Heimatverein: Wechsel an der Spitze des Vorstandes

Von: Johannes Bindels
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Der in den Positionen Vorsitz, Kassenführung und Archivar neu besetzte Vorstand des Heimatvereins Schafhausen (v.l.): Karl-Heinz Körfer, Anette Tanz, Helmut Laprell, Leo Tellers, Ursula Gellessen, Theo von Birgelen, Florian Weber und Ulla Louis-Nouvertné. Nicht im Bild: Hans-Josef Heuter. Foto: Johannes Bindels

Heinsberg-Schafhausen. Die Mitgliederversammlung des Heimatvereins Schafhausen wartete mit inhaltlichen Schwergewichten auf: Zunächst mussten der zurückgetretene Vorsitzende Dr. Peter Kolen und der Kassenführer, Tobias Kolen, durch Neuwahlen ersetzt werden.

Des Weiteren erlebten die Anwesenden mit dem Lichtbildervortrag von Günther Merkens, Vorsitzender Heimatverein der Erkelenzer Lande, ein Highlight heimatgeschichtlicher und historischer Recherchearbeit.

Unter Leitung der stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Ulla Louis-Nouvertné begannen für den noch nicht lange bestehenden Heimatverein Schafhausen die Regularien einer Ergänzungswahl. Die vakanten Positionen des Vorsitzenden und des Kassenführers mussten neubesetzt werden.

Der abwesende Vorsitzende Dr. Peter Kolen wandte sich per Brief an die Mitglieder. Aufgrund seiner beruflichen Auslastung könne er das Amt des Vorsitzenden nicht weiter ausüben mit dem notwendigen Engagement und der Zeit, die dieses Amt verdiene. Er bleibe dem Verein als einfaches Mitglied weiter verbunden.

Der Geschäftsführer Hans-Josef Heuter erläuterte ähnliche Gründe für den Rücktritt des Kassenführers. Ergänzend stellte Heuter mit Florian Weber eine weitere Personalie für den erweiterten Vorstand vor. Die Funktion des Archivars solle zukünftig durch Weber, der sich zur Wahl stelle, besetzt werden. Nach den Vorträgen des Kassenberichts und des Geschäftsberichtes wurde der bisherige Vorstand entlastet. Zur neuen Vorsitzenden wählte die Versammlung Ursula Gellessen, zum neuen Kassenführer Leo Tellers und zum Archivar Florian Weber.

Hans-Josef Heuter informierte die Mitglieder über den Stand der Planungen für das dreitägige Fest des 800-jährigen Bestehens Schafhausen in Gemeinschaft mit dem Stadtmusikfest für Spielmannszüge. Festredner werde der Leiter des Archivberatungs- und Fortbildungszentrum in Brauweiler (Landschaftsverbands Rheinland), Dr. Arie Nabrings, sein.

„Ich möchte Sie mitnehmen auf eine außergewöhnliche Pilgerreise, die schon vor fünfhundert Jahren stattgefunden hat und von Arnold von Harff im Zeitraum 1496 bis 1498 gemacht wurde“, begann Günther Merkens seinen bemerkenswerten Lichtbildervortrag. Arnold von Harff wurde 1471 auf Schloss Harff bei Bedburg geboren, wo er auch 1505 mit 33 Jahren starb. Er war ein Ritter, der zu den drei bedeutendsten Pilgerzielen (Rom, Jerusalem und Santiago de Compostela) des christlichen Mittelalters reiste. Über seine Reise durch Europa, Palästina und den Balkan verfasste er einen ausführlichen Bericht in deutscher Sprache.

Die Reise führte von Köln über Rom, Verona, Venedig, dem Katharinenkloster auf dem Sinai nach Jerusalem. Die Rückreise dann über Konstantinopel und dem Balkan, Nimes bis nach Santiago de Compostela und von dort über Bordeaux, Paris, Brüssel wieder nach Köln. Das Besondere dieser Reise läge in der genauen Beschreibung der Orte, der Erlebnisse und der aufmerksamen Beobachtung des Alltags.

Es sei nicht nur eine reine Pilgerreise gewesen, sondern in großen Teilen habe der Ritter sich den Kaufleuten angeschlossen, welche auf den damals üblichen Handelswegen Arnold von Hauff Einblick in die Handelsbeziehungen des späten Mittelalters ermöglicht hätten. Insgesamt seien diese Fakten auch Indizien dafür, dass die Reise eine Bildungsreise gewesen sei.

Das Besondere – und für heutige Interessierte eine Quelle der Erkenntnisse – seien die Beschreibungen des Wirtschaftslebens, der Bauwerke und der Fauna und Flora entlang der durchquerten Landschaften. Der Ritter habe zudem zu den Sprachen der jeweiligen Länder Wörterbücher angelegt. So sei sein Wörterbuch der albanischen Sprache der erste schriftliche Nachweis dieser Sprache.

Arnulf von Harff habe in Diensten des Herzogs Wilhelm IV von Jülich-Berg gestanden. Der sei zudem Herr zu Heinsberg gewesen. Nach Heinsberg sei Ritter Arnolf von Harff 1498 gekommen, um seinen Bericht den Herren von Heinsberg vorzulegen und über seine Reiseerlebnisse zu erzählen, schlug Günther Merkens den Bogen von einer historischen Berichtsquelle zur Heimatgeschichte im Kreis Heinsberg.

Die inhaltlich spannend und methodisch aufgelockerte Erzählung zu einer Pilgerreise, die in Teilen noch heute nachgereist werden kann, begeisterte die Anwesenden.

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