Heinsberger setzt in Las Vegas auf Sieg

Von: Anna Petra Thomas
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Den „King“ konnte Michael Schöning offenbar schon von seiner neu entwickelten Dockingstation made in Heinsberg überzeugen. Repros: Anna Petra Thomas
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So sieht sie aus, die neue Ladestation. Doch auch andere optische Varianten sind möglich. Repros: Anna Petra Thomas
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Michael und Marion Schöning am Messestand von Enblue Technology aus Heinsberg in Las Vegas. Repros: Anna Petra Thomas

Heinsberg/Las Vegas. Gleich zu Beginn eines jeden Jahres ist es die „Consumer Electronics Show“ oder kurz die „CES“ im amerikanischen Las Vegas, bei der die weltweite Elektronikbranche ihre Neuheiten vorstellt. Mehr als 3200 Aussteller zählt sie in diesem Jahr.

Einer davon ist Michael Schöning, Chef der jungen Enblue Technology GmbH aus Heinsberg, den viele noch aus seinem früheren Unternehmen Distec kennen. Während er dort mit innovativen, großen Anlagen für die Außenwerbung weltweit auf sich aufmerksam machte, will er dies jetzt in der Elektronikbranche mit einer eher kleinen Eigenentwicklung tun, bezogen natürlich allein auf die Größe des Produkts. Schöning hat eine neue, sogenannte Dockingstation für Smartphones und Tablets entwickelt, die flexibel für ganz unterschiedliche Geräte nutzbar ist und dennoch zugleich durch ein ganz schlichtes Design besticht. „Weniger ist mehr“, so Schönings Grundsatz. „Wir haben sie minimiert in der Art wie es Steve Jobs getan hätte“, sagt er.

„Wir leben heute alle mit Technologie um uns herum“, erzählt Schöning vom Beginn der Geschichte seines neuen Produkts im Mai vergangenen Jahres. „Aber Technologie braucht Energie und all unsere mittels Batterie betriebenen Smartphones und Tablets müssen eben häufig geladen werden.“ Bei einem Gerät kein Problem. Aber bei mehreren Nutzern mit unterschiedlichen Geräten wie in seiner Familie nervte ihn das Kabelgewirr, das Chaos vieler verschiedener Ladestationen und die ständige Suche nach einer freien Steckdose für das eigene Ladegerät.

Die Suche nach einer flexiblen Lösung auf dem Markt stellte ihn nicht zufrieden, und so machte er sich selbst ans Werk. Dabei half ihm sein Know-how in Design und Technik. Trotzdem: „Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass daraus so schnell ein neues, serienreifes Produkt würde, hätte ich ihm nicht geglaubt.“

Der Idee und der ersten Zeichnung folgten unzählige Stunden in der Schreinerei seines Schwiegervaters in Waldfeucht bis zum ersten Modell aus Holz. Daraus entwickelte Schöning erste Prototypen. Sie wurden bemalt, vermessen, getestet, wieder verworfen. Neue Modelle entstanden „wieder und wieder“, erinnert sich der Entwickler. Und wurden wieder getestet. Dazu war natürlich eine Vielzahl unterschiedlicher Smartphones und Tablets nötig, die nicht nur gekauft, sondern auch oft ausgeliehen wurden.

Schöning verbrachte viel Zeit in der Schreinerei, aber auch bei einem befreundeten Metallverarbeiter und bei einem Lieferanten der elektronischen Komponenten, bis kurz vor Weihnachten die endgültigen Prototypen fertiggestellt waren. Diese präsentiert er nun noch bis Freitag zusammen mit seiner Frau Marion auf der CES in Las Vegas. Sein Unternehmen, die Enblue Technology GmbH, hat ihren Stand zusammen mit 200 weiteren jungen Firmen in der sogenannten Start-up-Zone der CES im Venetian Hotel.

Das Besondere an der neuen Dockingstation ist, dass sie trotz ihres minimalistischen Designs und mit einer Höhe von gerade einmal 15 Millimetern technologisch völlig flexibel ist. Als Einzel- oder Doppelstation wird sie zusammen mit allen elektronischen Komponenten ausgeliefert, so dass der künftige Nutzer sie in nur einer Minute von unten und damit später unsichtbar für seinen individuellen Bedarf einfach zusammenstecken und mit nur einem Kabel mit der Steckdose verbinden kann.

„Varius Dock“ ist der Name dieser Innovation aus Heinsberg, die dann auch in Farbe und Material eine neue Vielfalt bietet. So ist die neue Dockingstation als Standard nicht nur in mattem Schwarz oder Silber sowie in hochglänzendem Weiß erhältlich, sondern auch in verschiedenen Holzvariationen, in amerikanischer Eiche, in Nussbaum oder Bambus. Sein erstes Holzmodell in der Schreinerei habe ihm so gut gefallen, dass er beschlossen habe, auch diese Produktvariante anzubieten, erzählt Schöning.

Doch das ist noch nicht alles. Wer will, bekommt im „Art Pack“ seine Dockingstation auch in einer ganz individuell wählbaren Farbgebung, mit Namensgravur oder in einer limitierten Version sogar als „Golden Dragon“, echt vergoldet eben. Im März soll die Produktion in Deutschland und in den USA starten, im April sollen die ersten „Varius Docks“ ausgeliefert werden. Auf etwa 1000 Stück pro Woche beziffert Schöning derzeit die Produktionskapazität.

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