Heimatverein will „Schatz bergen“

Von: hewi
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Einzigartiges Dokument: Die Baux-Chronik enthält 30 farbige Abbildungen von Wappen, darunter auch das erste überlieferte Erkelenzer Stadtwappen.

Erkelenz. Mathias Baux war ein guter Beobachter und Chronist seiner Zeit. Zwischen 1544 und 1558 war er Stadtschreiber in Erkelenz. Seine Baux-Chronik lässt der Heimatverein aus althochdeutscher und lateinischer Sprache nun ins heutige Deutsch übersetzen.

Mitte 2016 soll die Chronik in zwei Bänden im Original und in Übersetzung sowie mit Erläuterungen und Kommentaren in Buchform vorliegen. „Das ist das größte Projekt des Heimatvereins seit der Wiederbelebung im Jahr 1980“, betont der Vorsitzende Günther Merkens. „Gemeinsam mit der Stadt wollen wir diesen Schatz bergen.“ Knapp 13.000 Euro muss der Verein in die Hand nehmen, um die Chronik, die sich im Eigentum der Stadt befindet, zu übersetzen. Dafür haben Professor Hiam Kümper und sein Team an der Mannheimer Universität rund 1150 Personalstunden kalkuliert und übernehmen auch rund 8000 Euro der entstehenden Kosten.

Die rund 290 Seiten umfassende Chronik enthält auch rund 30 farbige Abbildungen von Wappen, unter anderem des ersten überlieferten Erkelenzer Stadtwappens. Interessant ist sicherlich auch das Gedächtnisprotokoll des Autors über das Stadtarchiv, das beim großen Stadtbrand 1540 vernichtet wurde. So gewährt er Einblicke in bislang nicht oder nur spärlich dokumentierte Zusammenhänge.

Bereits vor über 160 Jahren hatte der damalige Historische Verein für den Niederrhein einige Teile der Chronik übersetzt. „Die Übersetzung ist unvollständig und entspricht nicht dem heutigen Wissensstand“, erklärt Willi Wortmann vom Heimatverein und verweist darauf, dass bisher nur die Erkelenzer Geschichte in Übersetzung vorliege, nicht aber die des Geldrischen Landes.

Der Doppelband mit der Chronik wird nicht im Rahmen der Schriftenreihe des Heimatvereins erscheinen, da sich der Preis voraussichtlich erheblich vom Üblichen absetzen wird. Es werde schwierig, die Druckkosten von rund 30.000 Euro wieder einzunehmen, betont Merkens. Trotzdem sei es wichtig, die Ergebnisse der Arbeit und die Chronik als Ganzes der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Vielleicht wird die Arbeit mit der Chronik auch Neues über den Autor zutage fördern. Denn bis auf die Tatsache, dass er in Mennekrath geboren wurde, Stadtschreiber und von 1562 bis 1563 auch Bürgermeister von Erkelenz war, weiß man nicht viel über ihn. Der Bauxhof am Erkelenzer Schulring, wo derzeit ein neues Wohnquartier entsteht, ist nach ihm benannt.

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