Heitzer brilliert an alter Wirkungsstätte

Von: Anna Petra Thomas
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Vincent Heitzer aus Dremmen, heute Kantor in Köln, gab in Waldenrath ein begeistert gefeiertes Orgelkonzert. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Waldenrath. „Das ist wie zurück nach Hause zu kommen“, hatte Vincent Heitzer in seiner Einführung zu seinem Orgelkonzert in der Kirche St. Nikolaus Waldenrath gesagt. Ein „Heimspiel“ nannte es Pfarrer Markus Bruns in seiner Begrüßung und fand am Ende das passende Schlusswort dazu: „Heimspiel und Heimsieg!“

So begeistert wie er war auch das Publikum, welches das Mittelschiff der großen Waldenrather Kirche fast voll besetzt hatte und das Orgelspiel von Heitzer mit minutenlangem Beifall belohnte.

Vincent Heitzer (37) stammt aus Dremmen und erhielt im Alter von zehn Jahren seinen ersten Klavier-, mit 14 seinen ersten Orgelunterricht bei Kantor Dieter Schwaak. Von 2000 bis 2004 studierte er an der katholischen Hochschule für Kirchenmusik St. Gregorius Aachen und schloss seine Studien mit dem B-Examen ab. Von Oktober 2010 bis Februar 2013 komplettierte er seine Ausbildung durch ein Masterstudium Katholische Kirchenmusik mit Schwerpunkt Chorleitung an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Heute ist er Kantor an der Basilika St. Aposteln in Köln. Von Mai 2001 bis September 2004 war Heitzer zudem Kirchenmusiker an der Propsteikirche St. Georg Wassenberg und half zwischendrin auch immer wieder mal in Waldenrath aus, „als „Vertretungsorganist“, erzählte er begeistert vor Beginn des Konzerts.

Es war wie das Konzert in St. Gangolf in Heinsberg in der vergangenen Woche Teil des derzeit über vier Wochen laufenden Festivals der Orgelfreunde im benachbarten niederländischen Limburg. Bruns dankte in diesem Zusammenhang der Waldenrather Chorleiterin Karin Cuypers, die immer eine enge Verbindung zu den niederländischen Orgelfreunden halte. „Als die neue Orgel kam, war ich hier schon wieder weg“, fügte Heitzer zu der im Jahr 2003 in der Waldenrather Kirche erbauten Orgel von Martin Scholz aus Mönchengladbach hinzu. „Handwerklich und klanglich ein ganz tolles Instrument“, sagte er. „Ich habe versucht, etwas zu finden, das auf dieser Orgel gut klingt“, betonte er zu seinem Programm.

Zugleich verriet er jedoch, dass einzelne Punkte daraus auch zu einem Repertoire gehören, das er in der kommenden Woche auf einer neuen Klais-Orgel aus Bonn in Buenos Aires in Argentinien spielen wird. Er sei Organist des nationalen Jugendchores in Venezuela, berichtete Heitzer weiter. Daraus habe sich ein Kontakt zur deutschen Botschaft in Argentinien ergeben, der ihn jetzt ein Konzert in Südamerika geben lasse.

Zunächst jedoch erläuterte er unten am Altar seinen Plan für den Abend, nicht ohne vorweg überrascht zu bemerken: „Das ist man aus Köln gar nicht gewohnt, dass so viele Leute zum Konzert kommen!“ Zwei Improvisationen sollten den Anfang (Präludium Air & Tuba Tune) und den Schlusspunkt mit einer „Toccata in D“ setzen. „Das spiele ich jedes Mal anders. Ich weiß nur den Anfang“, sagte Heitzer dazu.

Als zweites Stück hatte er das Präambulum in G von Vincent Lübeck (1654-1740) ausgewählt. Barocke Töne klangen da durchs Kirchenschiff. „Schmücke dich, o liebe Seele“ hieß das folgende Choralvorspiel von Johann Sebastian Bach (1685-1750), dem Heitzer Präludium und Fuge in C-Moll folgen ließ.

Weiter spielte er die sechste Sonate von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), die auf dem Bach-Choral „Vater unser im Himmelreich“ basiert. Den Schlusspunkt setzte der Organist mit der bereits angekündigten Improvisation, „ein echter Rausschmeißer wie nach einer festlichen Messe“, so Heitzer schmunzelnd.

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