Hückelhoven: Alter Zechenort auf dem Weg zur Einkaufsstadt

Von: Helmut Wichlatz
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Beim Neujahrsempfang der Stadt Hückelhoven zog Bürgermeister Bernd Jansen in der vollbesetzten Aula des Gymnasiums eine positive Bilanz.

Hückelhoven. Beim Neujahrsempfang in der Aula zog Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen eine positive Bilanz. Die ehemalige Zechenstadt ist nach dem Strukturwandel und der Schließung der Zeche auf dem Weg zur Einkaufsstadt.

„Wir spielen schon lange nicht mehr in der Kreisliga, sondern auf Bundesliganiveau“, betonte er. Dies sei das Ergebnis jahrelanger konsequenter Arbeit und des ehrgeizigen Zieles, „neues Handelszentrum zwischen Aachen und Mönchengladbach“ zu werden. Dennoch, so unterstrich Jansen gleichzeitig, werde Hückelhoven „immer eine traditionsbewusste Zechenstadt“ bleiben.

Die anfängliche Belustigung, mit der in den Nachbarkommunen das Treiben in Hückelhoven beobachtet worden sei, sei mittlerweile dem Erstaunen über die Erfolge gewichen. Dabei habe alles 2001 mit einer negativen Nachricht begonnen, denn das geplante Factory-Outlet-Center wurde nicht in Hückelhoven, sondern in Roermond gebaut.

Doch schon 2004, im ersten Jahr seiner Amtszeit, konnte das Hückelhoven-Center als neuer Anziehungspunkt im Kreis eröffnet werden. Die Erfolge setzten sich fort und fanden mit der Eröffnung des OBI-Baumarktes, des Modehauses Röther und des Möbeldiscounters Roller im vorigen Jahr ihre vorläufigen Höhepunkte.

Allein in 2012 konnten 25 000 Quadratmeter Verkaufsfläche in Hückelhoven neu eröffnet werden. Diese Erfolge seien auch der Politik zu verdanken, denn der Rat stelle schnell die Weichen für diese Entwicklung.

Nicht unerwähnt ließ er das Konzept der kostenfreien Parkplätze, das anfangs noch von den Nachbarkommunen belächelt worden sei. Das Lachen sei vielen angesichts der wirtschaftlichen Erfolge Hückelhovens vergangen.

Als Gastredner konnte in diesem Jahr auch Hastenraths Will gewonnen werden. Die Kunstfigur, hinter der sich der Erkelenzer Comedian Christian Macharski verbirgt, feierte ihre ersten Erfolge mit der Show „Nabend zusammen“ in Hückelhoven.

Hückelhoven, so betonte Macharski in der für Hastenrath Wills typischen Spezialgrammatik, habe sich „von ein hässliches Entlein zu ein farbenprächtiger weißer Schwan“ entwickelt, einem „St. Tropez des Rheinlandes“. Dies sei auch ein Verdienst Jansens, der in seiner ersten Amtszeit mehr erste Spatenstiche gemacht habe „als ein Totengräber in sein ganzes Berufsleben“.

Rekordwerte

Die Erfolge der Stadt seien aber nicht nur den Investoren und der Politik zu verdanken, betonte Jansen. Vielmehr sei der Erfolg auch von den Bürgern der Stadt mitgetragen worden. So habe sich auch die Finanzsituation der Stadt stetig verbessert, Einnahmen aus Gewerbe- und Einkommenssteuer hätten mittlerweile „Rekordwerte“ erreicht. Ein Ende sei noch nicht abzusehen.

Andererseits, so betonte Jansen, werde man bis 2016 ohne eine Erhöhung der Steuersätze auskommen. Die letzte Erhöhung war im Jahr 2003. So sei Hückelhoven erstmals die Stadt mit den kreisweit niedrigsten Steuersätzen.

In Anschluss an Jansens Rede bat Romulus Timar vom Stadtmarketing drei Männer auf die Bühne, die maßgeblich am Erfolg der Stadt beteiligt waren. Alle drei zeigen sich voll des Lobes für die ehemalige Zechenstadt.

Der Projektentwickler Frank von Booth erinnerte daran, wie er vor über zehn Jahren in einem Café auf einer Serviette den ersten Plan für das Hückelhoven-Center entworfen hatte. Die Serviette hatte er zum Beweis gleich mitgebracht.

Der Unternehmer Gereon Frauenrath erinnerte an „vier Jahre harte Arbeit“, die es gekostet habe, Edeka und Aldi in die Stadt zu holen. Der Hückelhovener Architekt Peter Greven bezeichnete den Stilllegungsbeschluss der Zeche als „Konjunkturpaket für die Stadt“, die seitdem ihr Gesicht völlig verändert habe.

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