Heimatverein: War Abriss der Marienkapelle rechtens?

Von: Johannes Bindels
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Nicht nur Walter Bienens Recherchen über den Wassenberger Judenbruch sollen demnächst als Buch erscheinen, auch Gedichte und Geschichten der 89-jährigen Myhlerin Agnes Winkens. Foto: jwb

Wassenberg. Der Heimatverein Wassenberg unterstützt neue Buchprojekte zum Erhalt des Plattdeutschen und historischer Gebäude. Welche, das erläuterte jetzt der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins Wassenberg, Walter Bienen. Neben einer überarbeiteten Auflage des Buches „Land an der Rur“ von Henk Verbeek unterstützt der Verein das erste Buch der Mundart-Dichterin und langjährigen Teilnehmerin am Plattdeutsch-Abend, Agnes Winkens.

Die 89-jährigen Myhlerin schreibt Gedichte und Geschichten in der Moddersproak.

„Ein weiteres Projekt umfasst eine aktuelle Arbeit, die sich mit der Geschichte des ehemaligen Vinzentinerklosters und des Judenbruchs beschäftigt“, sagt Bienen. Der Autor ist er selbst. Die Erkenntnisse im Zuge seiner Nachforschungen in Archiven des Provinzialats der Vinzentinerinnen in Köln, des Landesarchivs in Duisburg und des Kreisarchivs in Heinsberg würden sich wie eine spannende Detektivgeschichte lesen lassen, sagt Bienen.

Seine Recherchen stützen die Vermutung, dass im Zuge des Abrisses der Kapelle am Rande des Judenbruchs nicht korrekt verfahren wurde. Dass dabei wohl gegen die mit Maria von Forckenbeck vereinbarten Vertragsinhalte verstoßen wurde, könne nun belegt werden. Im Vertrag sei der Erhalt der Kapelle, die 1850 vom Vater der Maria von Forckenbeck, Alexander Packenius, erbaut worden sei, zur Bedingung gemacht worden.

So heißt es in dem Schenkungsvertrag aus dem Jahre 1907, in dem Maria von Forckenbeck verfügte: „Ich schenke hierdurch der Gesellschaft ‚Caritative Vereinigung Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu Köln-Nippes‘ folgende Grundstücke … Die Schenkung erfolgt unter folgenden Bedingungen: 3. Die auf der Parzelle Nummer 518/51 von meinem verstorbenen Vater errichtete Kapelle muss erhalten bleiben…“.

Dass der Name Judenbruch in der Bevölkerung dann auch Marienbruch hieß, sei Folge der Schenkung der Maria von Forckenbeck gewesen und bezeichne das gleiche Gelände, ergänzte Bienen.

Es stehe außer Zweifel, dass die Kapelle, die 1977 abgerissen worden sei, Bergschäden erlitten hätte. Ob aber der Abriss rechtens war, sei im Lichte des Schenkungsvertrages durchaus anzuzweifeln, da auch die beteiligten Entscheider wie der damalige Landeskonservator und der Kreisdirektor keine Kenntnis von dem Vertrag gehabt haben sollen, merkte Bienen an.

Um seine Recherche-Erkenntnisse zu vertiefen, bittet Bienen alle, die Informationen und Erinnerungen zur Kapelle, zum Marienhaus – der ehemaligen Anstalt neben der Kapelle – und zum Judenbruch/Marienbruch besäßen, ihm diese zur Verfügung zu stellen. Ein Kontakt sei unter Telefon 02432/5349 oder unter walter.bienen@gmail.com jederzeit möglich.

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