Heiße Schnäppchen bei warmer Kleidung

Von: Rainer Herwartz
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Wo das Auge hinsieht, locken auf der Hochstraße immense Preisnachlässe. Auch in Heinsberg hat vor allen die Bekleidungsbranche aufgrund des warmen Wetters schon jetzt mit dem Ausverkauf begonnen. Foto: Rainer Herwartz
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Peter Heinrichs kennt die Gründe für den Ausverkauf. Foto: Rainer Herwartz
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Der Heinsberger Gewerbevereinsvorsitzende Peter Gehring stellt bald ein neues Konzept vor. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. „Der Winter, der ein Sommer war“ – angesichts frühlingshafter Temperaturen ruft sich der Titel des dreiteiligen Fernsehspiels von Fritz Umgelter aus den 70ern nach Sandra Parettis Roman beinahe wie von selbst ins Gedächtnis. An einen Winter erinnert das derzeitige Wetter wirklich nicht.

Und was die weiße Pracht angeht, halten sich die Meteorologen mit ihren Prognosen zaghaft zurück. Wer es nicht mag, sich jeden Tag gegen die Kälte mit dicken Klamotten vermummen zu müssen, wird sich darüber freuen. Wer gerne per Ski in der Loipe den Winterwald erkundet, eher nicht. Ganz sicher nicht freuen sich die Einzelhändler, die auf ihren warmen Wintersachen sitzen bleiben. „Alle sind sehr unglücklich über das Wetter“, meint denn auch Heinsbergs Gewerbevereinsvorsitzender Peter Gehring, der sich bei seinen Kollegen einmal umgehört hat. „Bislang war das Geschäft mit warmer Kleidung sehr schlecht“, sagt Gehring. „Schon jetzt sind überall Reduzierungen zu sehen. Dadurch sind die Margen, sollte es noch einmal kalt werden, nur noch gering.“

Einer, der sich mit solchen Situationen auskennt, ist Peter Heinrichs. Der stellvertretende Gewerbevereinsvorsitzende betreibt in der Kreisstadt seit Jahren gleich mehrere Geschäfte und ist ein alter Hase in der Branche. „Wir sind dabei, die Probleme zu lösen“, sagt er. Und sieht natürlich auch die andere Seite der Medaille, von der potenzielle Käufer profitierten. „Die Läger sind voll und die Preise günstig. Wir fangen am 20. Januar, schon eine Woche früher, mit dem Winterschlussverkauf an, weil er eine Woche länger dauert.“ Heinrichs‘ persönliche Vorgehensweise steht schon fest. „Wir werden nächste Woche unsere Häuser noch einmal inhaltlich umbauen, wobei der Preis im Vordergrund steht.“

Ohne Blessuren gehe das natürlich nicht. „Wir werden die Hose weiter runterlassen müssen, was die Preise angeht.“ Das betreffe vor allen Dingen warme Bettwäsche, Nachtwäsche Wolldecken oder Winterbekleidung. „Am Ende des Tages werden die Kunden einen Riesenvorteil durch diese Situation haben. Selbst wenn bei eintretender kälterer Witterung für uns ein Nachkauf nötig sein sollte, werden die Preise günstig bleiben, weil der Beschaffungsmarkt, also die Industrie, unter dem gleichen Druck steht wie der Handel.“ Heinrichs ist sicher, dass für die Kunden manches Schnäppchen so günstig sein wird, „dass es kaum noch vorstellbar ist“.

Grundsätzlich glaubt der Geschäftsmann, dass für den Endverbraucher das gesamte letzte Jahr besonders kostengünstig war im Hinblick auf so genannte Saisonwaren. Das liege daran, dass sowohl der Sommer als auch der Winter mit einer starken Verzögerung gestartet seien.

Letztlich jedoch lauert für Gewerbevereinschef Peter Gehring die Gefahr für den örtlichen Einzelhandel nicht beim Wetter. „Solche Winter werden immer wieder eintreten. Viel entscheidender ist, die Kunden auf Dauer zu binden, gerade vor dem Hintergrund der Konkurrenz aus dem Internet.“ Der Gewerbe- und Verkehrsverein in Heinsberg entwickele daher unter dem Arbeitstitel „Buy local“ ein Konzept, das bei der am 11. März anstehenden Mitgliederversammlung mit Frühjahrsempfang vorgestellt werden soll.

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