Heinsberger Glaskunstsammler wird hohe Ehre zuteil

Von: defi
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Der amerikanische Glaskünstler Samuel Herman schuf das Vasenobjekt „Leon“.

Kreis Heinsberg. „Glasmuseum Rheinbach mit Sammlung Mülstroh“ heißt neuerdings das Museum der Stadt Rheinbach im Rhein-Sieg-Kreis. Mit der Namenserweiterung um den Titel „Sammlung Mülstroh“ erweist die „Stadt des Glases“ dem Heinsberger Kunstsammler und Architekten Klaus Mülstroh die Ehre. Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz leitete den offiziellen Akt der Namensgebung ein, anlässlich einer weiteren Schenkung des Sammlers an das Museum.

1968 hatten die „Freunde edlen Glases“ das Glasmuseum Rheinbach als Herzstück des Bürger- und Kulturzentrums Himmeroder Hof in Rheinbach gegründet. Der Schwerpunkt des Museums war bislang die Kunst böhmischer Glasherstellung und -veredlung.

Mit der „Sammlung Mülstroh“ erfährt das Glasmuseum eine weitgreifende Neuausrichtung. Museumsleiterin Dr. Ruth Fabritius: „Jetzt öffnet es sich weit der Moderne.“

Skandinavische Künstler wie auch Teilnehmer der legendären Coburger Glaspreise stehen im Mittelpunkt der Sammlung, die Klaus Mülstroh dem Glasmuseum als Dauerleihgabe überlässt. Sie beinhaltet 230 Studioglasobjekte aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Island, Italien, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Rumänien, Schweden, Tschechien und den USA. Zur Leihgabe hinzu kommen zwei Schenkungen, die dem Museum insgesamt 90 weitere hochwertige Zeugnisse moderner Glaskunst bescheren.

Der amerikanische Glaskünstler Harvey Littleton gründete 1962 die Studioglasbewegung. Dieses neue Konzept der Glasbearbeitung erlaubte es dem Künstler, im eigenen Atelier individuelle Glaskunst zu schaffen. Der Glaskünstler Erwin Eisch, ebenfalls in der Sammlung Mülstroh vertreten, formulierte es so: „Nicht das Material ist das Primäre, sondern der Gestaltungswille des Künstlers.“

Luise Mülstroh begann bereits Ende der 1960er Jahre Studioglas zu sammeln. Klaus Mülstroh intensivierte diese Sammlung nach dem Tod seiner Frau Luise im Jahr 1986 und vervollständigte die Glassammlung bis zur Jahrhundertwende.

Die persönliche Freundschaft zu dem berühmten Glasmaler Professor Ludwig Schaffrath, der in der Region unter anderem im Aachener Dom einige Werke hinterließ, und seine engen Kontakte zur Kunstglasszene ermöglichten es Klaus Mülstroh, eine fundierte Glassammlung mit dem Schwerpunkt Studioglas zusammen zu tragen.

Klaus Mülstroh: „Gemeinsame Urlaubsreisen mit meiner Frau Luise wurden vielfach darauf abgestimmt, um zu den bekanntesten Glaskünstlern und Manufakturen zu fahren, zum Beispiel nach Frankreich, Italien, in die Tschechei, nach Schweden und natürlich durch ganz Deutschland.“ Großer Wert wurde dabei auf die DDR-Künstler gelegt. Wobei Klaus Mülstroh schon vor der Wende Einkaufsfahrten nach Ostberlin und Dresden unternahm. Insbesondere aus dem Glaszentrum Lauscha im thüringischen Wald konnte Mülstroh viele schöne Exponate mit nach Hause bringen.

Die Familie Mülstroh war schon früh Mitglied im Förderverein „Freunde edlen Glases“ des Glasmuseums Rheinbach.

Die entstandenen Freundschaften sind natürlich auch ein Grund, warum fast die gesamte Glassammlung Mül-stroh, die Gefäßobjekte mit Unikatcharakter, Glaseditionen und Skulpturen umfasst, teils als Dauerleihgabe, teils als Schenkung dem dortigen Museum übergeben wurde.

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