Historische Motorräder: In acht Tagen vom Selfkant nach Görlitz

Von: agsb
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Bürgermeister Herbert Corsten begrüßte am Westzipfelpunkt Deutschlands die Oldtimerfahrer der historischen Fahrt von West nach Ost. Foto: agsb

Selfkant-Isenbruch. Das Spargeldorf Effeld erlebte am Wochenende Außergewöhnliches. Die Deutschlandfahrt für 100-jährige Motorräder vom äußersten Westen bis zum östlichsten Zipfel des Landes Osten startete ab dem Landgasthaus Effeld.

Der Prolog am Samstag führte zum Westzipfel bei Isenbruch, am Samstag führte die erste Etappe von Effeld nach Olfen. Die Besucher am Westzipfelpunkt hinter der Ortschaft Isenbruch staunten nicht schlecht, als es ratterte und knatterte und die Maschinen anrollten. Es waren diesmal keine Traktoren, es waren ganz besondere Motorräder, die die Blicke auf sich zogen.

Selfkants Bürgermeister Herbert Corsten begrüßte 16 Teilnehmer dieser einzigartigen Fahrt am westlichsten Punkt Deutschlands. Corsten wunderte sich ein wenig über die angegebene Kilometerzahl von Selfkant bis Görlitz. „Wenn ich mit dem Auto fahre, sind es um die 680 Kilometer“, rechnete Corsten. Die Route der Zweiräder war aber mit rund 1000 Kilometern angegeben.

„Die jüngste Maschine ist 100 Jahre alt, die älteste 105“ schmunzelte Timo Rohrwick aus Mainz, Organisator dieser Deutschlandfahrt: „Die Maschinen fahren zwischen 50 und 70 km/h.“ Also ging es über Landstraßen, Ballungsgebiete wurden vorsichtshalber umfahren.

„Die Idee wurde im Jahr 2008 geboren. Da hatten wir vom Club des Veteranen–Fahrzeug-Verbandes die Idee eine Mehrtagestour durchzuführen, bisher gab es nur Tagesfahrten. Wir waren von der Zuverlässigkeit der Motorräder vor dem Baujahr 1915 überzeugt und planten die erste Deutschlandtour von Nord nach Süd“, erläuterte Organisator Timo Rohrwick.

Und 2009 war es soweit, vom nördlichsten Punkt List auf Sylt ging es über 1240 Kilometer zum südlichsten Punkt in Oberstdorf. Die Maschinen hielten, die Teilnehmer waren begeistert. So plante eine Deutschlandtour von West nach Ost, einmal quer durch die Republik. Und erneut war den Organisatoren klar: „Es wird nicht leicht diese Oldtimermaschinen, teilweise ohne Getriebe, über Berge und Täler ans Ziel zu führen“.

Aber die Organisatoren haben an alles gedacht: „Wir haben stets einen Servicewagen mit dabei, um notfalls den Antriebsriemen zu kürzen, die Zündkerzen zu reinigen oder andere kleine Reparaturen durchzuführen, wir haben alles dabei“, berichtete der Mainzer und freute sich über den gelungenen Start im Kreis Heinsberg. „Es reizt der Pioniergeist auf dieser Tour über acht Tage. Hält die Maschine oder muss ich reparieren? Wir fühlen uns als Abenteurer“, gab Timo Rohrwick Einblick in die Gefühlswelt der 16 Teilnehmer.

Jede Ampel eine Herausforderung

Für Peter Peschken aus Moers stellt Ampel eine besondere Herausforderung dar. „Ich komme aus der Autobranche die moderne Technik ist persönliches Ding nicht so mein Ding, die alte Technik fasziniert mich einfach. Eine Fahrt ist stets ein besonderes Abenteuer. Meine Wanderer hat kein Getriebe, geschweige denn eine Kupplung. Das heißt: Fahren oder nicht fahren.

An jeder Kreuzung die Maschine ausschalten und dann wieder antrampeln, das ist stets eine schweißtreibende Angelegenheit“, lachte Peter Peschken, der über seinen Vater zum Hobby mit den Oldtimern gelangte und sich einen Lebenstraum erfüllte. „Ich war schon im Heimatwerk Chemnitz mit meiner Maschine zu Gast“, freut sich der Moerser auf ein Wiedersehen beim Besuch des sächsischen Motorradmuseums.

Am Westzipfel lockten die ungewöhnlichen Motorräder am vergangenen Wochenende jedenfalls viele Neugierige an. Ein besonderer Hingucker war dabei eine Indian Big Twin aus den USA vom ersten Serienmotorradhersteller der Welt, der Indian Motorcyle Company in Springfield, Massachusetts, aus dem Jahre 1914.

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