Erkelenz-Holzweiler - Holzweiler Bürger sind wegen möglicher Bergschäden besorgt

Holzweiler Bürger sind wegen möglicher Bergschäden besorgt

Von: Helmut Wichlatz
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Riss in der Mauer eines Gebäudes in Holzweiler: Was ist die Ursache? Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz-Holzweiler. Wenn man Markus Poths Glauben schenken möchte, gibt es in dem zukünftigen Tagebaurandort keine Bergschäden. Der Leiter der Abteilung für Bergschäden bei RWE Power war auf Einladung des Vorsitzenden Hans Josef Dederichs nach Holzweiler zur Sitzung des Bezirksausschusses gekommen, um über das Thema zu informieren.

In den vergangenen fünf Jahren sei kein Bergschaden festgestellt worden, betonte er. Die Bodenbewegungen im Ort, die das Unternehmen mit rund 300 Messpunkten beobachtet, habe in den vergangenen zehn Jahren bei maximal fünf Zentimetern gelegen. Die gemessenen Werte durch die Schollenschiefstellung seien unterhalb gebäudeschädlicher Größenordnung. Zu verzeichnen seien sowohl Hebungen als auch Senkungen. Zwischen 2012 und 2014 sei es zu zwei Erstmeldungen möglicher Bergschäden gekommen, betonte Poths.

Die Bewohner von Holzweiler sind besorgt wegen des sogenannten Wegberger Sprungs, der Kante einer tektonischen Platte, die in der Innenstadt schon für Bergschäden an Gebäuden gesorgt haben soll. Diese, so betonte Poths, sei nachweislich unter Holzweiler nicht aktiv. Um diesen Sachverhalt zu klären, beauftragte der Bezirksausschuss die Stadtverwaltung, eine unabhängige Meinung zu dem Thema einzuholen.

Bei strittigen Auffassungen kommt die Anrufungsstelle Bergschäden Braunkohle NRW ins Spiel. Deren Leiter Robert Deller war ebenfalls nach Holzweiler gekommen, um die Arbeit seiner Anlaufstelle vorzustellen. Die Schlichtungsstelle versucht, Lösungen zu finden und zwischen dem Bergbaubetreiber und den betroffenen Hauseigentümern zu vermitteln.

In Ortsterminen verschafft sie sich ein Bild und schaltet dann einen unabhängigen vereidigten Sachverständigen ein. Dessen Arbeit und die Vermittlung durch die Schlichtungsstelle sind für den Antragsteller kostenfrei. Derzeit seien revierweit rund 20 Verfahren noch offen, betonte Deller. Zwei davon stammen aus Holzweiler. In den vergangenen Jahren sei es in sieben Fällen um Immobilien aus Erkelenz gegangen. Aus dem Rheinischen Revier gehen jährlich zwischen 800 und 900 Schadensmeldungen bei RWE ein, ergänzte Poths.

Rund drei Prozent davon wendeten sich an die Schlichtungsstelle. Gründe für tagebaubedingte Bergschäden können durch die Sümpfung ausgelöst werden. Bei der Sümpfung wird das Grundwasser aus den Tagebauen abgepumpt. Dadurch können bereits vorhandene tektonische Störungen in Bewegung geraten. In Auegebieten können durch das Absenken des Grundwasserspiegels sogenannte unterirdische Torflinsen entstehen, die zunächst austrocknen und dann zusammenfallen.

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