Hellmuth Karasek zeigt humorige Seite

Von: Dettmar Fischer
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Hellmuth Karasek (l.) signierte für seine Fans in der Buchhandlung Gollenstede seine Bücher. „Das find ich aber gar nicht komisch!“ heißt sein neues dem Witz gewidmetes Werk. Foto: defi

Heinsberg. Pünktlich um 20 Uhr betritt Hellmuth Karasek die Buchhandlung Gollenstede. Es wird ein vergnüglicher Abend werden. Karasek ist gut aufgelegt. Sein Publikum mag ihn und seine Geschichten.

Bereits zum vierten Mal war der Journalist und Schriftsteller, der über zwanzig Jahre lang das Kulturressort des Spiegels leitete und an der Seite von Marcel Reich-Ranicki Literatur zum Fernseherlebnis machte, zu Gast in Heinsberg.

In Karaseks neuem Buch „Das find ich aber gar nicht komisch!“ geht es um die Geschichte des Witzes im Speziellen und witzige Geschichten im Allgemeinen. Dass Witze nicht immer „politisch korrekt“ sein müssen, hatte Karasek schon als Journalist bei der Wochenzeitschrift Die Zeit verinnerlicht. Für deren „Witzeseite“ (leider schon eingestellt, wie Karasek bedauert) lieferte der junge Hellmuth Karasek folgenden Beitrag: „Was ist der Unterschied zwischen einem Epileptiker und Griesbrei. Der Griesbrei liegt in Zucker und Zimt. Der Epileptiker liegt im Zimmer und zuckt.“ Die damalige Grande Dame der Zeit, Marion Gräfin Dönhoff, sei not amused gewesen, als sie diesen Witz in ihrer Zeitung gelesen habe. „Wenn Sie einen Epileptiker in Ihrer Familie hätten, Herr Karasek, würden Sie solche Witze nicht machen“, habe die Gräfin geschimpft. Karasek bekannte in Heinsberg schmunzelnd: „Von da an habe ich keine Witze mehr über Gebrechen gemacht, – also nur noch manchmal.“ Eine Flasche Whisky habe es damals als Honorar für einen Witz vom Ressortchef gegeben, so Karasek, das sei heute auch anders. Man dürfe, dies habe er auch aus seiner Zusammenarbeit mit Dr. Eckart von Hirschhausen gelernt, den therapeutischen Wert von Witzen aber nicht unterschätzen. Humor helfe sicherlich Hemmschwellen abzubauen.

Schön war auch der Witz vom Grafen Bobby und seinem Freund Freddy, mit dem Karasek laut eigenem Bekunden auf einer Party in Hamburg vor vielen Jahren Furore machte. Graf Bobby und Freddy wetten, wie viele Arten des Geschlechtsverkehrs es gibt. 100 wettet Graf Bobby, 99 hält Freddy dagegen. „Gut“, sagt Graf Bobby, „dann zählen wir sie jetzt alle auf.“ Die Gastgeberin der Party sei an dieser Stelle heftig errötet, ob der anstehenden Aufzählung, schilderte Karasek die Wirkung seines Beitrags zur Unterhaltung der Gästeschar.

Die Hausherrin sei ihm dann aber sehr verbunden gewesen, als der Witz so endete: Graf Bobby beginnt mit der Aufzählung möglicher Stellungen. „Also 1.: normal:“ Freddy: „Ach, schon gut, Bobby, Du hast gewonnen, die hatte ich ganz vergessen.“ Humorig belehrt ließen sich viele Besucher ihre Bücher vom Autor signieren. Dame: „Schreiben Sie doch bitte: Für meinen Schatz.“ Hellmuth Karasek: „Dann füge ich noch hinzu: von seinem Schätzchen. Ihr Hellmuth Karasek.“

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