Hilfsprojekt: Mit Schiefertafeln den Menschen in Ghana helfen

Von: Anna Petra Thomas
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Mit dem Verkauf von „Segenstafeln“ will Martina Jansen das Schulprojekt von Pater Gerald Tanye in seinem Heimatort in Ghana unterstützen. Foto/Repro: anna
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Rund drei Dutzend Kinder können schon jetzt dank der Hilfe von Pater Tanye in Ghana die Schule besuchen. Foto/Repro: anna

Wassenberg. Segen spenden will ein Hilfsprojekt in der Pfarrei St. Marien Wassenberg zu Weihnachten gleich im doppelten Sinne: Dabei werden aus Schiefer sogenannte Segenstafeln hergestellt, auf denen sich an der Hauswand zu Jahresbeginn der Segensspruch der Sternsinger leicht anbringen lässt.

Der Erlös aus dem Verkauf dieser Tafeln soll ein Segen sein für Schulen oder Universitäten im afrikanischen Ghana, der Heimat des in Wassenberg tätigen Paters Dr. Gerald Tanye.

Seit mehr als 25 Jahren begleitet Martina Jansen die Wassenberger Sternsinger und weiß aus Erfahrung, wie schwierig es manchmal ist, den Segensspruch der heiligen drei Könige und ihrer Begleiter auf die Hauswand zu schreiben, wenn es sich dabei zum Beispiel um ganz raue Klinker handelt. Die Idee zum Projekt Segenstafeln kam ihr, als ihr jemand eine entsprechende Keramiktafel als Geschenk mitbrachte.

Martina Jansen begab sich auf die Suche nach einer preiswerteren Lösung und fand Gehör bei einem Produzenten von Schiefertafeln in Koblenz. Er machte ihr einen guten Preis, übernahm sogar den Transport und lieferte die Tafeln gleich mit zwei Bohrlöchern für die Verschraubung in der Wand. Für die passenden Schrauben und Dübel, die gleich mitgeliefert werden, fand sie sogar einen Spender. „Wenn man erzählt, was man macht, kriegt man an vielen Stellen Hilfe“, sagt sie.

Dann ging es an die „Dekoration“ der Tafeln. „Christus Mansionem Benedicat“ steht wahlweise in drei verschiedenen Schriften oben auf der Tafel. „Christus segne dieses Haus“ steht unten. Dazwischen ist Platz für den jährlichen Segensspruch, der sich jetzt leicht in weißer Kreide aufschreiben lässt oder auch groß genug ist für den fertigen Aufkleber, den die Sternsinger-Gruppen ebenfalls meist bei sich haben.

Mithilfe von Schablonen werden die Schriftzüge mit weißer Farbe auf die Tafeln aufgebracht. Martina Jansen malt sie von Hand. „Zehn Stück schaffe ich an einem Abend“, erzählt sie. „Spritzen geht auch“, erklärt sie, doch das sei nicht so einfach, da die Schiefertafeln eine raue Oberfläche hätten und dann die Buchstaben manchmal nicht so ganz sauber auf die Tafeln appliziert werden könnten.

Schon beim Wassenberger Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr wurden die Tafeln zum ersten Mal an der Propsteikirche St. Georg verkauft. Nach einem Bericht in dieser Zeitung seien die Verkaufszahlen bis Anfang Januar ganz rasant angestiegen, freut sich Martina Jansen. Und so konnte sie bereits aus der Aktion des vergangenen Jahres den Erlös an Pater Tanye übergeben. „Bildung: Saatgut gegen Armut und Not“ heißt sein Projekt in Ghana, das Kinder fördern will, von der Grundschule übers Gymnasium bis hin zu Berufsausbildung oder Studium.

Die Grundschule befindet sich in Tampaala, dem Heimatort des Paters. Dieser gehört zur Pfarrei Jirapa im Bistum Wa, ganz im Nordwesten Ghanas. Seit drei Jahren sind es zwischen 30 und 40 Kinder, die der Pfarrer gemeinsam mit einem kleinen deutschen Team und einem Team vor Ort in Ghana betreut. In seinem Heimatland bestehe zwar Schulpflicht, aber die Eltern müssten Schulgeld zahlen, erzählt der Pater. Und das könnten sich große Familien oft nicht oder nicht für alle Kinder leisten. Auch er stammt aus einer großen Familie und hat erfahren müssen, wie es ist, wenn nicht alle Kinder in die Schule gehen können. „Auch drei meiner Geschwister konnten die Schule nicht besuchen“, sagt er.

Daher will er jetzt in seiner Heimat dabei helfen, dass alle jungen Menschen eine Schule besuchen können. „Wir sind überzeugt, dass junge Menschen mit der nötigen Unterstützung ihre Talente entfalten und ein selbstbestimmtes Leben führen können“, sagt er. Sein Team vor Ort hilft bei der Auswahl der Kinder, die eine Unterstützung benötigen, hält die Familien aber zugleich an, sich zumindest mit zu einem Teil an den Ausbildungskosten zu beteiligen. Darüber hinaus werden die Kinder danach auch weiter begleitet, um einen kontinuierlichen Schulbesuch der Kinder zu gewährleisten.

Unterstützt werden kann das Projekt von Pater Tanye durch einmalige oder auch monatliche Spenden. 25 Euro pro Monat ermöglichen einem Kind in Ghana den Besuch der Grundschule. 50 Euro sind nötig für eine weiterführende Schule, 80 Euro für eine Berufsausbildung oder ein Studium. „Kann ein Pate nicht ausreichend finanzielle Unterstützung aufbringen oder nicht über die gesamte Schul- und Ausbildungszeit, erhält das Kind die fehlenden Mittel aus den allgemeinen Spendeneinnahmen, damit es seine Ausbildung fortsetzen kann“, so Tanye. Eine solche allgemeine Spende will Martina Jansen dem Pater auch in diesem Jahr wieder zukommen lassen mit dem Verkauf ihrer Segenstafeln (6 Euro pro Stück) beim Weihnachtsmarkt der Pfarrei auf dem Stiftsplatz am dritten Adventswochenende, 12. und 13. Dezember.

Gerne vermittelt Pater Tanye interessierten Menschen aber auch die Übernahme einer direkten Patenschaft für ein Kind aus seinem Heimatort. Interessenten erhalten mehr Information direkt bei Pater Tanye, Telefon 02432/2240 oder via E-Mail an gtanye@yahoo.com. Spenden sind möglich auf das Konto 11009 bei der Steyler Bank (BLZ 386 215 00), Verwendungszweck „Schulgeld Gerald Tanye, Ghana“. Auch wenn die Vereinsgründung noch nicht abgeschlossen ist, erhält jeder Spender auf Wunsch eine Spendenquittung.

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