Heinsberger Stadtfest: Die Spannung steigt

Von: Anna Petra Thomas
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„So geht hier die Kasse auf“, erklärt Bettina Walde (links) René Rademacher. Auch er nimmt teil an dem von Eva Bachmann (rechts) vom Pädagogisch-Sozialen Dienst der Lebenshilfe organisierten Projekt, bei dem Mitarbeiter der Lebenshilfe am verkaufsoffenen Sonntag in rund 20 Geschäften tätig sein werden. Foto: anna

Heinsberg. „Wir feiern Geburtstag, mitten in Heinsberg.“ So steht es auf den blau-orangenen Plakaten, die sich derzeit durchs Stadtbild ziehen. Und Geburtstag feiern beim ersten inklusiven Stadtfest vom 9. bis 11. September gleich zwei Heinsberger Einrichtungen: die Lebenshilfe mit ihrem goldenen Jubiläum und die Rurtal-Schule mit ihrem 40-jährigen Bestehen.

Grund genug für ein umfassendes Programm, das Peter Heinrichs, Vorsitzender des Gewerbe- und Verkehrsvereins (G&V) als Gastgeber, Vorsitzender Klaus Meier für die Lebenshilfe und Schulleiter Volkmar Gilleßen für die Rurtal-Schule als Partner des Festes sowie Bürgermeister Wolfgang Dieder als Schirmherr bei einem Pressegespräch im Museumscafé Samocca am Begas-Haus vorstellten.

Als große „Wertschätzung“ der Lebenshilfe wertete Meier die Partnerschaft beim Stadtfest. „Das passt in die Zeit, wo von Inklusion und Teilhabe gesprochen wird“, erklärte er. „Hier in Heinsberg wird‘s umgesetzt, ja im wahrsten Sinne des Wortes angepackt“, bemerkte er schon vorweg zu seinem „Highlight“ des Stadtfestes.

Am verkaufsoffenen Sonntag, 11. September, werden nämlich in rund 20 Geschäften der Innenstadt Mitarbeiter der Lebenshilfe mit zum Personal gehören. Zu erkennen sein werden diese Geschäfte, in denen die Menschen mit Behinderung sogar vorher ein Praktikum absolviert haben, an Lebenshilfe-Luftballons. „Bei uns sind jedenfalls alle stolz wie Oskar!“, freute sich Meier.

„Wir machen‘s aus Neugierde, aber auch aus Leidenschaft“, erklärte Heinrichs dazu. Und dann gäbe es ja auch noch die Kunden, die den Mitarbeitern der Lebenshilfe in den Geschäften begegnen würden. „Das wird für alle eine ganz tolle Erfahrung werden“, ist er sich schon jetzt ganz sicher.

Der Bürgermeister sieht in diesem Stadtfest die konsequente Weiterentwicklung der guten Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe und mit der Rurtal-Schule. „Als Stadt können wir Ihre Arbeit gar nicht hoch genug einschätzen“, sagte er den Vertretern der beiden Einrichtungen. Sein Dank ging natürlich ebenfalls an den G&V für dessen Engagement. „Das ist einfach grandios!“, betonte er.

Nicht vergessen dürfe man bei dieser Konstellation, dass die behinderten Menschen der Region selbst ja auch Kunden in den Heinsberger Geschäften seien, ergänzte Jakob Lieck, der stellvertretende Vorsitzende der Lebenshilfe Heinsberg. Nicht nur im schulischen Bereich seien behinderte Menschen in der Mitte der Gesellschaft angekommen, pflichtete Gilleßen ihm bei.

Erster Höhepunkt des Programms ist die Jubiläumsparty am Freitag, 9. September, ab 19 Uhr, zu der die Lebenshilfe in das 1000 Plätze große Festzelt auf dem Marktplatz einlädt. Musikalisch engagiert sich dabei die Lebenshilfe-Band „Workshop & More“. Stargäste des Abends sind Guildo Horn, der schon Anfang August bei der Lebenshilfe zu Gast war, und die Band „Die Orthopädischen Strümpfe“.

Nach der offiziellen Eröffnung am Samstag, 10. September, um 11 Uhr im Zelt bietet die Rurtal-Schule eine Rollstuhl-Performance. Anschließend gibt's Livemusik mit „Easy!“. Um 18.30 Uhr beginnt die Jubiläumsparty der Rurtal-Schule. Mit dabei sind mit Beets’n’Berries, Rur-Rock, Emma6 und Straight Ahead gleich vier Bands. Karten zu beiden Partys sind ab sofort erhältlich im Lebenshilfe-Center und in der Rurtal-Schule in Oberbruch sowie im Museumscafé Samocca und in der Buchhandlung Gollenstede in Heinsberg.

An den ökumenischen Gottesdienst am Sonntag, 11. September, um 10 Uhr schließt sich ein Frühschoppen mit den Original Rodebachtaler Musikanten an. Um 13 Uhr beginnt das Kaffeekonzert mit Kuchen aus der Lebenshilfe-Konditorei. Musikalisch gestaltet wird es vom Trommler- und Pfeiferkorps Haaren (13.30 Uhr), der Bergkapelle Sophia-Jacoba (15 Uhr) und dem Schülerorchester des Musikvereins Waldfeucht (16.30 Uhr).

Weitere Attraktionen am Wochenende sind eine Kunsthandwerker-Meile in der Fußgängerzone, ein Torwandschießen des integrativen Fanclubs „Blaue Welle“ auf der Hochstraße, ein inklusives Clown- und Maskentheater in der gesamten Innenstadt unter dem Motto „Die Gleichs sind unterwegs“.

Am Sonntag kommt eine Schminkaktion in der Haarschneiderei an der Hochstraße 39 hinzu. Zwei Ausstellungen runden das Programm des Wochenendes ab: eine zum 40-jährigen Bestehen des Heinsberger Indien-Hilfswerks im Foyer der Kreissparkasse und eine weitere von Menschen mit Behinderung im Begas-Haus.

Für Spiel, Spaß und Unterhaltung ist darüber hinaus an beiden Tagen am Museumscafé Samocca durch die Kita Triangel und den Familien unterstützenden Dienst der Lebenshilfe gesorgt. Von Hüpfburg über Modenschau und Tiertherapie bis hin zu Theater und Zirkus reicht das Programm.

Musik vor dem Begas-Haus präsentieren am Samstag ab 14 Uhr die St. Mary Gospel Singers der Jugendmusikschule Heinsberg und nach Kinder-Karaoke ab 16 Uhr der Pop-Chor „O-Ton“ aus Geilenkirchen. Am Sonntag gibt‘s zudem eine Foto-Mitmachaktion und einen Kindersachen-Flohmarkt. Erneut Livemusik gibt‘s ab 12 Uhr mit der Band Landgroover, der Lebenshilfe-Band „Workshop & More“ (13 Uhr), den Triangel-Kindern (14.30 Uhr) und mit der Band „Music on the RoX“ (16 Uhr).

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