Heinsberger Museum auf dem Weg zur Fertigstellung

Von: Anna Petra Thomas
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Der Eingangsbereich des Begas-Hauses ist fast fertig. Darüber freuten sich Bürgermeister Wolfgang Dieder, Museumsleiterin Rita Müllejans-Dickmann, Kustos Wolfgang Cortjeans, Landrat Stepan Pusch und Andreas van Vliet, stellv. Geschäftsführer des Trägervereins Museum Heinsberg. Foto: anna
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Museumsleiterin Rita Müllejans-Dickmann erklärt anhand von Computeranimationen, wie die Atelier-Situation zukünftig aussehen soll. Foto: anna

Heinsberg. „Jetzt sind wir auf der Zielgeraden!“, freute sich Museumsleiterin Rita Müllejans-Dickmann beim Empfang einer ganz kleinen Schar geladener Gäste im fast fertigen Eingangsbereich des künftigen Begas-Hauses. Eigentlich hatte das Haus an diesem Dezembertag eröffnet werden sollen.

Doch der Start „musste leider aufgrund bauseitiger Verzögerungen um einige Monate auf März 2014 verschoben werden“, erklärte Landrat Stephan Pusch als Vorsitzender des Trägervereins Museum Heinsberg. Der neue Eröffnungstermin ist der 14. März 2014.

Genutzt wurde der Termin dann jedoch für die Vorstellung des neuen zweibändigen Sammlungskatalogs für das Begas-Haus, der bereits fertiggestellt ist. „Es ist der erste themenübergreifende Sammlungskatalog in der Geschichte des Heinsberger Museums überhaupt“, würdigte Pusch die Arbeit der Herausgeber, bevor sich die kleine Gruppe dann aufmachte zu einem Rundgang durch die weit fortgeschrittene Museums-Baustelle.

„Eine besondere Strahlkraft“

Für alle am Umbau und an der Neukonzeption Beteiligten komme diesem Großprojekt weit über Heinsberg und die Region hinaus „eine besondere Strahlkraft zu“, so Pusch. Es sei schön, schon einmal einen Blick in die neu entstehenden Räume werfen zu dürfen, erklärte Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder, der zugleich zweiter Vorsitzender des Trägervereins ist. „Hier wird ein Juwel für die Stadt Heinsberg entstehen, und ich freue mich schon auf die Eröffnung!“ Die Zusammenarbeit zwischen Kreis, Stadt und Kreissparkasse trage „große Früchte“.

Rita Müllejans-Dickmann und Kustos Wolfgang Cortjaens nahmen die Besucher dann mit auf einen Rundgang und stellten abwechselnd die jeweilige Ausstattung vor. Den Eingangsbereich im früheren Haus Lennartz, ganz hell und schlicht gestaltet, ziert als Highlight in einer Glasvitrine des Thekenbereichs das Wappen der Familie Begas. Von hier geht es künftig für den Besucher weiter in den ehemaligen Museumsbau, wo der Besucher zunächst ins nachempfundene Wohnzimmer von Lambert Begas kommt. Im Haus seines Onkels wurde der Künstler Carl Josef Begas am 30. September 1794 geboren, nachdem seine Eltern aus Randerath nach Heinsberg geflohen waren.

Von dort geht es weiter in den früheren Eingangsbereich des Museums, wo sich die Besucher anhand eines Stammbaums, vor allem aber mittels Touchscreens einen Überblick über die Künstlerdynastie Begas verschaffen können. Gleich dahinter im Erdgeschoss geht es dann quasi „rückwärts in die Geschichte“, so Cortjaens.

Als Raum im Raum entsteht hier gerade eine Art Kapelle, die gar eine 400 Kilo schwere Kirchhovener Glocke aus dem 17. Jahrhundert ziert. In ihr wird künftig der Kirchenschatz von St. Gangolf seinen Platz haben. Wieder multimedial kann sich der Besucher zudem intensiv mit dem Münzschatz des Museums beschäftigen und erhält einen Überblick über die Herrschaft Heinsberg.

Über die vorhandene Treppe wird er dann im Foyer des Obergeschosses in einem Künstleratelier empfangen und erfährt mit Hilfe einer multimedial ausgestatteten Staffelei, wie die Künstler im 19. Jahrhundert gearbeitet haben. Möglich werden soll hier sogar, die Aufnahmeprüfung für die Kunstakademie zu machen. „Wir haben sie bisher nicht geschafft“, schmunzelte Rita Müllejans-Dickmann beim Rundgang.

Vom Treppenaufgang nach links geht‘s bald nach Italien. Der frühere Raum für Wechselausstellungen wird künftig genutzt für die Werke, die Ergebnis der italienischen Reisen der Begas-Familienmitglieder waren. Die alte Bühne wird zum Forum Romanum, wo der Besucher sich akustisch den dabei entstandenen Briefen widmen kann. Vom Aufgang nach rechts geht‘s nach Düsseldorf ins frühere Begaszimmer, wo der Einfluss der Düsseldorfer Malerschule auf Carl Josef Begas thematisiert wird. Ein klassisches Sitzmöbel wird hier zur Hörstation.

Im Übergang zum Obergeschoss des Hauses Lennartz, das künftig als Raum für Wechselausstellungen genutzt wird, will sich das Begas-Haus in einer einmaligen Sammlung mit Produkten befassen, auf denen die Begas-Künstler ihre Werke quasi vermarktet haben: Tassen und Dosen, Tabletts oder gar Schreibhefte. Der Raum dahinter, bisher der Regionalgeschichte gewidmet, befasst sich schließlich mit der Berliner Schaffensphase der Künstlerfamilie. Der Eingangsbereich des großen Wechselausstellungs-Saales rückt schließlich noch einmal die Entstehung der Begas-Sammlung in den Fokus. Bereits 1950 habe man in Heinsberg gesammelt, erklärte Cortjaens.

Insgesamt wird sich das Begas-Haus umfassend mit modernster Technik präsentieren, die sich aber zurückhält, machte Architektin Inge Schmitz nach dem Rundgang deutlich. „Das Kunstwerk selbst steht immer im Vordergrund.“ Die Museumsleiterin verriet schließlich noch, dass die archäologische Sammlung ab 2015 im Keller als Schaudepot eingerichtet werden soll, das alleine im Rahmen von Führungen zugänglich sein wird. Die erste Sonderausstellung ist für den September 2014 geplant als Erinnerung an den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren.

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