Heinsberg und Polen: Verlässliche Partnerschaft feiert Silberjubiläum

Von: Anna Petra Thomas
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Albert Zaunbrecher (l.) und Dariusz Gòrniaszek unterzeichneten die Urkunde ihrer neuen Schulpartnerschaft. Mit dabei waren – wie im Hintergrund zu sehen – Bürgermeister Wolfgang Dieder und Europaparlamentarierin Sabine Verheyen. Foto: Anna Petra Thomas
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Am Ende spielten sie alle zusammen, in Grün die Musiker des Instrumental-Vereins Kirchhoven, in Blau die der Blaskapelle Ozimek. Foto: Anna Petra Thomas
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Als Erinnerung an das Silberjubiläum schenkte Bürgermeister Jan Labus (rechts) seinem Kollegen Wolfgang Dieder eine Glasschale Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Mit einem Festakt über zweieinhalb Stunden haben Vertreter aus der Stadt Heinsberg und aus der polnischen Stadt Ozimek mit geladenen Gästen in der Heinsberger Begegnungsstätte das 25-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft gefeiert.

Am 11. Juli 1992 hatten der damalige Stadtdirektor Josef Offergeld und der ehemalige Bürgermeister Otto Knoll die Urkunde für die Stadt Heinsberg unterzeichnet.

Zugleich wurde bei der Jubiläumsfeier ein weiterer „Meilenstein“, so Bürgermeister Wolfgang Dieder, in das bunte Mosaik der freundschaftlichen Beziehungen eingefügt: Der Leiter der städtischen Realschule im Klevchen, Albert Zaunbrecher, und der Leiter der Gemeinschaftsschule in Ozimek, Dariusz Gòrniaszek, unterzeichneten nach kurzen Ansprachen öffentlich die Urkunde ihrer neuen Schulpartnerschaft.

Ein Jahr nach den Feierlichkeiten des 25-Jährigen der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages hätten nun auch Ozimek und Heinsberg die Möglichkeit, ihre „silberne Hochzeit“ zu feiern, erklärte Dieder in seiner Begrüßung. „Und wir sind stolz darauf, weil wir verlässliche und vertrauensvoll zusammenarbeitende Partner geworden sind.“

Das Kernanliegen dieser Verbindung, die Begegnung von Menschen, sei dabei nie aus den Augen verloren worden. Dieses Mal waren rund 80 Gäste aus Ozimek in Heinsberg angereist. Unter ihnen begrüßte Dieder auch die Skatspieler aus Ozimek, die bisher an den alle zwei Jahre im Wechsel stattfindenden Partnerschaftstagen immer ihre Wettkämpfe mit ihren Freunden aus Kirchhoven ausgetragen hätten.

Aufgrund der seinerzeit bereits seit zehn Jahren bestehenden Kontakte der KAB-Pfarrgruppe Kirchhoven habe sich Heinsberg für die Partnerschaft mit Ozimek entschieden, so Dieder rückblickend. Viele Menschen aus Heinsberg hätten im Lauf der Jahre Ozimek besucht, viele Freundschaften seien entstanden. Dieder erinnerte auch an das Oderhochwasser im Juli 1997, als 14 Feuerwehrleute aus Heinsberg eine Woche in Ozimek verbracht hätten, um in der Not zu helfen.

Nennenswerte Projekte seien zudem von Heinsberg aus in Ozimek mit angestoßen worden, etwa der Um- und Erweiterungsbau des Krankenhauses sowie der Neubau des integrativen Kindergartens. Auf Polnisch schloss er mit „Do zobaczenia w Ozimku!“. Dieder freute sich damit auf ein Wiedersehen in Ozimek. Schon im September wird dort auch das 25-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft gefeiert.

Verheyen „überglücklich“

„Das alles wäre nicht möglich gewesen, gäbe es nicht Menschen guten Willens, die diese Zusammenarbeit bildeten, bilden und weiter bilden wollen“, erklärte Jan Labus, der Bürgermeister von Ozimek. Die Kontakte zwischen den Menschen hätten untrennbare Verbindungen geschaffen, „welche nicht selten mit großen Freundschaften verankert wurden“. Nach Labus gratulierten als Vertreter der deutschen Minderheit aus Ozimek auch Klaus Leschik und Helga Baron.

Gastrednerin des Festaktes war die CDU-Europaparlamentarierin Sabine Verheyen. Heinsberg und Ozimek hätten mit ihrer vor 25 Jahren geschlossenen Partnerschaft „an einem ganz entscheidenden Punkt in der Geschichte der Europäischen Union ein Zeichen gesetzt“, erklärte sie. Sie sei in einer Zeit geschlossen worden, die mit dem Fall der Mauer und dem Niedergang des Kommunismus in den Staaten Mittel- und Osteuropas eine grundlegende Wandlung der deutsch-polnischen Beziehung ermöglichte.

„Die deutsch-polnische Grenze – sie war gewissermaßen das Scharnier zwischen dem integrierten Westeuropa und dem noch nicht integrierten Ostmitteleuropa“, so Verheyen. Und ohne deutsch-polnischen Ausgleich hätte in puncto EU-Osterweiterung nichts, „aber auch gar nichts“ geschehen können.

Sie freue sich, dass der Austausch zwischen Heinsberg und Ozimek so lebendig sei, sagte sie. „Dass wir heute hier freundschaftlich zusammensitzen, ist nicht selbstverständlich! Es ist überwältigend und macht mich überglücklich.“ Die Vision eines geeinten Europas beruhe nicht nur auf politischen Entscheidungen, sondern auch auf dem Gedanken, dass seine Bürger sich nicht nur als Deutsche oder Polen fühlen würden, sondern als Europäer.

CDU-Bundestagsabgeordneter Wilfried Oellers pflichtete Verheyen in seinem Grußwort bei: „Nun sind die Städte Ozimek und Heinsberg in ihren Ländern nicht die größten Städte, doch sie sind eine Heimat für Freundschaft, für Völkerverständigung und für den europäischen Gedanken in beiden Ländern.“

Musikalisch begleiteten den Festakt der Gesangschor aus Ozimek, die Ozimeker Blaskapelle und der Instrumental-Verein Kirchhoven. Das Finale bestritten die beiden Musikvereine gemeinsam. Während der Unterzeichnung der Urkunden durch die Schulleiter spielte eine Band der Realschule.

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