Hobby Geocaching: Schnitzeljagd mit GPS-Empfänger

Von: Daniel Gerhards
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Versteck gefunden: Der Krokodilskopf war gut in einem Waldstück versteckt. Mit GPS-Koordinaten und etwas Spürsinn haben Chiara, Moesha und Harald Hamacher ihn trotzdem ausfindig gemacht. Foto: Daniel Gerhards

Waldfeucht-Haaren. Wenn Harald Hamacher mit seiner Familie durch den Wald geht, ist das meistens kein normaler Spaziergang. Dann ist Familie Hamacher auf der Suche. Denn ihr Hobby ist Geocaching. Das ist so etwas, wie eine Schnitzeljagd mit GPS-Gerät. Irgendwo gibt es ein Versteck, in dem andere Geocacher eine Dose, ein kleines Röhrchen oder etwas ähnliches abgelegt haben.

Die Koordinaten dazu hat Harald Hamacher in seinem GPS-Gerät. Auf dem Display sieht er, dass sie ihrem Ziel Schritt für Schritt näher kommen.

Geocaching ist mittlerweile ein sehr beliebtes Spiel. Weltweit gibt es mehr als 2,5 Millionen Verstecke, die sogenannten Geocaches. In Deutschland gehen die Cacher seit 14 Jahren auf die Suche. Harald Hamacher, der in Waldfeucht-Haaren wohnt, schätzt, dass es in der näheren Umgebung rund 100 Spieler gibt, im gesamten Kreis wahrscheinlich noch wesentlich mehr. Wer mitmachen will, muss sich im Internet registrieren, sich ein Profil anlegen, die GPS-Daten eines beliebigen Verstecks angeben und dann geht es los.

Bei einem „normalen“ Cache gibt es keinen festgelegten Startpunkt. Man kann den ganzen Weg zu Fuß gehen, mit dem Auto nah ran fahren oder die Suche mit einer Fahrradtour verbinden.

Mittlerweile muss Harald Hamacher mit seiner Familie schon ein gutes Stück fahren, um einen Cache zu finden, den er noch nicht kennt. Mehr als 2000 Verstecke hat er schon ausfindig gemacht. „Wenn wir jemanden besuchen oder in Urlaub fahren, dann schauen wir immer, welche Caches es dort gibt“, sagt er.

Und manchmal sind die Verstecke trotz Koordinaten alles andere als leicht zu finden. Manchmal muss man knifflige Rätsel lösen, tauchen oder klettern. Andere verstecke findet man nur nachts, weil die nötigen Hinweise mit einer speziellen Lampe angestrahlt werden müssen. Wiederum andere sind verflixt gut versteckt. „Manche Verstecke sind einfach genial gebaut. Da ist zum Beispiel eine Angel mit einem Magneten versteckt. Damit muss man dann etwas aus dem Wasser herausfischen“, sagt Harald Hamacher. Andere Verstecke sind in Schildern, Zaunpfählen oder Vogelhäusern. „Es gibt Caches, zu denen wir etliche Male hingefahren sind, bis wir sie gefunden haben“, sagt er.

Wenn man das Versteck ausfindig gemacht hat, dann trägt man sich in das Logbuch ein, das im Versteck liegt. Meistens sind in wasserdichten Dosen kleine Werbegeschenke oder Spielzeuge versteckt. Die darf der Finder behalten. Er muss allerdings wieder neue Kleinigkeiten hinein legen. Und die Dose wieder an dem Ort verstecken, an der er sie gefunden hat. Zuhause trägt man den gefundenen Ort in sein Internetprofil ein.

Mit jeder gelösten Aufgabe steigt dann der Ehrgeiz, das nächste Versteck zu finden. „Wenn ein neuer Cache im Internet erscheint, dann will man ihn auch finden“, sagt Harald Hamacher. Dann ist der Spieltrieb geweckt.

Zeit mit der Familie

Außerdem könne man bei Geocaching viel Zeit mit der Familie in der Natur verbringen, das gefällt Harald Hamacher. „Wenn wir an einem Sonntagnachmittag einen normalen Spaziergang machen wollen, dann haben die Kinder schon mal keine Lust“, sagt er.

Beim Geocaching sind seine Töchter Chiara, 15 Jahre, und Moesha, zwölf Jahre, Feuer und Flamme. „Mir gefällt, dass man beim Geocaching Orte kennenlernt, an die man sonst nie kommen würde“, sagt Chiara Hamacher. Manchmal gelangt man sogar zu völlig verlassenen Gebäuden, Ruinen und Bunkern. „Man kommt dann zu einem alten Haus mitten im Wald“, sagt Moesha Hamacher. Und dort geht Familie Hamacher dann auf die Suche.

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