Ideen zur Unterbringung von Flüchtlingen waren konstruktiv

Von: Monika Baltes
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Waches Publikum: Gerd Pint (Fachbereichsleiter Stadt Wegberg), Michael Stock (BM Wegberg), Wilhelm Steitz (stv. Kölner Regierungspräsident) informierten über den Stand der Dinge bei der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) nahe Petersholz. Foto: mb

Wegberg-Arsbeck. Stuhlreihen, Fensterbänke und Treppenstufen im Forum der Grundschule Arsbeck waren dicht besetzt. Mehr als 200 interessierte Zuhörer waren der Einladung des stellvertretenden Kölner Regierungspräsidenten Wilhelm Steitz und des Wegberger Bürgermeisters Michael Stock gefolgt.

Sie alle kamen, um Informationen über Sachstand und Planungen zur Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge (ZUE) nahe Petersholz zu erhalten.

Auf dem Gelände der ehemaligen Britischen Wohnsiedlung bei Petersholz sollen unter Leitung und Betreuung eines freien Trägers 500 Plätze entstehen, die bei Bedarf vorübergehend auf 800 Plätze erhöht werden könnten. Ab 1. September soll der vorläufige Betrieb mit 50 bis 80 Flüchtlingen aufgenommen werden.

Gute Vorschläge

Schnell entwickelte sich die Informationsveranstaltung zu einer Art Workshop. Anregungen, Ideen und Vorschläge nahm Wilhelm Steitz gerne entgegen. „Wir sind offen, wir wollen das hier und jetzt besprechen“, hatte er am Anfang der Veranstaltung gesagt und hielt Wort. Um Zugänge zum Gelände ging es, Buslinienfrequenzen wurden diskutiert, Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer in den Fokus genommen. Für die weiteren Planungen nahm er gute Vorschläge mit.

Ein direkter Busverkehr in oder über das Gelände erscheint statt der bisher angedachten Lösung mit einem Weg unter dem Gleis bis zur nächsten – selten angefahrenen – Bushaltestelle sinnvoll. Die derzeit laufenden Planungen, den ÖPNV im Kreis Heinsberg umzustrukturieren, könnten die Planungen eines regelmäßigen Pendelverkehrs auf dem Gelände einbeziehen. Die Straße „In Petersholz“ muss entweder von erheblichem Fußgänger- und Fahrradverkehr verschont oder baulich angepasst werden.

„Gemeinsam, konstruktiv, ergebnisorientiert“, zog Wilhelm Steitz erfreut Bilanz des Dialoges mit dem Publikum, ehe er das Wort an Magnus Memmeler von der Johanniter-Unfall-Hilfe übergab.

Die Johanniter werden den vorläufigen Betrieb der ZUE ab 1. September in zwei Reihenhauskomplexen auf dem Gelände betreuen. „Elf Mitarbeiter werden den vorläufigen Betrieb problemlos umsetzen, die Zentralverpflegung erfolgt auf Großküchenniveau als gehobener Mensabetrieb.“ Die psychologische Erstbetreuung der traumatisiert ankommenden Flüchtlinge sowie die ärztliche Versorgung werde sichergestellt. „Das Risiko einer Ansteckung ist in jeder Bahn oder hier im Raum ist größer“, trat Wilhelm Steitz Befürchtungen vor gesundheitlichen Risiken durch Flüchtlinge entgegen.

Auf umfangreiche Erfahrungen konnte Magnus Memmeler zurückgreifen, der den Zuhörern Zahlen an die Hand gab: „17 Nationen, Altersschnitt knapp 40 – das ist der Durchschnitt.“ In den Einrichtungen spiele Gewalt keine Rolle, denn „diese Menschen sind vor Gewalt geflohen“. Etwa 35 Euro pro Tag und Person sind erforderlich, um die Flüchtlinge in einer Ersteinrichtung zu versorgen. Die Verweildauer in einer ZUE beträgt sechs bis zwölf Wochen, dann erfolgt die Zuweisung an die Kommunen.

Am 1. September geht die ZUE an den Start. „Ich habe es der Stadt Wegberg versprochen“, erläuterte Wilhelm Steitz auf Nachfrage und fügte hinzu: „Und ich möchte meine Glaubwürdigkeit gerne behalten.“

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