Heimatverein nimmt die Erkelenzer Bildhauertradition unter die Lupe

Von: Helmut Wichlatz
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Aus dem Erkelenzer Stadtbild nicht wegzudenken: die Tanzende Möhn von Ursula Klügel auf dem Markt. Foto: Stefan Klassen
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Ziel einer Exkursion des Heimatvereins: der Altar von Peter Tillmanns in Datteln-Meckinghoven. Foto: Stefan Klassen
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Reich verziert: der Altar von Heinrich Jansen in Brüggen. Foto: Stefan Klassen

Erkelenz. „Made in Erkelenz: Holz, Stein, Metall“ – so heißt die Ausstellung, die am Freitag, 17. März, im Haus Spiess beginnt. Im Mittelpunkt stehen die Bildhauer des 19. und 20. Jahrhunderts. Doch die Ursprünge des Bildhauerzentrums Erkelenz gehen bis ins 18. Jahrhundert zurück.

Und so beginnt die Aufzählung der Künstler mit Heinrich Jansen, der in der Zeit des Barock reich verzierte Altäre geschaffen hat, die noch heute in Kirchen der Region zu sehen sind.

Bekannt ist ein Hochaltar aus dem Jahr 1750, der heute in Brüggen in der Kirche steht. „Bis zu dieser Zeit gab es keine eigene Kunstproduktion in Erkelenz“, betont die Bochumer Kunsthistorikerin Christina Clever-Kümper. Sie hat gemeinsam mit dem Heimatverein die Ausstellung konzipiert und zusammengetragen.

Ziel sei es gewesen, die Namen der Erkelenzer Künstler wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rufen, erklärt auch Günther Merkens, der Vorsitzende des Heimatvereins. Einige der Arbeiten sind noch heute im Erkelenzer Stadtbild präsent. Namen wie Ursula Klügel, Franz-Xaver Haak oder Peter Tillmanns zeugen noch heute von der Tradition des einstigen Bildhauerzentrums Erkelenz.

„Nach der heißen Phase der Vorbereitung freuen wir uns auf die Eröffnung der Ausstellung“, betont Christoph Stolzenberger, der zum Team der Ausstellungsmacher gehört. „Erfreulich war auch die große Unterstützung durch Leihgeber und Förderer.“ Nur so sei es möglich gewesen, diese komplexe Ausstellung über die Bildhauertradition in Erkelenz zusammenzustellen.

Die Ausstellung ist bis zum 16. April im Haus Spiess zu sehen (samstags 15 bis 18 Uhr, sonntags 11 bis 18 Uhr). Darüber hinaus haben die Macher ein Begleitprogramm erstellt, das über die Kunststile informiert und zu den Orten führt, wo die Arbeiten noch heute zu sehen sind.

Am Samstag, 25. März, lädt der Heimatverein um 14 Uhr zu einer Exkursion nach Brüggen ein. Dort werden in der Kirche St. Nikolaus der Hochaltar und andere Einrichtungsgegenstände von Heinrich Jansen aus dem Jahr 1755 besichtigt. Der Kostenbeitrag für die Fahrt und die Führungen in Brüggen beträgt zehn Euro.

Vortrag, Spaziergang, Radtour

Eine weitere Exkursion führt nach Datteln-Meckinghoven, wo in der Dominikanerkirche ein Altar von Peter Tillmanns steht. Tillmanns war besonders in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg aktiv und gestaltete mehrere Altäre. Der Meckinghovener Altar war ursprünglich für eine Kirche in Berlin geschaffen worden und kam 1940 über Umwege nach Datteln, was ihn wahrscheinlich vor der Zerstörung bewahrt hat. Die Exkursion findet am Samstag, 1. April, statt. Abfahrt ist um 13 Uhr am Jüdischen Friedhof.

Im Vortrag „Alles nur ein alter Hut?“ geht die Kunsthistorikerin Klever-Kümper der Frage nach, was neu ist an der idealisierten Mittelaltervorstellung der Neugotik. Unterlegt werden ihre Ausführungen durch Beispiele aus dem Erkelenzer Land. Der Vortrag ist kostenlos und beginnt am Dienstag, 28. März, um 19 Uhr im Alten Rathaus.

Am Sonntag, 26. März, und dem darauffolgenden Sonntag, 2. April, lädt der Heimatverein jeweils um 15 Uhr zum „Kunstspaziergang“ in Erkelenz ein. Treffpunkt ist vor dem Haus Spiess. Gezeigt und erklärt werden Kunstwerke von Ursula Klügel, Peter Tillmanns, Peter Haak und Franz-Xaver Haak, die das öffentliche Bild der Stadt prägen.

Am Freitag, 7. April, beginnt um 14 Uhr eine geführte Radtour zu den Kunstwerken im Stadtgebiet. Jeden Samstag und Sonntag finden auch öffentliche und unentgeltliche Führungen durch die Ausstellung im Haus Spiess am Franziskanerplatz statt.

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