Hilfe aus dem Bauwagen soll alle erreichen

Von: hewi
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Walter Steinbusch (Raiffeisenbank), Bürgermeister Peter Jansen und WiE-Vorsitzender Franz Thiel (v. l.) bei der Übergabe des Bauwagens. Foto: hewi

Erkelenz-Neuhaus. Der Flüchtlingshilfsverein „Willkommen in Erkelenz (WiE) - Die Lobby für Flüchtlinge“ konnte jetzt die Fertigstellung seines ersten Projektes abschließen und zur Nutzung übergeben. Im Übergangsheim Erkelenz-Neuhaus stellt er einen umgerüsteten Bauwagen zur Verfügung.

In dem Bauwagen erhalten Asylsuchende von ehrenamtlichen Kräften Betreuung und Deutschunterricht. „Als wir die Idee im Mai hatten, hätten wir nie gedacht, dass wir unseren Traum schon Anfang September realisiert haben“, sagte der WiE-Vorsitzende Franz Thiel hocherfreut bei der offiziellen Übergabe in Neuhaus. Er freute sich über das rege Interesse der Anwohner des Übergangsheims, der dort lebenden Menschen und vieler interessierter Bürger aus dem Stadtgebiet.

„Diese Präsenz der vielen Menschen hier und heute zeigt die Bedeutung des Anlasses“, erklärte er. Die Hilfe für die Flüchtlinge sei für viele Erkelenzer eine Herzensangelegenheit. „Unsere Hilfe soll ganz unten bei den Flüchtlingen ankommen“, sagte Thiel, „und hier mit unserem Bauwagen sind wir mitten unter ihnen.“

Da die Kommunen angesichts der Flüchtlingszahlen ausgelastet und teilweise überlastet seien, habe das ehrenamtliche Engagement der Bürger noch mehr Bedeutung. Viele wollten helfen, seien aber noch nicht organisiert. Nun heiße es, Strukturen zu schaffen und effektive Hilfe zu ermöglichen. Der Verein in Erkelenz stecke noch in den Kinderschuhen.

Trotzdem könne man mit dem bisher Erreichten zufrieden sein und es als Ansporn betrachten, noch mehr zu erreichen. Gegründet hatte sich der Verein im Frühling, als die Ausmaße der zu erwartenden Flüchtlingszahlen sich abzeichneten.

3500 Euro hat der Verein in den 30 Jahre alten Bauwagen und seine Herrichtung investiert. „Das ist nur dank der vielen Spenden möglich geworden“, sagte Thiel und nannte namentlich die Raiffeisenbank Erkelenz, die den Großanteil von 2500 Euro beisteuerte.

Ihr Vorstandsmitglied Walter Steinbusch lobte den Verein für die „pragmatische Hilfe“. Es sei wichtig, Sprachbarrieren abzubauen, durch die Arbeit in dem Bauwagen sei ein Schritt dahin getan. Schon durch seinen Namen „Willkommen in Erkelenz“ liefere der Verein ein gutes und wichtiges Signal an alle Menschen, die als Flüchtlinge die Hilfe anderer bedürfen.

Wie wichtig die ehrenamtliche und dabei pragmatische Hilfe der Bürger ist, betonte Bürgermeister Peter Jansen. „Es ist toll, dass sich der Verein gegründet hat. Er steuert, er lenkt, er arbeitet und hilft ganz unten“. Ohne diese Hilfe ganz unten vor Ort sei die Unterstützung und Aufnahme der Flüchtlinge gar nicht möglich. Jansen übte aber auch Kritik am Bund und dem Land Nordrhein Westfalen, die organisatorisch überfordert seien. Die eigentliche Flüchtlingsarbeit finde in den Kommunen statt.

Dort wäre ohne das ehrenamtliche Engagement der Bürger oftmals eine schnelle Aufnahme und Versorgung der Flüchtlinge nicht möglich. „Wir vor Ort sind das Rettungsboot. Die oben wissen nicht, was sie tun wollen“, erklärte er. „Also packen wir an und freuen uns, wenn wir den Flüchtlingen dabei behilflich sein können, in unserer Gesellschaft Fuß zu fassen.“

Dass der Bauwagen nicht nur Unterrichtsraum und Begegnungsstätte ist, sondern noch eine weitere Funktion hat, darauf wies WiE-Geschäftsführer Wilfried Mercks hin. „Der Bauwagen ist auch Sammelstelle“, betonte er. Wer Kleidung, Spielzeug oder Fahrräder abgeben möchte, könne dies dort tun.

Die nächsten Ideen reifen heran. So sei das Projekt „Dialog des Alltags“ in Vorbereitung, bei dem Flüchtlinge und Bürger miteinander sprechen und gemeinsam versuchen, Probleme des alltäglichen Lebens zu beheben.

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