Hückelhovener Gymnasium rückt das Thema Frieden in den Fokus

Von: Johannes Bindels
Letzte Aktualisierung:
10658977.jpg
Ist Frieden machbar? Julia Marx und Maximilian Schotten beschäftigten sich am Hückelhovener Gymnasium mit dem Thema „Die neue Rechte“. Foto: Johannes Bindels
10657486.jpg
Fazit von Paul Giesen und Oliver Hanuschik: Weltfrieden ist offensichtlich nicht machbar. Foto: Johannes Bindels

Hückelhoven. Am Samstag und nur wenige Tage nach Schulbeginn präsentierte das Gymnasium Hückelhoven schon erste Ergebnisse im neuen Schuljahr. Begonnen hatte die Schule mit dem Projekt „Frieden ist machbar“. In jahrgangsübergreifenden Gruppen hatten diese die unterschiedlichsten Aspekte friedlichen Zusammenlebens in der Gesellschaft beleuchtet.

Die 46 Gruppen präsentierten mit Plakaten, Kunstgegenständen, mit Filmvorführungen oder mit gespielten Aufführungen der ihre Arbeitsergebnisse.

„Mit einem sanften Übergang wollten wir dieses Schuljahr beginnen“, erläuterte Schulleiter Arnold Krekelberg diesen etwas anderen Beginn. Angeregt durch das Gedenken an 100 Jahre Beginn des Ersten Weltkriegs 2014 und 70 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges in diesem Jahr, habe die Schulkonferenz im vergangenen Schuljahr die Projektwoche beschlossen, ergänzte Oberstudiendirektor Krekelberg.

Im Team hatten Annelore Hecker, Ceylan Nimtsch und Elternvertreter organisatorische Verantwortung übernommen. Mit Themen wie „Was bedeuten Frieden und Freiheit für mich?“, „Mobbing und Cybermobbing“, „Der Flüchtling – das unbekannte Wesen“, „Die neue Rechte“ oder „Innerer Frieden – Tai Chi und Qi Gong“ sowie „Streetart als Protestmedium“ wurden die vielen Facetten deutlich, die das Thema Frieden berührte und denen sich die Gruppen gewidmet hatten. Auch Exkursionen an den Ort von Gewalt und kriegerischen Auseinandersetzungen wie der Varus-Schlacht als Gegenteil von Frieden gehörten zum Repertoire der Auseinandersetzung mit dem Thema.

Die gelungene und sich ergänzende jahrgangsübergreifende Zusammenarbeit demonstrierten Julia Marx (Oberstufe) und Maximilian Schotten bei der Präsentation der Ergebnisse ihres Gruppenthemas „Die neue Rechte“. Um Frieden zu bewahren, sei es notwendig zu wissen, wer diesen gefährde. Symbole, Gedankengut und Anwerbeformen über Musik hatten sie aufgelistet und festgehalten, an denen das Gefährdungspotenzial erkannt werden könne. Radikalisierungen und Gewaltexzesse wie die der NSU-Gruppe um Beate Zschäpe, aber auch das Versagen des Staates in diesem Fall waren Gegenstand ihres Themas gewesen.

Dass Schülerinnen und Schüler selber die Projektleitung in die Hand genommen hatten, belegten die beiden Gruppen „Weltfrieden – eine realistische Hoffnung?“ sowie „Deine Heimat, meine Heimat – Flüchtlinge in Hückelhoven“. Juliane Schmitt als eine Projektleiterin präsentierte mit Unterstützung ihrer Mitschüler Melina Dahmen, Martha Zähe und Niklas Giesen ihre Erkenntnisse aus der Beschäftigung mit der Flüchtlingssituation in Hückelhoven. Das Schicksal des fast gleichaltrigen Flüchtlings Hameed aus Afghanistan, der über Iran, Schweden und Dänemark nach Hückelhoven geflohen war, verdeutlichte ihnen die komfortable Situation in ihrer eigenen Heimat und die Notwendigkeit für die Unterstützung einer menschenwürdigen Unterbringung der Flüchtlinge. Dass dies auch Auswirkungen auf das eigene Leben habe, erzählte Niklas Giesen, dessen Volleyballtraining nun nicht mehr möglich sei, weil die Turnhalle für die Unterbringung von neuen Flüchtlingen benötigt werde.

Zu einer nachdenklich machenden Erkenntnis waren die Teilnehmer der Themengruppe „Weltfrieden – eine realistische Hoffnung?“ gekommen. Nur alleine in den vergangenen 15 Jahren hätten sie mehr als 30 Krisen und Stellvertreterkriege in der Welt ausgemacht. Vor allem Afrika und der vordere Orient seien davon betroffen, wobei Kriegsbeteiligungen von den USA nicht selten seien, ließen Marina Fieten, Pia Glitza um die beiden Projektleiter Oliver Hanuschik und Paul Giesen zur Feststellung kommen, dass Weltfrieden nicht möglich sei.

Kreativ dem Thema Frieden beschäftigten sich Gymnasiasten, die Graffiti erstellten oder Friedenstauben und Peace-Zeichen gestalteten. Sensibilisiert zu sein für das friedliche Miteinander, das belegt die Schule durch ihr Engagement als „Schule gegen Rassismus“ wie auch mit der eigenen Streitschlichtereinrichtung. Hilfen bei Mobbing ergänzen das Konzept. Das Thema der Projektwoche war ein weiterer Baustein in diesem Erziehungskonzept.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert