Kreis Heinsberg - Heinsberger Webmontag: Wenn gute Ideen mal eben die Runde machen

Heinsberger Webmontag: Wenn gute Ideen mal eben die Runde machen

Von: Thorsten Pracht
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Einer der Köpfe hinter dem Heinsberger Webmontag: Frank Bärmann. Foto: Thorsten Pracht

Kreis Heinsberg. Wenn Ideen aus dem Silicon Valley zu uns herüberschwappen, werden sie in der Regel mit großer Begeisterung aufgegriffen und nachgeahmt. Der Pioniergeist des kalifornischen Technologie-Mekka ist in Zeiten der Digitalisierung nun mal prägend, und das weltweit.

Und es müssen nicht immer große Geschäftsideen wie Apple, Google oder Facebook sein. Auch die simple Idee, sich regelmäßig zum lockeren, ungezwungenen Austausch über Technologiethemen zu treffen, stammt aus dem „Valley“. Im Jahr 2005 kamen die ersten Nachahmer in Deutschland auf die Idee, so etwas auch zu probieren. Der Termin war zufällig ein Montag, und schon war der „Webmontag“ geboren.

Seit Oktober 2017 gehört auch Heinsberg zu den Standorten in Deutschland, an denen ein Webmontag angeboten wird, als einzige Stadt der Region. „Wir sprechen eine riesige Bandbreite von Themen an. Die Disziplinen sind total unterschiedlich, alle lernen voneinander. Und hinterher sitzen wir beim Bier zusammen“, erzählt Frank Bärmann, einer der Organisatoren des Webmontags. Damit ist schon vieles gesagt, was die Treffen auszeichnet. Angesprochen sind alle, die beruflich im weitesten Sinne mit dem Internet zu tun haben: Entwickler, Anwender, Marketingexperten, Unternehmer, Grafiker – und interessierte Privatleute. Die Veranstaltungen sind kostenlos und informell, Referenten erhalten keine Honorare. In Heinsberg finden die Webmontage an jedem dritten Montag des Monats statt. Treffpunkt ist die Werkbank, also der Coworking-Space im 2. Obergeschoss der Kreissparkasse. Dass es den Webmontag im Kreis (wieder) gibt, hat viel mit der Werkbank zu tun.

„Initialzündung“

„Die Eröffnung war die Initialzündung, die Idee wiederaufzunehmen“, sagt Bärmann, der mit seiner Agentur „Conpublica“ selbst fester Mieter in der Werkbank ist. Bis 2014 war er gelegentlich Gast beim Webmontag, der seinerzeit häufiger in Hückelhoven stattfand. Die Resonanz wurde irgendwann geringer, das Programm uninteressanter, bald standen sich immer dieselben Besucher gegenüber.

Solche Probleme kennen die Macher des Webmontags in der Werkbank aktuell nicht. „Momentan sprudeln die Themen einfach“, weiß Bärmann zu berichten. Der Fahrplan bis zur Sommerpause ist mit Themen und Referenten bestückt, die Teilnehmerzahl steigt stetig. Um die 20 Gäste finden sich bislang durchschnittlich zu den Vorträgen ein. Am kommenden Montag, 19. Februar, geht es ab 19 Uhr um das Thema „Remarketing“. Wer sich immer schon gefragt hat, warum ihm auf diversen Internetseiten Werbeanzeigen für eben jenes Produkt begegnen, das er am Vortag gegoogelt hat, erhält dann eine Antwort.

Bei den Themen kann jeder mitreden und Vorschläge auf der Facebookseite hinterlassen. „Vorschläge sind immer willkommen“, bekräftigt Bärmann, der betont: „Hinter dem Webmontag steckt keine Organisation, er gehört niemandem.“ Bärmann, der in der Gemeinde Selfkant lebt und bis zu seiner Selbstständigkeit für ein Aachener Technologie-Marketing-Unternehmen tätig war, nutzt seine Kontakte in die Branche, um interessante Referenten nach Heinsberg zu locken. Ob die dann eine Präsentation halten, locker vortragen oder „live“ im Internet ihre Arbeit demonstrieren, ist völlig offen. Bärmann: „Der Webmontag ist völlig informell und keiner Struktur unterworfen.“ So ist das halt im Silicon Valley – und in Heinsberg auch.

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