Heinsberger Azubi sammelt fachliche Expertise in Schottland

Von: anna
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Alexander Kopp (r.) in der Heinsberger Werkstatt zusammen mit seinem Chef Johannes Schroeder. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Den Anfang machte die kleine Theresa Schroeder (9) aus Heinsberg. Bei einem Urlaub mit ihren Eltern auf der Insel Lanzarote erkor sie sich eine junge Schottin als Spielpartnerin aus. Dieser neuen Freundschaft sollten nicht nur weitere gemeinsame Urlaube der beiden Familien auf der spanischen Insel folgen, sondern auch ein Azubi-Austausch.

Sie förderte auch eine inzwischen enge Beziehung zwischen ihren Eltern und den Großeltern des Mädchens aus Schottland und brachte in diesem Jahr sogar einen Azubi-Austausch zwischen Deutschland und Schottland hervor.

Für drei Wochen war Alexander Kopp aus Eschweiler jetzt auf der britischen Insel zu Gast. Bei der Firma Campbell & McHardy im schottischen Elgin probierte der angehende Elektroniker für Industrie- und Gebäudetechnik der Elektro Schroeder GmbH in Heinsberg aus, wie sich in Deutschland Erlerntes im Ausland nutzen lässt. Und natürlich war er während dieser Zeit auch Gast der mit den Schroeders befreundeten Familie McPhee, die für den hiesigen Firmeninhaber Johannes Schroeder den Kontakt zu den schottischen Handwerkskollegen hergestellt hatte.

Bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Kreishandwerkerschaft und Handwerkskammer hatte Schroeder vom Programm „let‘s go!“ gehört, einer bundesweiten Initiative des Handwerks zur Förderung von Auslandsaufenthalten in der handwerklichen Ausbildung. Er kombinierte diese neue Information mit seiner Beziehung nach Schottland und fand in Alexander Kopp einen Azubi, der sich für diese Idee begeistern ließ.

Mit einem firmeneigenen Kundendienstfahrzeug chauffierte der Chef seinen Azubi dann sogar selbst nach Schottland. Schon auf ihrer Reise nach Elgin hätten sie einen Unterschied festgestellt, schmunzelt Kopp. „Die Autos der Elektriker in Schottland haben fast alle eine Leiter auf dem Dach“, erzählt er und weiß jetzt auch den Grund dafür: „In Schottland gibt es noch ganz viele Freileitungen.“

Am ersten Arbeitstag sah Kopp dann eher spanische Dörfer als schottische Elektroverkabelungen vor sich und hatte eine Gewissheit: „Kabel ist nicht gleich Kabel“, sagt er. „Das Werkzeug ist ein anderes, ebenso wie die Stecker und die Art der Verdrahtung auch.“ Doch schon am zweiten Tag habe er ganz gut mit anpacken können, freut er sich rückblickend über seine Erfahrungen in Schottland. Und er kennt jetzt auch die Form der Ausbildung in Schottland. „Fünf Jahre dauert sie“, sagt er. „Dabei verbringen die Azubis das vierte Jahr komplett in einem Betrieb.“

Dank der Unterbringung in einer Familie blieben seine Eindrücke und Erfahrungen jedoch nicht nur rein beruflicher Art. Kopp lernte auch viel von schottischer Kultur. Begeistert erzählt er von einer Überraschungsfeier anlässlich seines Geburtstags in Schottland, bei der Großvater George McPhee für ihn auf dem Dudelsack spielte. „Das war einer der schönsten Geburtstage, die ich je hatte“, betont er.

Eines steht für den deutschen Azubi nach drei Wochen in Schottland fest: Er will nach Abschluss seiner Ausbildung Anfang 2018 weiter reisen. „Vielleicht mit einer Montagefirma, die im Ausland aktiv ist“, sagt er. „Auf Englisch heißt Geselle ja auch ‚journeyman‘“, fügt Schroeder schmunzelnd hinzu. Sorgen, mit Kopp einen guten Azubi zu verlieren, hat er nicht. „Viele von denen, die hier ihre Ausbildung gemacht haben, sind über kurz oder lang wieder zu uns zurückgekehrt“, weiß er. Aktuell hat sein Unternehmen knapp 50 Mitarbeiter, davon werden ab August 21 Azubis sein. Einige davon absolvieren sogar eine duale Ausbildung in Kombination mit einem Studium der Elektrotechnik an der Fachhochschule Jülich.

Um guten Nachwuchs zu fördern, gelte es heute, die jungen Menschen für neue Inhalte und Wege zu interessieren und sie so zu motivieren, sagt Schroeder. Was Alexander Kopp betrifft, scheint dies gelungen.

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