Wassenberg - Hochdeutsch-Verbot: Plattdütsch-Oavend des Heimatvereins

Hochdeutsch-Verbot: Plattdütsch-Oavend des Heimatvereins

Von: anna
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Pierre Bakkes aus Roermond ist Überraschungsgast des „Plattdütsch-Oavend“ des Wassenberger Heimatvereins. Vor rund 200 Zuhörern gab er in der Begegnungsstätte Wassenberg „Moforter Platt“ zum Besten.

Wassenberg. „Eins, zwei…eins.“ Drei Worte in Hochdeutsch waren es, mit denen Sepp Becker, Vorsitzender des Wassenberger Heimatvereins die Funktion des Mikrofons testete. Weiter ging es dann nur noch in Plattdeutsch in all seinen regionalen Varianten beim „Plattdütsch-Oavend“ des Vereins.

Und „Arangschöer“ Walter Bienen freute sich, dass trotz wieder Witterungsverhältnisse rund 200 Besucher den Weg in die Begegnungsstätte am Pontorsonplatz gefunden hatten.

Nachdem Bienen die im vergangenen Jahr verstorbenen Akteure Hanns Heidemanns und Jakob Wolters gewürdigt hatte, machte mit Pierre Bakkes ein Gast aus den Niederlanden den Anfang der Vorträge. Bakkes erzählte von seiner Urgroßmutter aus Kirchhoven und gab dann ein Stück von Prof. Florax zum Besten, das er in sein „Moforter Platt“ umgeschrieben hatte.

Kai Hilger erzählte von seinem ersten Weihnachtsfest nach der Flucht aus Ostpreußen und davon, dass es sein Urgroßvater war, der für eine deutsche Gemeinde in der Ukraine die Übersetzung der heutigen ukrainischen Nationalhymne geschrieben hat.

Eigentlich nur einen Neujahrsgruß wollte Bürgermeister Manfred Winkens überbringen. Viel Applaus erntete er dann für seinen humorvollen Bericht aus seinem Heimatort Ophoeve. Dass sich auch heute noch haushalten lässt ohne viel Abfall, führte Maria Gerards den Zuhörern mit ihrem Bericht übers Recycling vor Augen. Von der Schönheit der Selfkantdörpkes schwärmte Marianne Thissen. Uli Fischer berichtete aus Kindheitstagen über seine Angst in der Dunkelheit, als ihm ein Baum in der Dämmerung als Schreckgespenst erschien. Dass ohne eine Kramschublade, et Kroasschott, dem Menschen ein Stück Heimat fehlt, machte Mali Sieberichs deutlich.

„Wä se neet hätt, es de beduere“, erklärte sie. Hilde Eraerds mit ihrem Akkordeon und Karl Lieck mit seinem neuen Lied „Wasseberch un dröm eröm“ stimmten dann auf eine kurze Pause ein. Den Schottelsplack präsentierte Magda Hausmann als Putzlappen für alle Fälle. In einer zweiten Geschichte betrachtete sie die „Jo Wirker“, die Arbeiter des Baufhofs. Leo Wilms erzählte von seinem Onkel Juppi mit einem selbstgebauten Mercedes Silberpfeil im Myhler Rosenmontagszug. Leo Cremers berichtete von einer Kegeltour. Ein Oberlehrer war die Zielscheibe von Agnes Winkens. Mit ihrem Gedicht „E nöe Joar“ stimmte sie die Zuhörer nachdenklich.

Jäger sein, das ist nicht schwer, Jäger werden um so mehr, lautet das Fazit aus dem Gedicht von Walter Windeln. Kein Auge blieb mehr trocken, als Moderator Walter Bienen dann selbst von seiner Reise mit dem Heimatverein und seiner Bekanntschaft mit der automatischen Reinigung einer Toilette an einer Raststätte erzählte. Sein eigenes Neujahrsgedicht gab Heinrich Thissen zum Besten, bevor Hans-Josef Kranz über das „Jedöns“ mit seinen Stiefeln berichtete. Mit der Tradition des Wassenberg-Liedes „Wasseberch, ech han dech jäer“, gesungen von Karl Lieck, klang der „Plattdütsch-Oavend“ traditonell aus.

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