Hückelhoven plant Neubauten für die Flüchtlinge

Von: kalauz
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Hückelhoven. Die Zuweisung von Flüchtlingen auch nach Hückelhoven hält unvermindert an: 509 Asylsuchende werden in dieser Woche in der Stadt beherbergt, 425 waren es noch zwei Wochen zuvor. Die Verwaltung stellte deshalb ein mittelfristiges Konzept der Schaffung von Wohnraum in der Stadt für die Asylsuchenden vor.

„Die Zuweisungszahlen haben erheblich angezogen. Wir beobachten jede politische Bewegung in Europa sehr gespannt“, sagte Thorsten de Haas in der Sitzung des Sozialausschusses am Montagabend.

Am Prinzip der dezentralen Unterbringung wird man demnach weiter festhalten: Familien werden in Wohnungen im gesamten Stadtgebiet untergebracht. Derzeit hat die Stadt 22 eigene Wohnungen mit Asylbewerbern belegt. „Das sind natürlich viel zu wenig, wir sind auf leer stehenden Wohnraum im Stadtgebiet angewiesen“, so Thorsten de Haas. Bisher konnten so 35 Wohnungen zusätzlich angemietet werden, zum 1. November kommen noch einmal sechs Wohnungen hinzu. Immer noch nicht genug.

„Mit der Anmietung von frei stehendem Wohnraum werden wir auf Dauer nicht auskommen“, sagte Hückelhovens Kämmerer Helmut Holländer im Ausschuss. Deshalb werde die Stadt jetzt selbst aktiv werden: Im Haushalt für das kommende Jahr werden 2,1 Millionen Euro für die Schaffung von Wohnraum für die Asylbewerber eingeplant. In den Stadtteilen Baal, Brachelen, Doveren, Hilfarth und Ratheim sollen demnach in den kommenden Jahren „Mehrfamilienhäuser in konventioneller Bauweise“ errichtet werden, Entwürfe eines darauf spezialisierten Architekturbüros liegen bereits vor.

Als erster Standort für ein solches Wohnhaus steht bereits Doveren fest: Dort wird in Kürze auf einem Teilstück des großen Spielplatzes an der Dionysiusstraße/Sportplatz mit dem Neubau eines Neunfamilienhauses begonnen werden. In Baal sind zwei solcher Häuser geplant, dort sucht man noch nach einem geeigneten Standort; in Brachelen sind, so der Kämmerer, bereits zwei Standorte „in der engeren Wahl“; in Hilfarth und Ratheim wird noch danach gesucht; Kleingladbach, Millich und Hückelhoven sind nach Einschätzung der Verwaltung mit Wohnraum für Asylbewerber „gut versorgt“.

Kleine Wohnungen geplant

„Die Häuser werden so gebaut, dass wir sie auch nach dem Abebben der Flüchtlingswelle gut weiter vermarkten können“, betonte der Kämmerer. Es sind kleine Wohnungen geplant, „für die auf dem freien Wohnungsmarkt große Nachfrage“ bestehe. Die Kosten für einen solchen Neubau bezifferte Holländer auf rund 600.000 Euro.

Von der Errichtung eines weiteren Wohnheims für alleinstehende Asylsuchende – neben den bereits bestehenden in Millich an der Schaufenberger Straße mit 70 Plätzen, dem in Hilfarth am Kaphof mit 50 Plätzen, dem in Hückelhoven am Friedrichplatz mit 50 Plätzen, dem Jugendzeltplatz in Brachelen mit 30 Plätzen sowie dem vorläufig noch als Reserve vorgehaltenen Haus der Begegnung in Ratheim mit 24 Plätzen – in Holzbauweise an der Rheinstraße in unmittelbarer Nähe des DRK wird vorerst abgesehen. Stattdessen soll eine Gewerbehalle in Baal in der Nähe des Bahnhofs angekauft werden, in der dann 50 Flüchtlinge vorläufig untergebracht werden können.

Helmut Holländer sagte, warum das notwendig ist: „Wir müssen als Stadt mit fast 40.000 Einwohnern damit rechnen, dass wir vom Land Nordrhein-Westfalen demnächst ein Erstaufnahmelager zugewiesen bekommen. Der Kauf der Halle ist kostengünstiger als der Neubau eines Wohnhauses.“

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