Ideen für den Tagebau: Gemeinden wollen sich verbünden

Von: Helmut Wichlatz
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Das Duisburger Planungsbüro plan-b beschrieb eine Reihe von Ideen, die von der Seilbahn über den Restsee bis hin zum grünen Fahrradschnellweg rund um das Loch oder einer Vernetzung mit anderen Seen reichten. Ein Grüngürtel um das Loch hätte auch eine Schutzfunktion für die Orte, die direkt am Rand des Loches liegen werden. Animation: plan-b
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Es sei ein sehr guter Zeitpunkt, die Planungen in Bewegung zu setzen, erklärte Reimar Molitor vom Verband Region Köln/Bonn, der den Planungsprozess moderiert. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Die Garzweiler Tagebaurandkommunen Jüchen, Titz, Erkelenz und die Stadt Mönchengladbach streben die Gründung eines Zweckverbandes als zukünftige Organisationsform an. Das ist ein Ergebnis einer gemeinsamen Informationsveranstaltung der kommunalen Fachausschüsse der Tagebaurandgemeinden, zu der die Bürgermeister in den Räumen der Erkelenzer Sparkasse eingeladen hatten.

Seit zwei Jahren arbeiten die Kommunen bereits in einem Informellen Planungsverband zusammen, um ihrer Stimme in Sachen Tagebau ein stärkeres Gewicht zu verleihen.

Die Gründung eines Zweckverbandes würde die rechtlichen Rahmenbedingungen für die zukünftige Zusammenarbeit der vier Kommunen schaffen und die Handlungsfähigkeit sicherstellen. In einem nächsten Schritt sollen in den vier Räten jeweils die politischen Beschlüsse zur Vorbereitung der neuen Organisationsform gefasst werden.

„Für dieses Vorhaben gab es keine Blaupause“, betonte der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen am Rande der Präsentation des ersten „Drehbuches“, das im Rahmen eines einwöchigen Workshops auf dem Rittergut Wildenrath erstellt wurde. Vier Planungsteams hatten sich dabei gemeinsam Gedanken gemacht und erste Ideen zusammengetragen. „Das war ein hochspannender Prozess“, erklärte Frantzen. Das Ergebnis sei eine gute Planungsgrundlage für den Interessenverband. Dieser sei mehr als „vier Kommunen, die sich ein Restloch teilen“.

Der Mönchengladbacher Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners sprach von Investitionen „im Milliardenbereich“. Schon der informelle Planungsverband sei auf Bezirksregierungs- und Landesebene ernst genommen worden, erklärte der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen. Durch die Schaffung einer juristisch tragfähigen Organisationsform werden nach Ansicht der Bürgermeister im Rheinischen Revier die Karten neu gemischt. Denn erstmals würde nicht mehr nur reagiert, sondern agiert.

„Mit dem heutigen Tag wendet sich das Blatt. Die Tagebaurandgemeinden wechseln von der reagierenden in die aktive Rolle, indem sie handeln und planen. Es ist ein sehr guter Zeitpunkt, die Planungen in Bewegung zu setzen“, erklärte auch Dr. Reimar Molitor vom Verband Region Köln/Bonn, der den Planungsprozess moderiert. Das Land unterstützt den Planungsprozess anteilig mit Fördermitteln in Höhe von 100.000 Euro. Die übrigen Gelder werden sowohl von den beteiligten Kommunen als auch von RWE-Power beigesteuert. Das Unternehmen ist ebenso im Planungsprozess eingebunden.

„Bei allen Belastungen und auch berechtigten politischen Diskussionen zur Energiepolitik gilt es nun, nach vorne zu schauen“, sagte Jansen. „Das vorliegende Drehbuch zeigt viele Möglichkeiten und Ideen auf und muss nun von den zuständigen Gremien und den Verwaltungsspitzen konkretisiert werden.“

Was sieht das „Drehbuch“ vor? Die Antworten gab Christian Jürgensmann vom Duisburger Planungsbüro plan-b. Er beschrieb eine Reihe von Ideen, die von der Seilbahn über den Restsee oder schwimmenden Inseln bis hin zum grünen Fahrradschnellweg rund um das Loch oder einer Vernetzung mit anderen Seen in der Gegend reichten. Ein Grüngürtel um das Loch hätte auch eine Schutzfunktion für Orte wie Holzweiler, Venrath oder Kaulhausen, die direkt am Rand des Loches liegen werden. Jürgensmann betonte, dass es sich nicht um ein ausgearbeitetes Konzept handele. Vielmehr seien es Ideenskizzen, die die Grundlage bilden für eine Reihe von Maßnahmen, die ihre Gültigkeit bis 2080 und darüber hinaus haben werden. Im nächsten Schritt soll der Zweckverband bis zum Frühjahr in den vier Kommunen beschlossen und somit auf den Weg gebracht werden.

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