Historisches Dokument nur durch einen Zufall entdeckt

Von: hewi
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Frank Salewski, Heiner Heupts, Wolfgang Küppers, Karlheinz Feiter und Leo Jansen planen das Jubiläum (v.li.). Foto: hewi

Erkelenz-Gerderhahn. Ein Dorf feiert Geburtstag. Anfang Juli wird in Gerderhahn die erstmalige urkundliche Erwähnung des Ortes „Genhane“ am 3. April 1317 mit einem Festwochenende begangen. Die entsprechende Urkunde befindet sich im Besitz der Stadt Wassenberg und beschreibt die Schenkung von 19 Morgen Ackerland zugunsten der Armen im Hospital des Heiligen Nikolaus der Stadt Wassenberg.

 Stifter waren der damalige Schultheiß des Hofes von Frohenrode (dem heutigen Fronderath) sowie ein Evardus in Genhane und Heinrich de Pueto. Sie übergaben „allein Gottes wegen und zum Heil ihrer Seelen“ das Land mit der Auflage, dass der Erlös aus Bewirtschaftung und Verkauf allein zugunsten „der Armen im besagten Hospital“ verwendet werden durfte.

„Der Ort wird wohl älter sein“, betonte Wolfgang Küppers bei der Vorstellung des Jubiläumsfestes. Die Urkunde sei nur die erste schriftliche Erwähnung der Ortschaft. Dass man überhaupt von der Existenz der Urkunde weiß, verdanken die Gerderhahner dem Zufall und Willi von der Beeck. Der hatte nämlich schon vor über 50 Jahren wegen einer Festschrift zum Jubiläum des Turnvereins in Wassenberg recherchiert und war auf das historische Schriftstück gestoßen.

Eine Schenkung

Die Schenkung war angesichts der zu dieser Zeit herrschenden Verhältnisse nicht ungewöhnlich. Es gab ungewöhnliche Schlechtwetterperioden, Hunger und Pest. Da war es schon besser, wenn man sich mit den himmlischen Mächten etwas besser stand. Die Urkunde ist nach heutigen Maßstäben nicht zu entziffern. Was man heute weiß, basiert auf einer Übersetzung einer lateinischen Abschrift des frühneuhochdeutschen Textes.

Der Dorfgemeinschaft reicht das Datum jedoch für ein Jubiläumsfest, in dessen Rahmen auch ein Gedenkstein gegenüber der Mehrzweckhalle aufgesetzt wird, der an die Geschichte des Ortes erinnern soll. Auch sonst ist Gerderhahn ein Ort mit Tradition. Die dortige Freiwillige Feuerwehr ist die älteste im Kreis und eine der ältesten in NRW.

Die Karnevalsgesellschaft ist mindestens aus dem Jahr 1860 und die aus dem Hubertusverein hervorgegangene Bruderschaft stammt aus dem Jahr 1879. Grund genug, um auf die lange Tradition des Ortes stolz zu sein und sie zu feiern. Das Original der Urkunde wird am Festabend zu sehen sein, bevor es im Wassenberger Archiv verschwindet. Eine Kopie soll zukünftig in der Mehrzweckhalle hängen.

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