Heinsberg - Hitzige Debatte um geplanten Kunstrasenplatz an Realschule

Hitzige Debatte um geplanten Kunstrasenplatz an Realschule

Von: Rainer Herwartz
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Jetzt steht er fest, der Ort, wo der neue Kunstrasenplatz an der Städtischen Realschule hin soll. Gleich hinter der Bushaltestelle wird er gebaut. Der vor wenigen Jahren eingerichtete Skaterplatz, der laut CDU schon seit einiger Zeit kaum noch genutzt werde und schon ein wenig verwahrlost wirkt, soll daher weichen. Erste Vermessungsstäbe wurden bereits gesetzt.
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Jetzt steht er fest, der Ort, wo der neue Kunstrasenplatz an der Städtischen Realschule hin soll. Gleich hinter der Bushaltestelle wird er gebaut. Der vor wenigen Jahren eingerichtete Skaterplatz, der laut CDU schon seit einiger Zeit kaum noch genutzt werde und schon ein wenig verwahrlost wirkt, soll daher weichen. Erste Vermessungsstäbe wurden bereits gesetzt. Foto: Rainer Herwartz
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Jetzt steht er fest, der Ort, wo der neue Kunstrasenplatz an der Städtischen Realschule hin soll. Gleich hinter der Bushaltestelle wird er gebaut. Der vor wenigen Jahren eingerichtete Skaterplatz, der laut CDU schon seit einiger Zeit kaum noch genutzt werde und schon ein wenig verwahrlost wirkt, soll daher weichen. Erste Vermessungsstäbe wurden bereits gesetzt. Foto: Rainer Herwartz
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Jetzt steht er fest, der Ort, wo der neue Kunstrasenplatz an der Städtischen Realschule hin soll. Gleich hinter der Bushaltestelle wird er gebaut. Der vor wenigen Jahren eingerichtete Skaterplatz, der laut CDU schon seit einiger Zeit kaum noch genutzt werde und schon ein wenig verwahrlost wirkt, soll daher weichen. Erste Vermessungsstäbe wurden bereits gesetzt.

Heinsberg. Kaum hatte die Ratssitzung begonnen, zeichnete sich auch schon ab, was trotz der 20 Tagesordnungspunkte der einzige sein würde, der zu einer hitzigen Debatte führen sollte: die Einrichtung eines Kunstrasenplatzes an der Städtischen Realschule Heinsberg.

Bereits im Vorfeld hatten die Sozialdemokraten den in ihren Augen weitgehend inhaltsleeren Antrag der CDU kritisiert und zahlreiche noch nicht beantwortete Fragen aufgelistet. Als nun auch noch der Antrag erfolgte, doch den der Freien Wähler vorzuziehen, die die Verwaltung zunächst einmal beauftragen wollten, Vorschläge für den Bau eines zentralen Kunstrasenplatzes zu erarbeiten, der nicht zwingend an der Realschule liegen müsse, zeigte die CDU klare Kante und stimmte dagegen. Dass sie später sogar noch die Diskussion per Mehrheitsbeschluss zur Geschäftsordnung beenden ließ, ahnte da noch niemand.

CDU-Fraktionschef Norbert Krichel versuchte zu Beginn der Debatte, die Oppositionsparteien für sich zu gewinnen. „Neben der Nutzung dieser Anlage durch die Schulen sollen auch alle Sportvereine des Stadtgebietes die Möglichkeit erhalten, diese Sportstätte zu nutzen“, erklärte er. „Mit dieser Regelung verfolgen wir zwei für uns wichtige Ziele: Zum einen sollen die Heinsberger Kinder die Möglichkeit erhalten, auf modernen Sportanlagen ihre Fähigkeiten und Talente zu zeigen.

