Hilfsangebote besser koordinieren

Von: Monika Baltes
Letzte Aktualisierung:
11331007.jpg
Diskutierten und standen Rede und Antwort: (v.l.) Pfarrer Hu-Duc Tran, Hassan El-Ghadi, Nurah Kurdi-Mazyek, Jutta Schwinkendorf, Willibert Jansen und Rüdiger Birmann. Foto: Monika Baltes

Wegberg-Wildenrath. Zwei Stunden lang hatten bei der Podiumsdiskussion „Angekommen in einem fremden Land“ in der vollen Gaststätte „Zur Post“ in Wildenrath Herausforderungen und organisatorische Probleme im Vordergrund gestanden.

Und dann bekamen die „Chancen“ das Wort. Der Grund, warum alle Hürden genommen werden müssen, jeder Aufwand lohnt: Zwei Menschen, geflohen vor Gewalt und Terror, die Schutz und Hilfe brauchen.

Für Flüchtlinge engagieren

Mohammed Froz Omarr aus Afghanistan erzählte seine kurze Geschichte in deutscher Sprache, obwohl er erst seit wenigen Monaten in Deutschland ist. Ayas Shekhmus aus Syrien ließ seine Schilderung von Hassan El-Ghadi vom Verein Asyl in Wegberg übersetzen.

Eingeladen hatte der SPD-Ortsverein Wegberg in Zusammenarbeit mit der Evangelischen sowie der Katholischen Kirche, dem Zentralrat der Muslime, dem Verein Asyl in Wegberg und dem Wassenberger Flüchtlingsnetzwerk. Es war das „helle Deutschland“, das auf dem extrem schlecht beleuchteten Podium Platz genommen hatte, Menschen, die sich für Flüchtlinge engagieren.

Pfarrer Hu-Duc Tran und Willibert Jansen (Katholische Gemeinde St. Martin Wegberg), Jutta Schwinkendorf (Evangelische Kirchengemeinde und Wassenberger Flüchtlingsnetzwerk), Nurah Kurdi-Mazyek (Zentralrat der Muslime Deutschland), Hassan El-Ghadi (IG Asyl in Wegberg) und Rüdiger Birmann (Vorsitzender SPD Wegberg) beleuchteten die Situation der in Wegberg Hilfe und Asyl suchenden Menschen.

Sicherheit, Akzeptanz, Vertrauen, Freiheit und Heimat stellte Rüdiger Birmann in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen: „Ohne Vertrauen scheitert die Migration.“ Nach kurzen Statements der Podiumsgäste stellten sie sich der Diskussion mit den Besuchern. Immer wieder musste auch Schirmherr Michael Stock, Wegberger Bürgermeister, Stellung beziehen.

Defizite beheben

Es sind demnach die organisatorischen Hürden, die eine reibungslose Zusammenarbeit behindern. Viele Hoffnungen konzentrieren sich auf den in Wegberg ins Leben gerufenen Runden Tisch. Der Turnverein Büch-Arsbeck will beispielsweise Sportstunden für Flüchtlinge anbieten und scheitert aber an den nicht zu organisierenden Fahrgelegenheiten.

Gleichzeitig gibt es Privatpersonen, die durchaus bereit wären, solche Fahrdienste zu übernehmen. Anlaufstellen und Ansprechpartner seien nicht genügend publik, kritisierten die Teilnehmer. Ein Defizit, das mit einem Flyer, der in alle Haushalte kommt (eventuell mit dem Müllkalender), behoben werden soll.

Die Sozialarbeiterin der Stadt Wegberg Birgit Foitzek wies darauf hin, dass in der Flüchtlingsunterkunft an der Nordstraße demnächst ein Begegnungsraum zur Verfügung stehe. Das werde Kommunikation und Koordination vereinfachen. Darüber hinaus steht für alle, die ehrenamtlich arbeiten wollen, bei der Stadt Wegberg als Ansprechpartner Youssef Alami zur Verfügung (youssef.alami@stadt.wegberg.de; Telefon 02434/ 9250393).

„Gelebte Menschlichkeit“, forderte Rüdiger Birmann ein, „denn nur privates persönliches Engagement wird aus einem Flüchtling einen Nachbarn, einen Kollegen, einen Freund machen“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert