Heinsberg - Hilfe, die von Herzen kommt: Heinsberger Tafel lädt gleich zu drei Feiern ein

Hilfe, die von Herzen kommt: Heinsberger Tafel lädt gleich zu drei Feiern ein

Von: Anna Petra Thomas
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Zusammen mit der Kirchenmaus riefen Pfarrer Sebastian Walde und die Tafel ganz laut nach dem Nikolaus, der auf seinem großen Stuhl Platz nahm und alle Kinder beschenkte. Foto: Anna Petra Thomas
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Robert D. kommt heute ohne Scheu zur Tafel. Das war am Anfang noch anders.

Heinsberg. Das Geklapper von Tassen und Untertassen im Obergeschoss schallt weit durch die geöffneten Fenster über den Platz vor dem Gebäude der Heinsberger Tafel. Unten vor der Tür warten schon geduldig die nächsten Besucher auf ihren Termin.

Gleich zu drei Feiern hat die Heinsberger Tafel in diesem Jahr an einem Tag eingeladen, um all die Gaben aus der Bevölkerung an ihre ständig wachsende Zahl an Kunden weitergeben zu können. Rund 600 große Taschen mit Lebensmitteln und Süßigkeiten haben viele fleißige Hände im Hintergrund dieses Mal gepackt. Mehr als 180 Geschenke für die Kinder haben sie mit den passenden Nummern versehen und in großen roten Kisten bereitgestellt.

„Da sind ja ganz viele Kinderaugen, die uns anschauen“, sagt zu Beginn der dritten Feier Pfarrer Sebastian Walde, der Vorsitzende der Tafel, zu seiner Kirchenmaus, an der die Kinder auch in diesem Jahr wieder viel Spaß haben. Vor allem der kleine Parham (4) aus dem Iran gehört dazu. Er ist mit seiner Mama gekommen und hat seinen kleinen Nikolaus auch gleich mitgebracht. Im großen Saal der Tafel hat er sich ganz nach vorne gesetzt und ist ganz gespannt auf den großen Nikolaus, der ihm gleich sein Päckchen überreichen soll.

„Es ist auch dieser Mann hier, der in diesem Jahr ganz viel getan hat“, erklärt Walde und stellt den Gästen mit Heinz-Gerd Schröders, Geschäftsführer des Heinsberger Krankenhauses, den Schirmherrn der diesjährigen Tafelaktion vor. Er habe auch die Mitarbeiter im Krankenhaus gebeten, ihn bei der Aktion zu unterstützen. „Nicht nur mit ihren Händen, sondern mit ganz viel Liebe haben die Menschen all das hier abgegeben, was sie mit Euch teilen wollen“, so Walde weiter.

Gleich dreifach spricht der Schirmherr seinen Dank aus, an die Kunden, an die Helfer und an die Spender. „So können Sie gerade zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel die Versorgung mit Lebensmitteln für Sie und Ihre Familien besser sicherstellen“, sagte er den Tafelkunden. „Sie sorgen aktiv dafür, dass Notsituationen vermieden werden.“ Seinen guten Wünschen zu Weihnachten und zum neuen Jahr fügt er hinzu: „Vor allem wünsche ich Ihnen auch in Zukunft viel Kraft, damit Sie die oft schwierigen Situationen in Ihrem Leben meistern.“

Sein Dank geht aber auch an die Helfer. „Nur durch Ihre engagierte, ehrenamtliche Arbeit konnte auch in diesem Jahr wieder die Weihnachtspäckchen-Aktion der Heinsberger Tafel möglich gemacht und zum Erfolg geführt werden.“ Und auch die Spender all der vielen Lebensmittel und Geschenke für die Kinder vergisst Schröders nicht. „Sie haben in diesem Jahr die Weihnachtspäckchen-Aktion der Heinsberger Tafel mit einer großzügigen Spende bedacht. Dafür danke ich Ihnen als Schirmherr von ganzem Herzen.“

Auch wenn die Rede nur kurz ist, können die kleinen Besucher es kaum noch erwarten. Und nachdem die kleine Jasmin (5) mit der Kirchenmaus ein Lied gesungen hat und schon mal auf dem großen Stuhl für den Nikolaus Platz genommen hat, kommen auch alle anderen Kinder nach vorne und rufen zusammen mit der Maus ganz laut nach dem Nikolaus. Viele Kameras blitzen auf, als er zwischen den Kindern auf seinem großen Stuhl Platz nimmt und dann eines nach dem anderen beschenkt, sich noch einmal geduldig fotografieren lässt oder sich bei den Kindern bedankt, die ihm ein kleines Gedicht mitgebracht haben.

„Das ist doch schön für die Kinder“, freut sich Robert D., der die Situation von ganz hinten aus dem großen Saal beobachtet. Auch er gehört zu denen, die regelmäßig zur Tafel kommen. Am Anfang habe er schon Scheu gehabt, hierher zu kommen, erzählt der 53-Jährige, der einmal Betonbauer war, aufgrund gesundheitlicher Probleme aber seinen Beruf aufgeben musste.

Und jetzt, nach dem Tod seiner Frau, kümmert er sich alleine um seine drei Kinder. Inzwischen weiß er, dass die Hilfe der Heinsberger Tafel von Herzen kommt. „Das macht es leichter, sie anzunehmen“, sagt er. „Früher ging es mir auch einmal besser. Aber es ist leider so gekommen. Die Tafel hilft den Menschen hier sehr, vor allem auch unseren ausländischen Mitbürgern.“

Nach einem anstrengenden Tag sind Pfarrer, Schirmherr und Helfer zufrieden mit ihrer Weihnachtsaktion. Und der Schirmherr ist inzwischen so überzeugt von dieser ehrenamtlichen Arbeit, dass er sich zusammen mit seinen Mitarbeitern im Krankenhaus auch im kommenden Jahr wieder in den Dienst der guten Sache stellen will. Auch im Krankenhaus soll dann wieder eine Annahmestelle für Lebensmittel und andere leckere Gaben zum Weihnachtsfest eingerichtet werden.

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