Hilfsbedürftigkeit im Alter: Vorsorge-Mappe wahrt die Selbstbestimmung

Von: jwb
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Sie stellten die neue Vorsorge-Mappe bei einem Pressegespräch im Heinsberger Kreishaus vor: Klaus Heinrichs, Volkhard Dörr, Stephan Pusch und Liesel Machat (v. l. n. r.). Foto: Bindels

Kreis Heinsberg. Als einen weiteren Baustein zur Unterstützung der Bürgerschaft stellte der Kreis Heinsberg am Donnerstag bei einem Pressegespräch die Vorsorge-Mappe vor. Landrat Stephan Pusch, Dezernentin Liesel Machat, Volkhard Dörr als Leiter der Stabsstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung sowie Klaus Heinrichs von der Betreuungsstelle des Kreises Heinsberg erläuterten die Bestandteile der Mappe.

„Ich bin stolz, die Vorsorge-Mappe vorstellen zu können“, lauteten die einleitenden Worte von Landrat Stephan Pusch. Mit diesem Rundum-Sorglos-Paket stehe eine wichtige Dienstleistung für den Bürger ab sofort zur Verfügung. Die Vorsorge-Mappe enthalte Informationen für den Fall der Hilfsbedürftigkeit im Alter, bei schwerer Erkrankung oder Unfall sowie Vordrucke wie Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung oder Patientenverfügung und einen Notfallausweis. Damit könne rechtzeitig festgelegt werden, dass in jeder Lebenslage von Hilfsbedürftigkeit im gewünschten Sinne gehandelt werde.

„Diese Vorsorgehilfen ermöglichen die Wahrung der Selbstbestimmung“, fügte Volkhard Dörr an, und sie könnten eine gerichtliche Betreuung vermeiden helfen. Im Rahmen der Sozialraum-Orientierung für die Bürgerschaft stelle die Vorsorge-Mappe einen Baustein dar. Weitere Bausteine wie eine Pflege-Mappe seien in der Entstehung.

„Vorsorgevollmachten müssen für manche Rechtsgeschäfte öffentlich beglaubigt sein“, ergänzte Liesel Machat. Diese Beglaubigung müsse nicht notwendigerweise notariell vorgenommen werden. „Die Kosten für eine öffentliche Beglaubigung betragen zehn Euro“, beschrieb Klaus Heinrichs den Kostenaufwand. Die Beglaubigung könne in der Betreuungsstelle des Kreises erfolgen, die in allen vorsorgerechtlichen Angelegenheiten berate.

Mit einer Vorsorgevollmacht kann ein Hilfsbedürftiger einen Menschen seines Vertrauens bevollmächtigen. Dieser Bevollmächtige kann damit den Hilfsbedürftigen rechtsverbindlich vertreten. Durch eine öffentliche Beglaubigung können Zweifel an der Echtheit der Unterschrift beseitigt werden. Immobilienverkäufe tätigen oder einen neuen Personalausweis für den Hilfsbedürftigen beantragen, dies geht aber nur mit einer öffentlich beglaubigten Vollmacht.

Eine Betreuungsverfügung legt fest, wen das Betreuungsgericht als Betreuer bestellen soll. Die Patientenverfügung legt fest, welche Maßnahmen zur Lebenserhaltung gewünscht werden, aber auch welche medizinischen Maßnahmen unterlassen oder abgebrochen werden sollen. Der Notfallausweis, der in der Geldbörse ständig mitgeführt werden sollte, weist auf den Hausarzt hin, auf das Vorliegen ­einer Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung hin und darauf, wer eine Vertretungsvollmacht hat.

Die Vorsorgemappe ist kostenlos beim Kreis und bei den Städten und Gemeinden allen Kommunen im Kreisgebiet erhältlich. Im Internet steht ein Download auf der Homepage des Kreises (www.kreis-heinsberg.de) in der Rubrik Bürgerservice unter Formulare / Dokumente bereit.

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