Dabei ist dies ein weiterer Schritt im Gesamtkonzept der CDU-Fraktion, das Schulwesen im Stadtgebiet Heinsberg nach vorn zu bringen. Zum anderen wollen wir die im Jahre 2012 verabschiedete Sportplatznutzungsordnung durch diese Maßnahme flankierend begleiten. Dort heißt es, dass zur Errichtung eines Kunstrasenplatzes der entsprechende Verein die Kosten weitestgehend selbst zu tragen hat.

Die Stadt Heinsberg gibt einen Zuschuss in Höhe von 150.000 Euro hinzu. Das hierzu die wenigsten Vereine in der Lage sind, dürfte allen Anwesenden klar sein. Insofern möchten wir durch die Errichtung des Kunstrasenplatzes an der Realschule Heinsberg eine städtische Anlage schaffen, die grundsätzlich allen Vereinen zur Verfügung steht, also auch denjenigen, die niemals in der Lage wären, einen eigenen Kunstrasenplatz zu finanzieren.“

Ob es bei diesem einen städtischen Kunstrasenplatz bleibe oder ein weiterer folgen werde, bleibe noch offen. „Unsere Grundüberlegung liegt darin, an den beiden weiterführenden städtischen Schulen einen Kunstrasenplatz zu errichten. An der Gesamtschule Oberbruch bleibt aber zunächst abzuwarten, inwiefern durch den Förderantrag ,Kleine Städte und Gemeinden‘ die Errichtung des Multifunktionssportplatzes realisiert werden kann.“ Krichels Bitte an alle Ratsfraktionen „um Unterstützung unseres Antrages“ stieß jedoch auf wenig Gegenliebe.

„Es müssen doch im Vorfeld erstmal die Kosten für solch einen Platz auf den Tisch, ohne eine Machbarkeitsstudie und einen Kostenvoranschlag ist solch ein Antrag fahrlässig und abenteuerlich“, blies Jochen Lintzen, stellvertretender Fraktionschef der SPD, gleich zur Attacke.

Auch David Stolz, Fraktionschef der FDP, meinte: „Wir waren etwas verwundert“, da es doch ursprünglich geheißen habe, „wir bauen auf keinen Fall einen Kunstrasenplatz und jetzt, auf jeden Fall bauen wir einen“. Grundsätzlich seien zuerst Fördermittel zu prüfen, und auch der Standort dürfe nicht schon feststehen. Ein Anforderungskatalog müsse vorab erstellt werden, erklärte Stolz.

„Wir sehen keine Notwendigkeit für einen solch teuren Kunstrasenplatz“, stimmte Grünen-Chef Willi Mispelbaum in den Chor der Kritiker ein. Es sei „unseriös“ zu beschließen, ohne die Kosten zu kennen. „In unserer Haushaltssituation ist das Schmuck am Nachthemd, den wir uns nicht leisten können.“ Vielleicht bestehe ja auch die Möglichkeit, Vereine an den Kosten zu beteiligen, stellte er in den Raum.

„In Ihrem Antrag sprechen Sie von stark frequentierter OGS, wie sollen die Schüler der OGS denn zum Beispiel von Karken oder Randerath zu diesem Platz kommen?“, setzte Lintzen seinen Fragenkatalog fort. „Abschließend die wahrscheinlich wichtigste Frage, die in Ihrem Antrag keine Erwähnung findet. Sollte der Platz rein aus städtischen Mitteln bezahlt werden: Welche Ausgaben für das Jahr 2018 müssen dann nach hinten geschoben werden oder werden nicht erledigt?“

Beantwortet wurden diese Fragen durch die CDU ebenso wenig, wie die nach den erwarteten Kosten für den Kunstrasenplatz. Volker Brudermanns (CDU) beantragte stattdessen kurzerhand, über die Beendigung der Debatte abstimmen zu lassen. Gegen die Stimmen von SPD, FDP, Grünen und Freien Wählern setzten die Christdemokraten dies schließlich mit ihrer absoluten Mehrheit im Heinsberger Rat auch durch.

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