Hobbysammler treffen sich zum Großtauschtag in Schafhausen

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
Briefmarkensammler
Mathias Vanderbroeck (rechts) zeigt Udo Szymkowiak ein seltenes Stück seiner Sammlung mit einer Briefmarke aus der sowjetischen Zone, 1948 abgestempelt in der britischen Zone. Foto: Thomas

Heinsberg-Schafhausen. Von weit her waren einige Händler und Besucher zum Großtauschtag in die Mehrzweckhalle nach Schafhausen gekommen, und doch waren die Mitglieder des Heinsberger Briefmarken-Sammler-Vereins „Selfkant“ nicht zufrieden. Schon nach gut der Hälfte der Veranstaltung hatten einige Händler ihre Sachen wieder zusammengepackt.

Ohnehin waren nur zehn Händler gekommen, und nur rund 50 Sammler hatte Udo Szymkowiak, neuer Vorsitzender des Vereins, gezählt. „Wir hatten uns mehr erhofft“, erklärte er.

Das Hobby des Sammelns von Briefmarken beschäftige jedoch eher nur noch ältere Semester, beschreibt er die Problematik. So sind auch die 40 Mitglieder des Heinsberger Vereins derzeit im Durchschnitt rund 70 Jahre alt. Man sehe kaum noch Kinder oder Jugendliche als Gäste, so der Vorsitzende weiter. Die Weitergabe an die nächste Generation sei doch recht schwierig, „vor allem, weil die Briefmarke aus dem Alltag zusehends verschwindet.“ Zudem sei das Sammeln von Briefmarken eher ein gemächliches, ruhiges Hobby, das in der schnelllebigen Zeit keine so große Rolle mehr spiele. „Es passt nicht mehr in den laut polternden Zeitgeist. Das ist meine persönliche Meinung“, so Szymkowiak.

Und doch gab es beim Tauschtag viel Interessantes zu entdecken, etwa am Stand von Mathias Vanderbroeck aus Kerkrade, der zum ersten Mal nach Schafhausen gekommen war. Er hatte neben Briefmarken auch alte Ansichtskarten, Banknoten und Münzen mitgebracht. „Das hier ist ein seltenes Stück“, zeigte er auf eine Briefmarke, abgestempelt auf einem Briefumschlag. Die Marke stamme aus Jena, also aus der ehemals sowjetischen Zone, sei aber ab 10. Juli 1948 in der britischen Zone abgestempelt worden, so Vanderbroeck.

Für Szymkowiak selbst war das jedoch nicht so interessant. „Ich bin eher ein moderner Sammler“, erklärte er. Er sammle nicht Länder, ganz klassisch, nein, Seefahrt und Weihnachtsbräuche in Briefmarken sind eher seins. Briefmarken als Wertanlage? Älteres Material eigne sich da schon, erklärt er. Aber bei moderneren Marken erhalte man nicht einmal mehr den gezahlten Preis zurück. „Das ist reines Hobby“, so der Vorsitzende. Es gehe nicht um den Wert, sondern um den Spaß daran etwas zu finden, betonte ein weiterer Sammler, der sich ins Gespräch einbrachte. Und das galt dann auch für einen Besucher aus Würselen. Er sammle zwar Länder, aber Zwergstaaten wie Andorra. „Da ist es ein Problem, etwas zu finden. Die geben wenig raus“, sagte er.

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