Hückelhoven - Heinz-Jakob Spelthahn feiert 60-jähriges Pilgerjubiläum

Heinz-Jakob Spelthahn feiert 60-jähriges Pilgerjubiläum

Von: Renate Kolodzey
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Gut unterwegs: Heinz-Jakob Spelthahn.
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Auf dem Weg zu Ruhe, Besinnung und innerer Einkehr: Brachelener Kevelaer-Pilger. Fotos (2): Renate Kolodzey Foto: Renate Kolodzey

Hückelhoven. Auch in diesen Tagen sind sie wieder unterwegs: Gläubige, die auf einer Pilgertour den Gottesglauben praktizieren, innere Ruhe, Einkehr und Besinnung suchen und finden. Viele sind schon seit Jahrzehnten dabei, einer von ihnen ist Heinz-Jakob Spelthahn aus Brachelen.

„Immer am ersten Wochenende im September machen wir uns von Brachelen aus zu Fuß auf den rund 85 Kilometer langen Weg nach Kevelaer – zwei Tage hin, zwei Tage zurück“, sagt Heinz-Jakob Spelthahn, der in diesem Jahr sein 60-jähriges Pilgerjubiläum feiert. Zum ersten Mal war er mit 14 Jahren als Messdiener dabei, „da ahnte ich noch nicht, was einmal daraus wird!“, schmunzelt er.

Wie er ziehen jedes Jahr Tausende Pilger nach Kevelaer. „Diesmal waren wir 78 Teilnehmer“, berichtet der 78-jährige Jubilar, „davon 21 jugendliche Erstpilger.“ Seine Tochter Vera Frenken kommt schon seit 25 Jahren mit, und auch Julia Jansen (6), Patenkind ihres Mannes Hanno, sowie die Enkelkinder Thomas und Inga Frenken und Schwiegertochter Yvonne sind dabei gewesen. „Ich habe alle infiziert!“

„Um unterwegs nicht schlapp zu machen, trainiere ich vorher, gehe jeden Tag vier Kilometer.“ verrät Spelthahn. Er geht seit 56 Jahren als Vorbeter (Brudermeister) vorneweg. Als geistlicher Beistand begleitet Pater Dr. Thomas Klosterkamp seit vielen Jahren die Wallfahrt, obwohl er weit weg in Rom in einem Kloster des Ordens „Oblaten der unbefleckten Empfängnis“ (OMI) lebt. Dort ist er Superior und Apostulator, zuständig für die Selig- und Heiligsprechung. Gebürtig aus Brachelen, kommt er jedes Jahr extra zum Pilgern in seinen Heimatort.

Die Fußprozession von Brachelen nach Kevelaer, gemeinsam mit Pilgern aus Hilfarth und Golkrath und Teilnehmern aus anderen Ortschaften, hat Tradition: Es gibt sie bereits seit 1734. 1960 wurde von den Pfarreien Brachelen, Hilfarth und Golkrath die Kevelaer-Bruderschaft gegründet. Spelthahn war 25 Jahre Vorsitzender dieser Vereinigung. Heute bekleidet Dieter Rodenbücher dieses Amt.

Die Prozession zieht stets von Brachelen über Hilfarth, Golkrath und Hinsbeck, wo übernachtet wird, nach Kevelaer. Immer auf Wegen abseits stark befahrener Straßen, begleitet von Traktoren mit Anhängern, die das Gepäck befördern. Einige Pilger tragen Gebetsstäbe und ein blumengeschmücktes Kreuz der Bruderschaft. „Wir gehen in schnellem Tempo, und Leute, denen die Beine schmerzen, dürfen auf den Anhängern mitfahren“, erläutert der Jubilar und erinnert sich: „1972, als in München Olympiade war, haben wir auch unsere Blasen an den Füßen prämiert – ich habe mit 23 Stück den zweiten Platz errungen.“

Früher ging stets ein Sanitäter mit, der kleine Wehwehchen behandelte. Damals seien die Schuhe nicht so gut gewesen wie heute, und wenn es regnete, stopfte man abends Zeitungspapier hinein, damit sie trockneten. Doch das Leder wurde dann steif und scheuerte, so dass leicht Blasen entstanden. „Wir gehen auch bei Regen“, betont der Jubilar, „als wir diesmal in Kevelaer ankamen, konnten wir vor Regen die Straße nicht mehr sehen. Wir sind durch die Pfützen gestapft, und Leute, die in den Hauseingängen standen, applaudierten.“ Nach dem Segen sang der Kirchenchor aus Brachelen, in dem Spelthahn seit 20 Jahren Mitglied ist.

Abschluss-Segen

Auf dem Rückweg machte die Gruppe Rast im Hinsbecker Wald, wo Mitarbeiter des Brachelener Seniorenheims seit 20 Jahren den Wallfahrern einen Imbiss spendieren. „Weil es mein Jubiläum ist, habe ich das diesmal gesponsert“, erzählt der Jubilar. „Dazu gab es ‚Körnchen‘“, meint er augenzwinkernd, „unser ‚Rennbenzin‘.“

Wieder zurück in Brachelen, erteilte Pater Klosterkamp in der Kirche St. Gereon den Abschluss-Segen.

Heinz-Jakob Spelthahn will auch im nächsten Jahr wieder dabei sein.

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