei seiner Rückkehr von einer Auslandsreise von einer fremden Frau unter einem Vorwand eine Puppe erhalten. Die Fremde will die Puppe später bei der Wohnadresse des Fotografen abholen. Hinter dieser Puppe sind jedoch die Gangster Mike (Pascal Breuer), Carlino (Torsten Münchow) und der Psychopath Harry Roat (Sebastian Goder) her. Die fremde Frau wird ermordet, bevor sie die Puppe wieder erhalten kann.

Die Puppe bleibt verschwunden. Die Gangster suchen sie in der Wohnung der Hendrix und versuchen, durch ein Verwirrspiel Susy zur Herausgabe zu bringen. Trotz ihrer Angst erkennt Susy im Laufe der Handlung, dass die Männer nicht jene sind, für die sie sich ausgeben. Mit Hilfe der Nachbars-tochter Gloria (Nina Himmelreich), die die Puppe an sich genommen hat, bereitet Susy das sich zuspitzende Ende vor.

Sie dunkelt die Wohnung komplett ab und hat somit als Blinde einen Vorteil. Roat hat mittlerweile seine Kumpanen ermordet, die Puppe mit den darin versteckten Diamanten an sich genommen, und er will Susy als letzte Zeugin seiner Taten ebenfalls töten. Es entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod. Die Dramaturgie folgte in „Warte, bis es dunkel ist“ genau dem Spannungsaufbau, von dem Edgar Ellen Poe für das Schreiben von Krimis festlegte: „. . . das Werk (muss) Schritt für Schritt mit der Präzision und der absoluten Konsequenz einer mathematischen Aufgabe seiner Vollendung zuschreiten.“

Dies haben die agierenden Schauspieler in guter Tradition und gekonnter Art und Weise befolgt. So gelang ihnen eine erfolgreiche Darbietung eines nicht ganz einfachen Ablaufs, bei dem das Bühnenbild mit seinen Kompromissen manches Mal den Mimen alle Schauspielkunst abringen musste, damit der Funke der Spannung auf das Publikum überspringen konnte.

Dass diesen Profis, die alle aus populären TV-Stücken oder Filmen bekannt sind (Pascal Breuer aus „Die Küstenwache“, Torsten Münchow aus „Tatort“ und „Lindenstraße“, Josef Baum aus „Forsthaus Falkenau“, Sebastian Goder aus „Der Film Deines Lebens“ und die junge, überzeugende und mit Preisen ausgezeichnete Nina Himmelreich), dies gelang, bezeugten der Szenenapplaus und der lang anhaltende Beifall am Ende des Abends. Susanne Uhlen, die unter dem Pseudonym Susanne Kieling auch gleichzeitig die Regie zum Stück führte, gelang überzeugend der schwierige Part der blinden Susy.

Dass sie erfolgreich blieb, hoffte das Publikum. Und so bekam der größte Schuft im Stück am Ende „seinen verdienten Lohn“ – wenn auch erst in der letzten Minute. Und so trat ein, was Ziel aller Beteiligten war und von dem Hitchcock einmal sagte: „Verbrechen mögen sich vielleicht nicht lohnen, aber unterhalten tun sie bestimmt.“ Er hat wohl auch an diesem Abend recht behalten.

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