Heinz Erhardt-Revue in Erkelenz: Und immer wieder „Noch ein Gedicht“

Von: hewi
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Erkelenz. Mit der „Heinz Erhardt Revue“ brachten Thorsten Hamer in der Rolle des großen Entertainers und das Ensemble der Kammeroper Köln das Flair der 50er Jahre und den einzigartigen Humor Erhardts in die Erkelenzer Stadthalle.

Dabei schlüpfte der gebürtige Solinger Hamer ganz in die Rolle des Heinz Erhardt und verwandelte sich in sein Vorbild. Mimik und Gestik stimmten ebenso wie der stellenweise groteske Umgang mit Sprache, der zum typischen Erhardt-Witz führt.

Allerdings war Hamer nicht allein gekommen. Am Klavier begleitete ihn Inga Hilsberg, die immer wieder die allseits bekannten Schlager der 50er Jahre spielte, zu denen Benjamin Drnec und Maria Behn sangen und tanzten.

Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielte auch Dana Cebulla als Hausmeisterin der Kölner Kammeroper, die gleich zum Beginn verkündete: „Erhardt fällt aus!“ dafür komme Willi Winzig, eine der berühmten Filmfiguren Erhardts.

Mit der bekannten Standardfloskel „Ich heiße nicht nur Erhardt, sondern Sie auch herzlich willkommen“ begann Hamer seine Reise durch das verquaste Humoruniversum des Komikers, mit dem die Menschen in den 50ern aufgewachsen sind und noch heute passagenweise wortwörtlich mitsprechen können.

Das taten die Zuschauer auch nur zu gerne und wurden von Hamer auch dazu aufgefordert. „Man merkt sofort, dass man in Erkelenz ist“, betonte er, nachdem er bei einem Versprecher korrigiert worden war. Das Publikum ließ es sich nicht nehmen, weiter mitzusprechen und zu Sätze zu vervollständigen.

Und so erschallte zum Beispiel nach dem Gedichteinstieg „Hinter des Baumes Rinde saß die Made mit ihrem …“ ein vielstimmiges „Kinde!“

Dann kamen Schlag auf Schlag platte Wortspiele wie „Goetheglatzen“ statt „Schillerlocken“ oder Erkenntnisse wie „Als ich geboren wurde, war ich noch sehr jung“. Mit großem Verzücken folgten die Zuschauer seinen wirren Gedankenläufen und Pointen, die man eigentlich schon kennt und doch nicht genug davon bekommen kann.

Und immer wieder hieß es: „Noch´n Gedicht!“ Dabei hatte Hamer sein Vorbild wirklich verinnerlicht. Und das nicht nur mit der gegelten Frisur und der Hornbrille. Auch die leicht gebeugte Haltung, das leichtfüßige Tänzeln, der etwas spack sitzende Anzug, dessen Kanten die nervösen Hände ständig bezupfen und durchkneten sowie die linkischen Bewegungen kamen dem 1979 verstorbenen Original schon sehr nahe.

Musikalisch wurde das Programm immer wieder durch Gassenhauer aus der Erhardt-Zeit aufgewertet. Von „Pack´ die Badehose ein“ bis „Ich will nen Cowboy als Mann“ oder „Junge, komm bald wieder“ reichte das Repertoire. Optisch sorgten Nierentisch und Gelsenkirchener Barock für das Originalfeeling.

Und über allem schwebte der breit grinsende Heinz Erhardt, der sicher seinen Spaß an dem Treiben auf der Bühne gehabt hätte. Schließlich zeigten Hamer und seine kreativen Mitstreiter, dass der Humor Erhardts auch fast 35 Jahre nach seinem Tod noch zündet und seine Freunde hat.

Erstaunlich auch, dass diese Freunde nicht nur aus der Generation 60 plus stammten. Der Humor Erhardts ist a zeitlos und generationsübergreifend. Und mit Thorsten Hamer hat er einen Künstler gefunden, der ihn auch zu transportieren versteht. Nicht umsonst wurde er 2010 vom WDR als bester Heinz-Erhardt-Darsteller ausgezeichnet.

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