Hückelhoven: Hat Linkspartei-Politiker die Mordwaffe beschafft?

Von: Norbert Schuldei und Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
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Schweigt derzeit zu den Vorwürfen: Manfred Hämmerle. Foto: Polizei

Erkelenz. Die Linke in Nordrhein-Westfalen hält an Manfred Hämmerle aus Hückelhoven fest. Hämmerle ist Fraktionsvorsitzender der Partei im Hückelhovener Stadtrat. Gegen ihn wird in Zusammenhang mit dem Mord am Erkelenzer Augenarzt Udo Schmitz ermittelt, der am 9. Januar in Erkelenz-Immerath erschossen worden war.

Allerdings ermittelt die Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft nicht wegen Mordes gegen Hämmerle, sondern wegen illegalen Handels mit Kriegswaffen. Er soll Udo Schmitz die Maschinenpistole verkauft haben, mit der der Augenarzt später erschossen wurde.

Auf Anfrage dieser Zeitung wollte sich Hämmerle am Montag nicht zu den Vorwürfen gegen ihn äußern. „Ich stehe immer noch da wie ein Ochse vor dem Berg”, sagte Hämmerle, er werde sich „zu gegebener Zeit erklären”. Auch andere Mitglieder der Hückelhovener Linken verweigerten unter Verweis auf „ein schwebendes Verfahren” jegliche Stellungnahmen. Die übrigen Fraktionen im Stadtrat äußerten sich zurückhaltend und verwiesen auf die Unschuldsvermutung, die Hämmerle zustehe, solange er nicht verurteilt sei.

Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt, Dieter Geitner (CDU), sagte, dass die Stadt Hückelhoven im Fall Hämmerle nichts zu unternehmen gedenke. „Sollte aber später Anklage erhoben werden, erwartet der Bürgermeister, dass Hämmerle sein Amt zur Verfügung stellen würde”, sagte Geitner. Der Bürgermeister, Bernd Jansen, war noch im Januar von der Staatsanwaltschaft darüber informiert worden, dass Hämmerle in Zusammenhang mit dem Mord an Udo Schmitz verhört worden sei.

In Bezug auf den Mord haben sich auch nach der Thematisierung des Falles in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst” keine neuen Fakten ergeben.
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