Historische Fahne kommt über Ebay aus den USA zurück

Von: Dettmar Fischer
Letzte Aktualisierung:
5151920.jpg
Ganz vorsichtig mit baumwollenen, weißen Handschuhen nahm Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder (l.) die Fahne des Katholischen Arbeiter-Vereins Heinsberg vom Heinsberger Heimatverein entgegen in den Besitz der Kreisstadt. Foto: D. Fischer

Heinsberg. Die Fahne ist gerade erst zurück aus Amerika und hat sich in der Heimat schon einen Namen gemacht. Die meisten Heinsberger, die sich zumindest entfernt für Heimatgeschichte interessieren, denken beim Wort „Fahne“ gleich an die schöne Geschichte der 1927 unter großer Beteiligung der Bevölkerung geweihten Fahne des Katholischen Arbeiter-Vereins Heinsberg, die kurz nach dem letzten Krieg als Souvenir nach Amerika entschwand und dieser Tage per Ebay-Auktion, gewonnen vom Heimatverein Heinsberger Lande, nach Heinsberg zurückkehrte.

Einen „würdigen“ Platz werde sie in ihrer Heimatstadt finden, sicherte Bürgermeister Wolfgang Dieder dem Vorstand des Heimatvereins Heinsberg bei der Übergabe in städtischen Besitz zu. Fein eingewickelt in eine flauschige Decke übergaben der 1. Vorsitzende Helmut Coenen, der 2. Vorsitzende Franz-August Schuhmacher, Kassenwart Willi Aufsfeld und Wanderwart Peter Ohlenforst dieses „Teil unserer Kulturgeschichte“, so Bürgermeister Dieder, offiziell an die Stadt Heinsberg. Bürgermeister Dieder: „Die würdige Unterbringung dieses Kulturguts liegt mir sehr am Herzen.“

Sein Amtszimmer als Ort der „würdigen“ Unterbringung hat Bürgermeister Wolfgang Dieder wohl nicht im Blick. Also Butter bei die Fische, „Klingelingeling“, das Redaktionstelefon läutet im „Begas Haus - Museum für Kunst und Regionalgeschichte Heinsberg“, dort soll die Fahne nach dem Wunsch des Heimatvereins ihren „würdigen“ Platz bekommen: „Guten Morgen Frau Dr. Müllejans-Dickmann, wir wärs mit ner hübschen Fahne für´s Begas Haus?“

Das Begas-Haus erfindet sich gerade neu, vom Kreismuseum zum Themenmuseum und wird Ende 2013 eröffnet. Museumsleiterin Dr. Rita Müllejans-Dickmann weiß sofort, um welche Fahne es geht: „Ich bin sehr glücklich über das Engagement des Heimatvereins. Diese Fahne ist ein bedeutendes Stück Regionalgeschichte.“

Die Regionalgeschichte werde im neuen Museum auch am Beispiel der Stadt Heinsberg umfassend dargestellt werden, erklärt die Museumsleiterin. Der Kirchenschatz von St. Gangolf, das Porträt des Kurfürsten Karl-Theodor oder das Schützensilber aus Teveren und Vieles mehr sollen in neuem Rahmen präsentiert werden.

Dr. Müllejans-Dickmann weist aber auf die Auflagen hin, denen die museale Präsentation von Textilien unterliegen. Aus konservatorischen Gründen sei eine Dauerausstellung von Textilien nur unter sehr reduzierten Lichtverhältnissen möglich. Mit Blick auf den Eröffnungstermin des Museums sei eine solche Präsentation im regionalgeschichtlichen Bereich des Begas-Hauses nicht mehr zu realisieren.

Bei normalen Lichtverhältnissen könne die Fahne aus konservatorischen Gründen nicht länger als maximal drei Monate gezeigt werden. Den bislang als „Multifunktionsraum“ deklarierten Saal im Hause Begas kann sich die Museumsleiterin durchaus für eine zeitlich begrenzte Präsentation vorstellen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert