Hückelhovenerin wird Landesmeisterin der Floristen

Von: Helmut Wichlatz
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So sehen Sieger aus: Kristina Hommers in einem Blumenmeer in ihrem Geschäft an der Martin-Luther-Straße in Hückelhoven. Foto: Wichlatz

Hückelhoven. „Eigentlich kam es zeitlich blöd aus“, sagt Kristina Hommers und meint die diesjährige Landesmeisterschaft des Fachverbandes Deutscher Floristen (FDF). Deshalb hatte sie mit dem Gedanken gespielt, ihre Teilnahme auf Schloss Wickrath abzusagen. Gut, dass sie es nicht getan hat. Denn sonst wäre Kristina Hommers nicht Landesmeisterin geworden.

Als solche wird sie NRW im kommenden Jahr beim Bundeswettbewerb in Berlin vertreten. Die Floristik hat sie von der Pike auf gelernt, denn sie betreibt den Familienbetrieb „Blumen und Geschenke Tennesch“ an der Martin-Luther-Straße in dritter Generation. Dabei wollte sie beruflich zuerst einen ganz anderen Weg gehen.

Den eigenen Stil gefunden

„Ich wollte Innenarchitektur studieren und begann deshalb mit einem Praktikum bei einem Schreiner“, berichtet Hommers. Doch schnell war ihr klar, dass sie lieber die Familientradition fortsetzen wollte.

Mittlerweile habe sie ihren eigenen Stil gefunden, sagt Kristina Hommers. „Man kann oft sehen, wer einen Strauß gebunden hat“, weiß sie. Daher sei es reizvoll gewesen, sich mit anderen Floristen zu messen und sein Können unter Beweis zu stellen. Vor zehn Jahren hatte sie sich schon einmal für die Teilnahme auf Landesebene gemeldet und kurz vorher einen Rückzieher gemacht.

„Damals war ich schwanger und hatte ganz andere Sorgen als die Silberne Rose“, sagt sie rückblickend. Aus der damaligen Schwangerschaft ist ihr mittlerweile neunjähriger Sohn Fabio geworden. Auch er interessiert sich schon dafür, was man aus Blumen alles machen kann. „Vielleicht wächst da ja schon die vierte Generation heran“, sagt sie.

Obwohl Floristik eher ein klassischer Frauenberuf sei, waren bei den letzten Landesmeisterschaften oftmals die Männer erfolgreich. Vielleicht war auch das ein Ansporn, weshalb die 36-Jährige sich dann doch anmeldete und an die Vorbereitung ging. Denn die Kreationen werden natürlich zuerst auf Skizzenblöcken entworfen, bevor sie erstmals real Gestalt annehmen. „Da waren natürlich Überstunden für mich und meine Mitarbeiterin Sandra Scharner angesagt“, sagt die Floristin. Denn angetreten wurde in vier Kategorien.

Mit der „Tour de Floral“ wurde die diesjährige Tour de France thematisiert, wobei das Thema „Upcycling“ (Wiederverwertung) berücksichtigt werden musste. Das tat sie, indem sie hölzerne Kabelrollen als Gestell für ihre erste Pflanzarbeit übereinander stapelte. Die zweite Aufgabe bestand in einem fahrbereiten und trotzdem mit Blumen geschmückten Fahrrad.

Dabei wurde neben der Tour de France auch dem 150. Geburtstag des Pedalantriebs gedacht, den Pierre und Ernest Michaux 1867 bei der Weltausstellung erstmals der Öffentlichkeit vorstellten. Die dritte Aufgabe bestand in der Kreation eines würdigen Siegerstrauß mit Vase und Präsentationssäule. Die vierte Aufgabe hieß „Surprise!“ und wurde ihrem Namen gerecht.

Denn erst vor Ort erfuhren die Teilnehmer das Thema und bekamen die benötigten Materialien gestellt. Kristina Hommers und ihre Mitarbeiterin meisterten alle Aufgaben und konnten sich gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Teilnehmerzahl sinkt

Die Anzahl der Teilnehmer nimmt stetig ab. In diesem Jahr hatten sich nur fünf Betriebe aus ganz NRW für die Teilnahme gemeldet. Floristik scheint ein Berufsfeld zu sein, das bei Schulabgängern wenig beliebt oder bekannt ist. Im gesamten Kreis Heinsberg und im Raum Aachen legten in diesem Jahr nur sechs Azubis ihre Gesellenprüfung ab. Dementsprechend schwer sei es, Nachwuchs für den Beruf zu begeistern, betont die zweifache Mutter.

Dies liege wahrscheinlich an den Arbeitszeiten, denn Blumen kauft man auch gerne sonntags oder an dem Feiertag, für den man sie braucht. Sie selbst habe ihren Traumberuf gefunden, betont Hommers. Darauf, ihr Bundesland nächstes Jahr beim Finale in Berlin zu vertreten, freue sie sich sehr. Ob sie ihren Landesmeistertitel in zwei Jahren verteidigen werde, wisse sie hingegen noch nicht. Denn vielleicht passt es ja zeitlich wieder nicht so recht.

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