Hückelhoven wird zum Skateboard-Paradies

Von: Norbert F. Schuldei
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Coole Typen auf heißen Brettern: In Hückelhoven gerät bald einiges mächtig ins Rollen.
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Der Pool wird wie eine Wanne stückchenweise in zementierte Vertiefungen im Boden eingelassen. Foto: Schuldei

Hückelhoven. Bald sind in Hückelhoven halsbrecherische Kunststücke auf dem Skateboard möglich. 140.000 Euro werden in einen Skatepark investiert. Die Skateboarder, also die jungen Leute, die mit einem Brett unter den Füßen durch die Gegend fahren, sind ein eigenes Völkchen. Wenn man sich mit ihnen unterhält, werden dir Begriffe wie „baseplate“, „kingpin“, „Pivot“ oder „griptape“ um die Ohren gehauen.

Nein, man muss nicht verstehen, was das alles bedeutet. Wichtig ist nur zu wissen, dass ein Rollbrett (englisch: skateboard) ein Brett mit zwei Achsen und vier Rollen ist, auf dem man sich durch Abstoßen mit einem Bein fortbewegen kann.

„Pushen“ nennen das die, die das machen. Im „normalen“ Straßenverkehr haben sie nichts zu suchen, die Skateboarder: Auf den Straßen ist diese Fortbewegungsart wegen der Vorfahrt für Automobile viel zu gefährlich; auf den Gehwegen sowieso, die sind den Fußgängern vorbehalten. Es bleiben ihnen im Grunde genommen nur die Plätze, die es in den Städten hier und da zwar gibt, die allerdings eigentlich auch dem „normalen Fußvolk“ vorbehalten sind. Wo also sollen sie sich austoben und ihre bisweilen halsbrecherischen Kunststückchen einüben und ausführen?

Viele Städte sehen es inzwischen als Aufgabe der Jugendarbeit, den Skateboardern eine Heimstatt zu bieten. In Hückelhoven wurde vor genau zehn Jahren die Skateboardanlage Am Landabsatz eröffnet. In diesem Jahr feiert man also einen runden Geburtstag – und als „Geschenk“ wird ein neues Spielgerät installiert: Eine Spezialfirma aus Süddeutschland versenkt derzeit einen so genannten „Pool“ in den Boden. „Das gibt‘s in der ganzen Gegend zwischen Mönchengladbach und Aachen nicht noch einmal“, sagt Peter Wiese vom Jugendamt der Stadt.

Der Pool wird wie eine Wanne stückchenweise in zementierte Vertiefungen im Boden eingelassen. Wiese ist sicher, dass dieses Gerät, also die Wanne, in der Anlage Am Landabsatz „ein Magnet für die Skateboardfahrer aus der ganzen Umgebung wird“.

Einige Profifahrer zeigen am Sonntag, 7. Juli, bei der offiziellen Übergabe, die mit dem 10. Skateboardcontest der Stadt Hückelhoven Hand in Hand geht, was man in dem Pool auf dem Brett mit den Rollen darunter alles anstellen kann. „Da können unsere Jugendlichen mal sehen, was alles möglich ist auf dieser Anlage mit den ganz neuen Geräten“, sagt Peter Wiese. Er nennt es ein „kurzlebiges Geschäft“, wenn er von den Freunden des Skatesports spricht. Der Hype der ersten Jahre, als die Bretter in Mode kamen, ist etwas abgeebbt. „Im ländlichen Raum mehr als in den Städten“, sagt Peter Wiese. Fügt aber hinzu: „Unsere Anlage hier wird von den Jugendlichen gut angenommen“. Und: „Wir können immer nur die Rahmenbedingungen schaffen. Fahren müssen die Jugendlichen schon selbst.“

Von Sponsoren bezahlt

Das macht ihnen beim Contest, also beim Wettbewerb, am 7. Juli auf der Anlage, unter anderem Philipp Grzeskowiak vor. Der gebürtige Hückelhovener, der jetzt in Köln lebt und studiert, war bis vor kurzem das, was man einen Semi-Profi nennt: „Ich habe von Sponsoren die Reisekosten und den Stuff, also die Ausrüstung bezahlt bekommen, damit ich meinen Sport ausüben kann.“ Inzwischen tritt der 30-Jährige etwas kürzer, das Studium geht vor, er schreibt an seiner Masterarbeit. Aber auf die Veranstaltung in Hückelhoven freut er sich: „Das ist eine der besten Anlagen in der ganzen Region, die nach und nach sehr gut ausgebaut wurde“, sagt er. Grzeskowiak war einer von denen, die die Anlage Am Landabsatz vor zehn Jahren maßgeblich mit geplant und umgesetzt haben.

„Finanziert wird der Einbau der Wanne aus dem Etat für Spielplätze“, sagt Peter Wiese. In diesem Jahr hat man den Spielplatz in Baal am Pastor-Bauer-Platz für rund 50.000 Euro aufgemöbelt; im Februar wird der Spielplatz in Hilfarth an der Breite Straße erneuert. Und zwischendrin eben hat man die Skateboardanlage Am Landabsatz mit neuem „Spielgerät“ bestückt. Natürlich sind die, die ihre sogenannten Tricks auf dem Skateboard, das in der Regel aus mehrschichtigem kanadischen oder baltischem Ahorn besteht, ausführen, längst aus dem Spielplatzalter raus. „Gerade die 13 bis 16 Jahre alten Fahrer in Hückelhoven können locker in der Spitze mithsalten“, sagt Grzeskowiak. „Und in dem neuen Piool werden m,it Sicherheit neue Elemente auf hohem Niveau gefahren werden“.

Von der Stadt finanziert

„Rund 140.000 Euro hat die Stadt in den Pool auf der Anlage investiert“, sagt Uwe Kreutz. Er ist Mitarbeiter des Straßen- und Tiefbauamtes der Stadt und begleitet derzeit den Auf- und Einbau des Pools. „Bis zur Übergabe muss hier noch einiges passieren, aber das kriegen wir hin“, sagt er. Natürlich wird bis dahin auch die Baustraße verschwunden sein, auf der zurzeit noch die schweren Spezialmaschinen die Einzelteile des neuen Pools jonglieren. Am 7. Juli zeigen die Skateboarder darin ihre „Jonglagen“.

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