Hohe Auszeichnung der Stadt Erkelenz für Bürgerbeiratssprecherin

Von: Helmut Wichlatz
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Ehre, wem Ehre gebührt: die mit der Ehrennadel ausgezeichnete Gisela Berger und Bürgermeister Peter Jansen. Foto: Koenigs

Erkelenz. Große Verdienste, hohe Auszeichnung: Die Stadt Erkelenz hat Gisela Berger mit der Ehrennadel der Stadt ausgezeichnet. Die Sprecherin des Immerather Bürgerbeirates wurde für ihr jahrelanges und beharrliches Engagement für die Umsiedler geehrt.

„Sie waren zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und waren bereit, das zu tun, was für die betroffenen Menschen getan werden musste“, betonte Bürgermeister Peter Jansen in seiner Laudatio während der Feierstunde im Alten Rathaus. Vorgeschlagen worden war Berger von der Immerather Dorfgemeinschaft, der Rat hatte einstimmig zugestimmt.

Gisela Berger war von 1995 bis 2004 als Sachkundige Bürgerin im Bezirksausschuss Immerath tätig. Im April 2001 wurde sie in den Bürgerbeirat gewählt, dessen Sprecherin sie noch heute ist. Was hinter diesen Fakten steckt, hob Jansen hervor: Berger habe in einer besonderen Situation Verantwortung für ihre Mitbürger übernommen. Wenn in Erkelenz von besonderen Situationen die Rede sei, sei der Tagebau gemeint. „Frau Berger ist eine Betroffene, ein Opfer“, erklärte Jansen.

Umsiedlung bedeute, dass Menschen sich „dem Diktat des formell gerechtfertigten Tagebaus unterordnen“ müssten. Für die betroffenen sei dies ein „hoch emotionaler Prozess“, der mit Belastungen und dem Verlust an Lebensqualität verbunden sei. Gisela Berger habe es geschafft, sich der Belange aller betroffenen Bürger anzunehmen und deren Anliegen in sachlicher Form in die Entscheidungsprozesse einzubringen. Damit habe sie sich nicht nur bei den Mitbürgern, sondern auch bei der Bezirksregierung und bei RWE Power Respekt verdient. „Sie hat Vertrauen und Verlässlichkeit bewirkt“, betonte Jansen. Dies sei „bei so einem emotionalen Thema die beste Basis“.

Der Erste Bürger lobte die Beharrlichkeit, mit der Gisela Berger viele Fragen aufgeworfen und Themen angestoßen habe, „die ihre positive Wirkung auch bei späteren Umsiedlungen zeigen werden“. Dabei sei sie an die Grenzen ihrer persönlichen Leistungsfähigkeit gegangen und habe dies „aus Überzeugung getan“. Ihr sei es auch zu verdanken, dass die Umsiedlung „trotz aller Belastungen für die Betroffenen letztendlich so positiv verlaufen konnte“.

Die Geehrte räumte ein, sich in letzter Zeit oft gefragt zu haben, ob ihr Engagement im Bürgerbeirat schwerer wiege als zum Beispiel „40 Jahre stetige, aber stille Arbeit im Verein“. Die Antwort gab sie selbst, denn „eine Umsiedlung ist eine extreme Situation“ und bedeute für die betroffenen „eine Achterbahn der Gefühle“. Als vor 14 Jahren klar war, dass Immerath und seine Nachbarorte weggebaggert würden, habe sie sich entschieden, es „nicht so einfach über sich ergehen zu lassen“ sondern mitzugestalten. Es galt, die verschiedenen Interessen zu bündeln und den Bürgerbeirat zu einem ebenbürtigen Gesprächspartner für Behörden und Energiekonzern zu machen. Die Verleihung der Ehrennadel betrachte sie als Anerkennung der Arbeit des gesamten Bürgerbeirates und der Leistung jedes einzelnen Umsiedlers.

Neue Etappenziele gesteckt

Ihr Dank galt neben den Mitstreitern aus dem Beirat vor allem ihrem Ehemann Burkhard Reichow, der ihr in den Jahren den Rücken freigehalten und sie in ihrer Arbeit bestärkt habe.

„Nadel verpflichtet“, betonte sie abschließend und nannte neue Etappenziele ihrer Arbeit: eine Aussegnungshalle und eine Mühle in Immerath (neu) sowie Garantien für die Zukunft der Landwirte in den Umsiedlungsorten.

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