Hilfarth bekommt ein muslimisches Gräberfeld

Von: kalauz
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muslimisches gräberfeld grabfeld moslems islam friedhof. Foto: Peter Kneffel/dpa
Ein muslimisches Gräberfeld auf einem deutschen Friedhof. Foto: Peter Kneffel/dpa

Hückelhoven-Hilfarth. Das sei schon okay, dass die in Hückelhoven lebenden türkischen Mitbürger ihre Verstorbenen „nicht mehr in die Türkei verbringen müssen, sondern hier bestatten können“, sagte Heinz-Josef Kreutzer. Um seine Frage gleich hinterher zu schieben: „Ist das alles auch rechtlich abgesichert?“ Der CDU-Fraktionsvorsitzende meldete sich im Haupt- und Finanzausschuss zu Wort, als es um die „Errichtung eines muslimischen Grabfeldes auf dem Friedhof Hilfarth“ ging.

Im Herbst 2014, so die Verwaltung, sei der Wunsch laut geworden, auf einem städtischen Friedhof ein Grabfeld für die Durchführung muslimischer Bestattungen auszuweisen. „Wir haben das zweieinhalb Jahre lang diskutiert und fünfmal bearbeitet, die Situation war sehr kompliziert“, antwortete der Erste Beigeordnete Helmut Holländer auf Kreutzers Frage.

Eine Vorgabe war zum Beispiel, dass die Grabstellen nach Mekka ausgerichtet sein müssen und dass die Grabflächen vorher nicht belegt waren. „Wir haben einen Kölner Bestattungsunternehmer mit Erfahrung in solchen Grabfeldern hier gehabt – und trotzdem hat es acht Monate gedauert, bis wir das Thema vom Tisch hatten und jetzt im Ausschuss diskutieren können“, sagte Holländer.

„Noch ist die Nachfrage gering“

Nach den Vorgesprächen mit Vertretern muslimischer Glaubensgemeinschaften aus dem Stadtgebiet habe man ein Planungskonzept entwickelt, das eine Umgestaltung einer rund 450 Quadratmeter großen Teilfläche der Erweiterung des Friedhofes Hilfarth, auf der bisher 60 Wahlgräber geplant waren, in ein muslimisches Grabfeld mit 35 Wahl- und 22 Reihengräbern vorsieht.

„Den Antragstellern ist schon klar, dass sie sich an unsere Gepflogenheiten anpassen müssen“, betonte Holländer im Ausschuss. Hintergrund: Nach 30 Jahren läuft das Nutzungsrecht für das Grab ab, es kann dann für eine neue Bestattung genutzt werden. „Aber sie haben ja die Möglichkeit, nachzukaufen“, betonte der Beigeordnete.

Die Befürchtung des CDU-Fraktionschefs, bei der Größe des Grabfeldes könne eine Art „muslimischer Beerdigungstourismus“ nach Hückelhoven einsetzen, teilte Bürgermeister Bernd Jansen nicht: „Die türkischen Mitbürger, die heute älter als 55 sind, werden wohl weiter zur Bestattung in die Türkei überstellt. Die unter 50-Jährigen werden das Angebot wohl nutzen. Aber noch ist die Nachfrage gering.“ Man müsse mal sehen, wie die Muslime das Angebot in den nächsten Jahren annehmen, sagte der Bürgermeister.

Das sahen die Ausschussmitglieder auch so: Der Antrag, auf dem Friedhof Hilfarth ein muslimisches Grabfeld einzurichten, wurde einstimmig angenommen.

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