Hermann-Josef-Stiftung feiert 150-jähriges Bestehen

Von: Helmut Wichlatz
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Geschenk zum 150-jährigen Bestehen: Klaus Krapoll (links) überreicht dem Kuratoriumsvorsitzenden Bürgermeister Peter Jansen ein Gemälde des Stifters aus dem Jahr 1849. Foto: Helmut Wichlatz
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Tag der offenen Tür im Hermann-Josef-Krankenhaus: Am Eingang des Festzeltes konnte jeder Besucher seinen Fingerabdruck hinterlassen. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. Ihr 150-jähriges Bestehen feierte die Hermann-Josef-Stiftung mit einem Festakt beim Tag der offenen Tür, bei der die Besucher viele Einblicke in die Arbeit des Krankenhauses erhielten. Die Stiftung des Notars Hermann-Josef Gormanns hat sich in den letzten 150 Jahren zu einem Gesundheitspartner mit mehreren Säulen entwickelt und ist der größte Arbeitgeber in der Stadt.

Neben dem Hermann-Josef-Krankenhaus mit seinen mittlerweile mehr als 400 Betten sind da die Krankenpflegeschule, die vor 62 Jahren gegründet wurde, das ambulante Pflegezentrum, die palliative Hauspflege und seit 17 Jahren auch das Hospiz, in dem Schwerstkranke und Sterbende ein Zuhause auf Zeit finden. Dazu kommt noch das Hermann-Josef-Altenheim das 1966 nach einer Spende gebaut werden konnte. Zum Jubiläum der Stiftung schuf der Erkelenzer Künstler Karl-Heinz Laufs eine Stele, die die Säulen der Stiftung unter einem gemeinsamen Dach darstellt.

Die Gäste, die zur Feierstunde in die Kapelle des Krankenhauses kamen, konnten die Arbeit schon in Augenschein nehmen. Der Gottesdienst wurde von Pastor Werner Rombach und seinem evangelischen Amtskollegen Günter Wild gehalten.

Beim anschließenden Festakt hob Bürgermeister Peter Jansen die große Verbundenheit zwischen Stiftung und Stadt hervor. Diese zeige sich auch darin, dass der Bürgermeister stets auch Mitglied des Stiftungskuratoriums sei, „so er denn katholisch ist“. Dies war nämlich eine der Bedingungen, an die die Stiftungsspende geknüpft war. Heute sei die Stiftung nicht nur der größte Arbeitgeber der Stadt, sondern rückblickend auch einer der Motoren, die zur Entwicklung von Erkelenz beigetragen haben. „Der Auftrag des Stifters lautete, Hilfe zu leisten, wo Menschen Hilfe brauchen“, betonte Jansen. „Er hat sich jedoch im Wandel der Zeit immer wieder den Bedürfnissen der Menschen angepasst.“

Als Nachkomme des Stifters ist auch Klaus Krapoll Mitglied des Kuratoriums. „Hermann-Josef Gormanns besaß nicht nur viel Mitmenschlichkeit, sondern zum Glück auch das nötige Geld“, erklärte er. Er beschrieb die Zeit der Stiftung als Aufbruch zwischen den Auswirkungen der französischen Revolution und der Industrialisierung und der damit einhergehenden Vertiefung der Kluft zwischen Arm und Reich. Die Stiftung bezeichnete er als „Schrittmacher des sozialen Fortschritts in Erkelenz“. Ihr Zweck, den Menschen Hilfe zu geben, sei heute so nötig wie damals. Ein Geschenk hatte auch er dabei: ein Gemälde des Stifters aus dem Jahr 1849. Mit den Worten „Hier gehört es hin“ überreichte er es Jansen.

Frohsinn und Professionalität

Der medizinische Direktor Dr. Harry Elsbernd betonte, dass er das Hermann-Josef-Krankenhaus seit 2002 kenne. Bei seinem ersten Besuch habe er dort, wo heute das Parkhaus steht, seinen Wagen auf einem unbefestigten Parkplatz abgestellt. Das Parkhaus stehe stellvertretend für die Entwicklung des Hauses, die auch neue Operationssäle sowie Abteilungen und Kliniken beinhalte. Beeindruckt habe ihn schon damals der rheinische Frohsinn, der im Hermann-Josef-Krankenhaus mit Professionalität und Disziplin einhergehe. Die 60.000 Taler des Notars seien eine „nachhaltige Spende“ gewesen, erklärte er.

Für ein besseres Verständnis der Entwicklungen in der Medizin und der damit verbundenen Lebenserwartung der Menschen seit der Stiftungsgründung lud der Aachener Lehrstuhlinhaber Professor Dr. Dr. Dr. Dominik Groß von der RWTH Aachen zu einer Zeitreise ein, in der er mit Fakten und Zahlen den Fortschritt der medizinischen Versorgung darstellte. Den Stifter Gormanns bezeichnete er als einen „universalgebildeten Menschen“, zu dessen Lebzeiten die durchschnittliche Lebenserwartung bei Männern um die 25 und bei Frauen um die 38 Jahre lag. Bei den jetzt Neugeborenen liege sie bei 78 beziehungsweise 83 Jahren.

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