Hungriger Holzbock naschte an der Krippe

Von: Dettmar Fischer
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In der Pfarrkirche St. Hubertus Kirchhoven hat das Krippenbauteam eine sehr schöne, neue Krippe gestaltet. Der Krippenstall wurde in Lehmbauweise errichtet. Foto: defi

Heinsberg-Kirchhoven. Dem Holzbock ist es zu „verdanken“, dass Kirchhoven eine wunderschöne neue Krippe hat. Der Dank geht in erster Linie aber nicht an den gefräßigen Schädling, der den alten Krippenstall, der seit Ende der 90er Jahre in der Advents- und Weihnachtszeit in der Kirchhovener Pfarrkirche aufgebaut wurde, vertilgte, sondern der Dank, auch von Pfarrer Arnold Houf, geht in erster Linie an das Krippenbauteam.

Neun Mitglieder zählt das Team, zu dem sechs Rentner und drei Nachwuchskrippenbauer gehören. Gemeinsam haben sie ehrenamtlich 180 Stunden an der neuen Fachwerkkrippe gearbeitet. Sie ist ein echtes Schmuckstück geworden. Der Krippenstall ist in traditioneller Lehmbauweise errichtet worden. Altes Gebälk, vorsorglich holzbockbehandelt, wurde verwendet. Und selbst die schönen alten Dachziegel wurden mit Strohpuppen abgedichtet, wie es einst handwerklicher Brauch war.

Bernd Lentzen war der „Lehmbauer“ im Team und musste sich die traditionelle Handwerkstechnik erst noch aneignen. Wie hat das geklappt? Lentzen lacht: „Jahrzehntelange Erfahrung im Karnevalswagenbau war da sehr hilfreich.“ Nicht nur der Stall mit Maria und Josef und dem Jesuskind in der Krippe und mit Ochs und Esel, die für ein bisschen Wärme in der kalten Nacht sorgen, ist ein stimmungsvoller Hingucker geworden. Auch die Landschaftsszene, die die Erbauer nach dem Krippenmeter entworfen haben, ist liebevoll bis hin zum plätschernden Brunnen lebendig inszeniert.

Maßstabgebend für den Krippenmeter ist die Größe der Krippenfiguren. Nach ihr richtet der ambitionierte Krippenbauer alle Details seines Werkes aus. Bis hin zu den Zaunlatten wurden alle Details der neuen Krippe nach dem Krippenmeter ausgerichtet. So entsteht ein natürlicher Eindruck, der es dem Betrachter ermöglicht, mit den Augen und Gedanken in diese Weihnachtsszene einzutauchen. Hans Cüppers: „Im Vorfeld haben wir wie ein Architekt einen genauen Plan der neuen Krippe angefertigt.“

Das Wissen um den Krippenbau hatten zwei Mitglieder des Teams bei Seminaren an der Krippenbauschule in Rurdorf vertieft. Und bei gemeinsamen Besuchen der großen Krippenausstellung in Waldbreitbach im Westerwald konnten Anregungen für das eigene Projekt gewonnen werden. Der Krippenbau in der Pfarrkirche St. Hubertus hat eine lange Tradition, die auf den Küster und Organisten Georg Lettau zurückgeht. Vor mehr als 50 Jahren bewerkstelligte er den Krippenbau zunächst noch alleine, bevor sich ein Team Ehrenamtlicher dieser Aufgabe annahm.

Pfarrer Johannes Winker, der den Krippenbau sehr schätzte, schaffte vor etwa 40 Jahren die Krippenfiguren an, die noch heute ihren Dienst tun. Jedes Jahr wieder werden sie liebevoll hergerichtet, bis zum Bügeln der Gewänder. Das Richtfest der neuen Kirchhovener Krippe ist bereits gefeiert worden, nun kann sie besichtigt werden – und zwar bis Mariä Lichtmeß (2. Februar 2015) täglich bis 17 Uhr außer mittwochs.

Die Tradition des Krippenbaus, die auch in umliegenden Ortschaften noch sehr schön gepflegt wird, will das Kirchhovener Team, das glücklicherweise auch schon jüngere Mitglieder gewonnen hat, fortführen – nicht nur für die Kinder, sondern für alle, die ab und zu von Weihnachten träumen.

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